Nahverkehr in Brigachtal
: Der Ortsbus ist von den Streichungen betroffen

Im Gemeinderat Brigachtal war der Wegfall der Buslinie 625 – Ortsverkehr Brigachtal – sowie der Antrag der Eltern aus Überauchen auf Bezuschussung der Schülerbeförderung Thema.
Von
Hella Schimkat
Oberndorf
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Eltern und Schüler aus Überauchen baten bereits in der Gemeinderatssitzung im November um finanzielle Unterstützung für die Schülerbeförderung an die Grundschule in Klengen. (Archivfoto)

Hella Schimkat

In der Bürgerfrageviertelstunde hatte sich der Elternbeiratsvorsitzende Sven Pacher zu Wort gemeldet und vorgeschlagen, dass die Gemeinde, wenn die Buslinie wegfalle, mit den Kosten, die sie dadurch einspare, die Eltern subventionieren könne. Brigachtal werbe mit Familienfreundlichkeit, da sollte man hier positiv vorangehen, so Pacher.

Hauptamtsleiter Martin Weißhaar berichtete, dass der Kreistag des Schwarzwald-Baar-Kreises vor dem Hintergrund der schwierigen Haushaltslage Einsparungen im Bereich des öffentlichen Nahverkehrs beschlossen habe.

Die vorgesehenen Streichungen betreffen auch den Ortsbus in Brigachtal. Diese sollen zum Frühjahr, voraussichtlich ab April, umgesetzt werden. Eine Buslinie für den Schülerverkehr soll weitgehend bleiben, der Fahrplan hierzu werde vom Landratsamt derzeit erstellt.

Verbindungen zur Schule

Es sei davon auszugehen, dass zumindest die wichtigen Verbindungen zur ersten und zweiten Schulstunde sowie nach der fünften und sechsten Schulstunde beibehalten werden.

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Nach Auskunft des Verkehrsverbundes soll es keine Sondertarife im Jugendbereich geben, was bedeute, dass die Gemeinde die Eltern direkt bezuschussen müsste. Dies würde einen entsprechenden Verwaltungsaufwand mit sich bringen.

Die Gemeindeverwaltung schlug einen zeitlich befristeten Zuschuss zum Eigenanteil für Grundschüler für 2026 in Höhe von 29 Euro pro Monat vor mit Bewilligung auf Antrag zum Jahresende.

Weiter wurde die außerordentliche Kündigung der Vereinbarung (50-Cent-Tarif) mit dem Verkehrsverbund „Move“ wegen Wegfall der Linie 625 (Ortsbus) zum nächstmöglichen Zeitpunkt (31. März) vorgeschlagen. Die Verwaltung werde nach einem Tarif für Kinder nachfragen. Den Vorschlägen wurden, bei zwei Gegenstimmen, zugestimmt.

Stimmen der Gemeinderäte

Markus Rist hielt den Tarif für die kurze Strecke von Überauchen nach Klengen für zu hoch. Er beantrage, beim Kreis einen extra Tarif für Kinder zu erbitten. Brita Krebs hielt es für ein falsches Signal vom Kreis, sich zurückzuziehen. Sie wünsche, dass im Kreistag nach einem Tarif für Kinder nachgefragt werde. Heike Stöckmeyer brachte die zukünftigen Ganztagsschüler ins Spiel, die würden zwar mit dem Bus zur Schule fahren, aber was sei nachmittags, wie würden sie dann nachhause kommen?

Detlef Pfundstein sah die Entscheidung des Kreises kritisch, er habe ein Problem damit, dass die Kosten auf die Gemeinde und die Eltern gedrückt werden.

Kreis beklagt Defizite im Haushalt

Bürgermeister Michael Schmitt betonte, es stehe nirgends geschrieben, dass alles umsonst sei, der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) sei nicht kostendeckend, auch der Kreis beklage Defizite im Haushalt. Es sei ihm bekannt, dass einige Kommunen nicht gewillt seien, sich an den Kosten zu beteiligen.

Albrecht Sieber grübelte, wie der große Linienbus den schmalen und steilen Arenberg hochfahren würde. Die Historie sei ja so, dass Überauchen immer eine Sonderstellung hatte, alle Institutionen wie Schule und Sportplätze würden in Klengen liegen, also müssten die Überauchener Geld in die Hand nehmen, wenn sie diese Institutionen nutzen wollen. Vor Jahren habe man in Überauchen zahlreiche Bushaltestellen gebaut, jetzt sei man wieder in der Zeit zurückgesetzt, dass diese Bushaltestellen nicht mehr genutzt werden.

Appell er an Ehre der Eltern

Michael Maier war sich bewusst, dass er sich unbeliebt mache, trotzdem wolle er von den Eltern wissen, wofür sie das Kindergeld verwenden. Jetzt, wo die Kassen der Gemeinde klamm seien, appelliere er an die Ehre der Eltern, die Kosten für den Bus selbst zu übernehmen: „Ich bin komplett gegen den Antrag der Eltern auf Bezuschussung der Kosten“, unterstrich er.