Seen, Tümpel und Moore stehen am Welttag der Feuchtgebiete am 2. Februar im Fokus. Wie fragil das Ökosystem am Spielberger Bömbachsee ist, erläutert Andreas Schäberle vom Nabu.
Der Bömbachsee in Spielberg wird vom Nabu betreut und gilt als besonders schützenswert. Allerdings ist hier auch manche Art schon angetroffen worden, die dort absolut nichts zu suchen hat.
„Der Bömbachsee ist natürlich ein Musterprojekt für gut gemeinten und schlecht umgesetzten Tierschutz. Leider ist er ja voll mit Koi, Goldfischen und japanischen Graskarpfen“, erläutert Andreas Schäberle vom Nabu Nagold-Altensteig.
Gartenteich-Fische verdrängen die Amphibien
„Ein paar Fische zu viel im Gartenteich haben hier einen Lebensraum der einheimischen Amphibien zerstört. Das hat der Aussetzer sicherlich nicht absichtlich getan, aber leider kann dies nicht mehr rückgängig gemacht werden.“
Durch die fremden Arten hätten die einheimischen Amphibien – wie etwa Frösche – keine Chance, ihre Kindheit als Kaulquappe zu überleben und sich zum erwachsenen Frosch zu entwickeln.
Zwar seien auch Fischreiher im Gebiet unterwegs – bis zu 25, berichtet Schäberle. Aber die zeigen keinen großen Appetit auf die ausgesetzten Gartenfische.
„Aus meiner Sicht ist das ein wirklich wichtiger Schritt, darauf hinzuweisen, dass das Ausbringen gebietsfremder Arten ein gefährlicher Eingriff in die Natur darstellt.“ Doch auch Positives gibt es zu berichten: „Der See und glücklicherweise auch die umliegenden Kleingewässer bieten dem Grasfrosch, Teichfrosch, Seefrosch und der Erdkröte einen Lebensraum. Hier sind auch zahlreiche Bergmolche zu beobachten.“
In Wald und Feld sind Reptilien zuhause
Auch das Landgebiet um den Bömbachsee herum ist das Zuhause verschiedener Arten. Zum Beispiel fänden sich am Waldrand viele Waldeidechsen, erklärt Schäberle. „Die kleinen braunen Waldeidechsen sind wie alle anderen Reptilien sehr wärmeliebend.“ Aber der nahe Wohnort am Wasser ist auch kein Zufall: . „Die Waldeidechse ist auch bekannt für die aktive Flucht in Gewässer. Sie ist eine hervorragender Schwimmerin, welche länger als eine Minute tauchen kann.“
Am Rand der Feuchtwiesen fühlen sich die bekannten Zauneidechsen – die Männchen mit smaragdgrüner Färbung – wohl, außerdem können Fußgänger den schlangenähnlichen Blindschleichen dort begegnen. Und auch richtige Schlangen haben die Feuchtwiesen zu ihrem Zuhause erkoren: Ringelnattern sind dort ebenfalls heimisch, erläutert Schäberle.
Um die Tiere, die sich derzeit allerdings noch in der Winterstarre befinden, braucht man nicht in ihr Zuhause eindringen – auch auf den Spazierwegen kann es zu Begegnungen kommen. „Alle vorkommenden Reptilien kann man bequem von den Wegen aus beobachten“, meint Schäberle.