Nachruf Heinz Tappert: Um das Schiltacher Flößereiwesen verdient gemacht

Nach 100 Jahren fuhr 2001 erstmals wieder ein großes Gestörflöß auf der Kinzig. Mit dabei ist Heinz Tappert auf dem Vorplätz
Schiltacher FlößerAuf Initiative des damaligen Schiltacher Bürgermeisters, Peter Rottenburger, warb Heinz Tappert ab 1994 interessierte Männer an, um eine Flößergruppe zu gründen. Die jahrhundertealte Tradition der Flößerei in Schiltach sollte wieder aufleben.
Das notwendige Rüstzeug hatte Tappert als Mitglied bei den „Wolfacher Kinzigflößern“ erlernt und er wollte sein Fachwissen in Schiltach weitergeben. Viele Gespräche, Überzeugungsarbeit und Ausdauer waren notwendig um Gleichgesinnte zu finden und eine Flößergruppe zu bilden.
Unter der Leitung von Heinz Tappert fand am 27. Mai 1998 die Gründungsversammlung im historischen Gasthof „Zur alten Brücke“ statt, mit zunächst elf Flößerkameraden und einigen Flößerpaten aus dem Kreis der Wolfacher Kinzigflößer. Damit hatte Tappert sein erstes Etappenziel erreicht.
Sein großes technisches Verständnis und handwerkliches Geschick konnte Heinz Tappert dann beim Bau des ersten Gestörfloßes im Jahr 2000 auf dem Gründlebühl einbringen. Auch beim Bau des Wiedofens und dem Erlernen der alten Einbindetechniken und dem „Wieden drehen“ war seine Expertise stets gefragt.
Viele erfolgreiche Floßfahrten
Im Juni 2001 fuhr nach über 100 Jahren erstmals wieder ein großes Gestörfloß auf der Kinzig. Auf dem Vorplätz stehend, mit einer starken Flößerstange in der Hand, führte der Oberflößer das Floß sicher über den Gamber. Damit war der Anfang gemacht, Heinz Tappert hatte ein weiteres Etappenziel erreicht.
In den kommenden Jahren wurden noch viele erfolgreiche Floßfahrten durchgeführt. Unter seiner Führung wurden die Schiltacher Flößer im Juni 2000 Mitglied in der Deutschen Flößerei Vereinigung und im Jahr 2002 in Lieksa (Finnland) auch Mitglied der internationalen Flößerei Vereinigung. Bei der Flößerzeche im November 2005 wurde Heinz Tappert als Oberflößer feierlich verabschiedet und seine Verdienste für die Schiltacher Flößer gewürdigt.
„Wir sind sehr dankbar für das Fachwissen das er an uns weitergegeben hat, die schönen Stunden mit ihm, seine überwältigende Kameradschaft, und sein unermüdliches Engagement für seine Schiltacher Flößer.“, teilt Otto Schinle abschließend mit.