Im Oberweierer Wald wurden rund 30 Kilo Briefe entdeckt. Nun hat sich die DHL-Gruppe zu diesem Vorfall geäußert.
Der Fund von etlichen Briefen und Postwurfsendungen in einem Mülleimer im Friesenheimer Wald sorgt bei den Bürgern für große Verunsicherung. Auch bei unserer Redaktion meldeten sich einige Leser und erklärten, dass sie nach wie vor auf Briefe warteten, die bislang nicht in ihren Briefkästen gelandet sind.
Sicher liegen hin und wieder ganze Werbeprospekt-Packen in der Bushaltestelle oder an öffentlichen Ecken. Dass Briefe – Förster Christian Junele schätzte den an zwei Tagen gefundenen Müllsack auf 30 Kilo – im Oberweierer Wald entsorgt werden, hat jedoch eine Dimension erreicht, die bei den Menschen ein ungutes Gefühl hinterlässt.
Einige der gefundenen Briefe wurden von „Aushilfspostboten“ in die Briefkästen eingeworfen. Wer von dieser guten Tag betroffen war, wunderte sich vielleicht, dass die Post nachmittags oder zumindest zu einer eher ungewöhnliche Uhrzeit zugestellt wurde.
Oberweiers Ortsvorsteher appelliert an Bürger
Nicht nur Christian Junele, dessen Mitarbeiter die Post am Waldparkplatz in einem Müllsack gefunden hatten, ist vollkommen fassungslos. Oberweiers Ortsvorsteher Andreas Bix erklärt gegenüber unserer Redaktion: „Das ist schon ganz schön extrem.“ In Oberweier sei dies der erste Fall dieser Art. Bislang kamen aber keine Anfragen oder Beschwerden, dass Briefe nicht zugestellt worden seien. Außerdem erklärte Bix: „Der Einzelfall muss jetzt sicher bei der Post geprüft werden. Davon gehe ich aus. Aber wir müssen auch aufpassen, dass die Postzusteller nicht unter Generalverdacht geraten.“ Dennoch missbillige er den Vorfall zutiefst.
Die Deutsche Post wollte die Anfrage unserer Redaktion Anfang der Woche noch nicht beantworten – man müsse den Vorfall zunächst prüfen, bevor man darüber etwas sagen könne, hieß es. Fünf Tage später sollte dies der Fall sein: Die Pressestelle der DHL-Gruppe hat am Freitag unserer Zeitung in einer Stellungnahme zunächst versichert, dass „der zuständige Zustellstützpunkt betrieblich sehr stabil“ sei. Bei dem Vorfall im Oberweierer Wald handele es sich um das „individuelle Fehlverhalten eines Mitarbeitenden“.
DHL entschuldigt sich
Alle Sendungen würden gesichtet und den Kunden mit einem Begleitschreiben zugestellt. „Verluste sind bei uns die große Ausnahme und bewegen sich mit Blick auf die Zahl der täglich von uns beförderten Sendungen im kaum messbaren Bereich“, so die Pressestelle. Trotzdem, stellt DHL weiter klar, lassen sich in einem Massengeschäft Sendungsverluste nie vollständig vermeiden.
„Wir haben in unseren Betriebsstätten auch Strategien und Vorkehrungen zur Vermeidung beziehungsweise zur Aufklärung von Straftaten. Bei jeder Niederlassung sind mehrere Security-Mitarbeiter eingesetzt, die selbst Ermittlungen durchführen und eng mit den Polizeibehörden zusammenarbeiten“, so die Post.
Selbstverständlich bedauere die DHL-Gruppe den Vorfall in Oberweier: „Wir entschuldigen uns bei den betroffenen Kundinnen und Kunden. Unsere Mitarbeitenden sind in ihrer Gesamtheit ein Spiegelbild unserer Gesellschaft, Straftaten lassen sich, so ärgerlich sie für unsere Kunden – und auch für uns – sind, leider niemals vollständig ausschließen.“ Dennoch werde jeder Einzelfall sehr ernst genommen und nach Möglichkeit intern, wenn erforderlich auch mit der Hilfe der Sicherheitsbehörden lückenlos aufgeklärt. „Selbstverständlich werden wir alle notwendigen Konsequenzen ziehen“, so DHL. Nach Bekanntwerden solcher Vorwürfe würden sofort Maßnahmen eingeleitet, um die betroffenen Rückstände schnellstmöglich zuzustellen.
Beschwerde-Hotline
Bei Beschwerden gibt die DHL-Gruppe eine zentrale Kunden-Hotline (0228/4 33 31 12) an und versichert: „Wir nehmen jede einzelne Beschwerde unserer Kunden ernst und sind immer bereit, den konkreten Fällen nachzugehen.“