Die Grafik zur neuen Ausstellung ist auch als Puzzle erhältlich. Foto: G. Link

Unter dem Titel „Zu Hause in Schramberg – Bürgervereinigungen im Wandel der Zeit“ zeigt die Ausstellung Dokumente, Fotos und Objekte zur Geschichte.

Bereits seit einigen Jahren ist es im Stadtmuseum gute Tradition, die Hauptausstellung am „Internationalen Museumstag“ zu eröffnen, der seit 1978 begangen wird und in diesem Jahr unter dem Motto „Museen verbinden eine geteilte Welt“ steht.

 

Im Stadtmuseum wird dazu am Sonntag, 17. Mai, die Sonderausstellung „Zu Hause in Schramberg – Bürgervereinigungen im Wandel der Zeit“ eröffnet – eine bunte Präsentation mit Dokumenten, Fotos und Objekten über eine Besonderheit in der Geschichte und Kultur der Stadt Schramberg, der zum ersten Mal eine Ausstellung gewidmet wird. Bürgervereinigungen gibt es zwar auch andernorts, ihre nahezu flächendeckende Gründung in allen Stadtteilen stellt aber doch eine „Eigenart unserer Stadt“ dar, wie Rektor Otto Wößner (1904 bis 1990) bereits 1967 in dem Buch „Das ist Schramberg“ zum 100-jährigen Stadtjubiläum hervorgehoben hat.

Pflege der Nachbarschaft

Der erste, bisher bekannte Bericht über diese Besonderheit erschien im „Schwarzwälder Boten“ vom 1. Januar 1914: „Des öfteren im Jahre treten hier die Bürgervereinigungen der einzelnen Stadtteile [,,,] an die Öffentlichkeit. Sie halten nach ihrer Art in einer zum Amt gehörigen Wirtschaft bei rednerischen, musikalischen und komischen Vorträgen gemeinsam Weihnachten und Fastnacht oder veranstalten im Sommer Waldfeste. Sie dienen aber nicht nur geselligen Zwecken, sondern auch der Pflege des Nachbarsinns und der Förderung der bürgerlichen Interessen ihrer durchweg zahlreichen Mitglieder, die sich einem meist lebenslänglichen Vorstande mit dem Titel ‚Schultheiß’ unterordnen und in der Regel alle Monate kleine Beiträge an den ‚Fiskus’ entrichten. Zurzeit bestehen hier sechs solcher Vereinigungen: Falkenstein, Kirnbachtal, Schiller- und Berneckstraße, Thös, Burgstraße, Höfle. Parteipolitisch stellen sich dieselben auf neutralen Boden.“

125 Jahre Engagement

Das Symbol der Ausstellung ist ein Herz in den Farben des Stadtwappens Gelb und Schwarz mit den Logos der acht heute noch bestehenden Bürgervereinigungen. Es würdigt die Liebe der Mitglieder der Bürgervereinigungen zu ihrer Heimatstadt und ihre Verdienste um die Pflege einer guten Nachbarschaft und ein schönes Stadtbild.

Als Zeichen des Dankes der Stadt für mehr als 125 Jahre bürgerschaftliches Engagement hat der Grafiker Gunnar Link für die Ausstellung außerdem eine farbenfrohe und liebevolle Stadtansicht mit ihren Sehenswürdigkeiten und Bürgervereinigungen gestaltet. Die Grafik bildet als Raumteppich die Mitte der Ausstellung und wird auch als Puzzle angeboten.

Für die Ausstellung wurden die Archive und Sammlungen aller Bürgervereinigungen gesichtet. Das Archiv der 2012 aufgelösten Spittel-Vereinigung wurde erst vor wenigen Tagen dem Stadtarchiv übergeben. In der Geschichte der Bürgervereinigungen spiegeln sich die Entwicklung der Bürgerschaft und die Veränderung der Einstellungen zu Gesellschaft, Heimat und Identität.

Weitere Fotos willkommen

Die Kooperationspartner des Ausstellungsprojektes sind: Bürgervereinigung Göttelbachtal, Bürgervereinigung Burg Falkenstein, Bürgervereinigung Freiamt Tös 1896, Bürgervereinigung Kirnbachtal, Bürgervereinigung Rosswald, Burgstraßen- und Brestenberg-Vereinigung, Hirschbrunnengesellschaft 1830 und Höflevereinigung Burg Schilteck. Das Stadtarchiv und Stadtmuseum sammeln während der Ausstellung weiter Dokumente, Fotos und Objekte. Kontaktaufnahmen sind jederzeit willkommen.

Info

Die Ausstellung
wird am Sonntag, 17. Mai , 11 Uhr, im Stadtmuseum Schramberg eröffnet (Schloss, Bahnhofstraße 1). Es sprechen: Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr, Yasmin Chiara Hettich, Carsten Kohlmann und David Kuhner (Stadtarchiv und Stadtmuseum Schramberg) und Schultheiß Jochen Buhr (Freiamt Tös 1896). Zur Ausstellungseröffnung sind alle Interessierten eingeladen. Die Ausstellung mit einem umfangreichen Begleitprogramm ist bis zum 18. Oktober zu sehen. Die Bildgrafik zur Hauptausstellung ist auch als Puzzle erhältlich und kann vorbestellt werden (Telefon: 07422/29 268, E-Mail: museum@schramberg.de)