Die Planungen zum Neubau des Solemars geht in die nächste Runde, der Architektenwettbewerb ist europaweit ausgeschrieben. Auf der roten Fläche soll der Neubau entstehen. Foto: Marc Eich

Neubau der Solemar-Therme: Der europaweite Architektenwettbewerbs ist gestartet, das Solemar bleibt durchgängig geöffnet. Ein Neubau soll an der südwestlichen Seite entstehen.

Die Planungen für den Neubau der Solemar-Therme schreiten weiter voran – und das bei gleichzeitig laufendem Betrieb: Die Therme bleibt während der gesamten weiteren Projektentwicklung und auch in der Bauphase geöffnet, eine Schließung ist nicht vorgesehen.

 

Der geplante Neubau der Solemar-Therme erreicht eine neue, entscheidende Phase: Nach intensiven Vorbereitungen wurde das europaweite Vergabeverfahren für einen hochbaulichen und freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb mit Ideenteil am 27. April im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. „Damit nimmt eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte für den Kur- und Gesundheitsstandort Bad Dürrheim sowie die gesamte Region weiter konkret Gestalt an“, so Geschäftsführer Markus Spettel.

Seit dem Beschluss, eine Neubauvariante vertieft zu untersuchen und konsequent voranzutreiben, wurden in zahlreichen Projekt- und Gremiensitzungen die inhaltlichen und strategischen Grundlagen für die weitere Planung gelegt. Ende 2025 folgte schließlich der Auftrag, einen Architektenwettbewerb auf den Weg zu bringen. Mit dem renommierten Fachberater „Kohler Grohe Architekten“ aus Stuttgart konnte hierfür ein ausgewiesener Experte gewonnen werden.

Seit November 2025 wurden die Wettbewerbsunterlagen in einem intensiven, mehrmonatigen Arbeitsprozess erarbeitet. Grundlage bildete ein breit angelegter Abstimmungsprozess innerhalb der Kur und Bäder, in den sämtliche Fachbereiche eingebunden waren. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse wurden systematisch zusammengeführt und in ein detailliertes Raumprogramm überführt.

Zentraler Bestandteil dieser Grundlagenarbeit war zudem die Konzeptstudie aus dem Jahr 2024, deren Inhalte maßgeblich in die weitere Planung eingeflossen sind. Aufbauend darauf wurde eine vertiefte Betrachtung vorgenommen, bei der sowohl die räumliche Struktur als auch die Kubatur des Projekts konkretisiert und mit ersten Kostenschätzungen hinterlegt wurden. Ergänzend wurden wertvolle Erkenntnisse aus einer gezielten „Thermentour“ berücksichtigt, bei der vergleichbare Einrichtungen analysiert und Best-Practice-Beispiele identifiziert wurden. Auch die Ergebnisse von Gästebefragungen sind in die konzeptionellen Überlegungen eingeflossen, sodass sowohl betriebliche Anforderungen als auch Nutzerperspektiven umfassend berücksichtigt werden konnten.

Der Architektenwettbewerb selbst ist zweistufig konzipiert und verbindet konkrete Realisierungsperspektiven mit strategischen Zukunftsüberlegungen. Im Mittelpunkt des Realisierungsteils steht die Planung einer vollständig neuen, funktionalen Therme mit zeitgemäßem Bade-, Sauna- und Wellnessangebot. Ergänzend dazu eröffnet der Ideenteil zusätzliche Entwicklungsperspektiven: Zum einen soll ein Thermenhotel mit direkter, funktional sinnvoller Anbindung an die Therme – etwa über einen Bademantelgang – konzipiert werden, zum anderen werden Lösungen für den Umgang mit dem bestehenden Thermenkomplex von den Wettbewerbsteilnehmenden erarbeitet.

Mit der Veröffentlichung im EU-Amtsblatt beginnt nun die Bewerbungsphase für den Wettbewerb. Sieben ausgewählte Büros wurden bereits gezielt zur Teilnahme eingeladen. Weitere 23 Büros werden über den Wettbewerb ausgewählt. „Wir erwarten eine sehr hohe Beteiligung und damit eine große Bandbreite an qualitativ hochwertigen Entwürfen. Das zeigt bereits jetzt die enorme Bedeutung und Strahlkraft dieses Projekts“, erklärt Geschäftsführer Markus Spettel. Das Verfahren wird sich über mehrere Monate erstrecken und von intensiven Abstimmungs- und Bewertungsschritten begleitet sein, mit dem Ziel, im Frühjahr 2027 einen endgültigen Siegerentwurf zu küren.

Der Neubau der Solemar-Therme ist damit weit mehr als ein Bauprojekt: Er ist ein zentrales Zukunftsprojekt für die Stadt und die Region. Neben der Sicherung von Arbeitsplätzen stärkt er die Wettbewerbsfähigkeit des Kurstandorts, erhöht die touristische Attraktivität und leistet einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge. Mit dem Start des Architektenwettbewerbs ist nun ein entscheidender Meilenstein erreicht, auf dessen Grundlage die nächsten Schritte zur Realisierung dieses Vorhabens folgen werden.

Architektur

Kuppeldach
Dem Erhalt der charakteristischen Kuppeldächer kommt eine besondere Bedeutung zu, da diese als identitätsstiftendes architektonisches Markenzeichen weit über die Region hinaus wahrgenommen werden. In diesem Zusammenhang sind die Wettbewerbsteilnehmer aufgefordert zu prüfen, inwiefern das bestehende Therapiezentrum funktional integriert und perspektivisch in ein Gesamtkonzept unter einem Dach eingebunden werden kann. Der geplante Neubau soll auf einer der südwestlich der bestehenden Therme gelegenen Fläche realisiert werden. Dieser Ansatz bietet einen entscheidenden Vorteil: Der laufende Betrieb der Solemar-Therme kann während der gesamten Bauphase uneingeschränkt aufrechterhalten werden, sodass die Einrichtung durchgehend für Gäste geöffnet bleibt.