Ein Jugendtrainer aus einem Sulzer Ortsteil soll von Kindern pornografische Bilder verlangt haben. Jetzt gab es erneut eine Durchsuchung der Kriminalpolizei.
Werden die Dimensionen des Falls immer größer und größer? Das zumindest lassen die Entwicklungen in den vergangenen Monaten vermuten.
Im Mai war bekannt geworden, dass ein gegen einen Jugendtrainer im Fußballbezirk Nordschwarzwald ermittelt wird. Der Verein trennte sich umgehend von dem Beschuldigten, der selbst noch recht jung ist.
Er soll unter 14-Jährige Spieler aufgefordert haben, ihm Fotos mit Nacktaufnahmen zu schicken. Im Rahmen einer Durchsuchung wurden schon im Frühjahr Datenträger im Wohnhaus des Verdächtigen beschlagnahmt.
Wie unsere Redaktion im September berichtete, weitet sich der Fall im Laufe der Ermittlungen zunehmend aus. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass sich die Zahl der Betroffenen erhöht habe und von mehr als 20 Betroffenen ausgegangen werde.
Die Staatsanwaltschaft ermittle wegen sexuellen Missbrauch von Kindern ohne Körperkontakt und Vorbereitung des sexuellen Missbrauchs von Kindern.
Fahrzeuge der Kripo vor dem Wohnhaus
Am Donnerstag nun sind erneut zwei Zivilfahrzeuge der Kriminalpolizei vor dem Wohnhaus des Beschuldigten zu sehen. Von einem nahenden Abschluss der Ermittlungen ist also nicht auszugehen.
Auf erneute Nachfrage unserer Redaktion bestätigt Oberstaatsanwalt Markus Wagner, dass es in dem Ortsteil auf Antrag der Staatsanwaltschaft Rottweil am Donnerstag zu einer Durchsuchung gekommen sei. „Die Beamten der Kriminalpolizeidirektion Rottweil haben im Zuge dieser Maßnahme potenzielle Beweismittel beschlagnahmt. Die weiteren Ermittlungen dauern an.“
Wie viele Kinder sind betroffen?
Es geht also erneut um Beweismaterial, dessen Auswertung – sofern es sich wieder um Datenträger gehandelt hat – mehrere Monate lang dauern kann. Ob und inwieweit sich die Zahl der Betroffenen inzwischen erhöht hat, dazu macht Wagner keine Angaben. In Fußballerkreisen in und um den Sulzer Teilort heißt es, dass die Zahl der Opfer um ein Vielfaches höher sei. Auch zu Kindern aus anderen Vereinen habe der Beschuldigte Kontakt aufgenommen.
Auch die Frage, ob sich inzwischen womöglich doch ein Haftgrund gegen den Beschuldigten ergeben hat, lässt der Oberstaatsanwalt unbeantwortet. „Näheres zu gegebener Zeit.“