Im Schwarzwald-Baar-Kreis beginnt die Zeit der Maikäfer. Warum die Käfer plötzlich auftauchen und was hinter dem Naturschauspiel steckt.
Wenn in den warmen Maiabenden ein tiefes Brummen durch die Gärten und Waldränder des Schwarzwald-Baar-Kreises zieht, dann ist oft ein alter Bekannter unterwegs: der Maikäfer.
Robert Ulke, Schädlingsbekämpfer aus Königsfeld, sagt, dass der Feldmaikäfer und der Waldmaikäfer zu den bekanntesten heimischen Käferarten Deutschlands gehören. Beide Arten gehören zur Familie der Blatthornkäfer.
Erkennbar sind sie an ihrer braunen Färbung, den weißen Zickzackzeichnungen an den Körperseiten sowie an den fächerförmigen Fühlern.
Die meiste Zeit im Boden
Den größten Teil ihres Lebens verbringen Maikäfer nicht als fliegende Käfer, sondern als Larven im Boden, erklärt Ulke. Diese Larven werden auch Engerlinge genannt. Je nach Region und Witterung dauert die Entwicklung vom Ei bis zum fertigen Käfer etwa drei bis fünf Jahre, meist ungefähr vier Jahre.
Nach der Eiablage entwickeln sich die Engerlinge vollständig im Erdreich. Sie ernähren sich später hauptsächlich von Pflanzenwurzeln. Besonders junge Bäume, Rasenflächen sowie landwirtschaftliche Kulturen können dadurch geschädigt werden, so Ulke. Bei starkem Auftreten kann es zu Wachstumsstörungen oder zum Absterben empfindlicher Pflanzen kommen.
Kurze Lebensphase
Die erwachsenen Käfer schlüpfen meist zwischen Ende April und Mai aus dem Boden. In den letzten Jahren wurden regional teilweise frühere Flugzeiten beobachtet, sagt der Schädlingsbekämpfer. Die ausgewachsenen Käfer leben nur wenige Wochen.
Während ihrer kurzen Lebensphase fressen die Käfer Blätter verschiedener Laubbäume. Feldmaikäfer bevorzugen häufig offene Landschaften und gehen auch an Obstbäume, während Waldmaikäfer überwiegend Eichen, Buchen und Hainbuchen in Waldgebieten besiedeln. Gesunde ältere Bäume können sich von stärkerem Blattfraß meist wieder erholen, junge oder bereits geschwächte Bäume können laute Ulke jedoch stärker beeinträchtigt werden.
Massen an Käfern
Robert Ulke erklärt, dass in einigen Regionen Deutschlands regelmäßig sogenannte Maikäferjahre auftreten. Dabei erscheinen nach mehreren Entwicklungsjahren gleichzeitig große Mengen an Käfern. Diese Hauptflugjahre wiederholen sich regional meist im Abstand von drei bis fünf Jahren.
Laut der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) ist 2026 kein Hauptflugjahr für die Region. Natürliche Feinde wie Wildschweine, Dachse, Vögel und Fledermäuse ernähren sich von Maikäfern und Engerlingen, können größere Populationen jedoch meist nur begrenzt reduzieren.