Die Sanierung der „Villa Buselmeier“ in der Hauptstraße 54 in Ichenheim ist nach neun Jahren fertig. Entstanden ist dort neben Ferienwohnungen und Büroräumen auch ein Museumsbereich.
Zwölf Jahre stand das Gebäude leer und ist nur 2010 einmal aus dem Dornröschenschlaf geweckt worden, als Scheinwerfer für die Dreharbeiten des Fernsehfilms „Carl und Bertha Benz“ den Hof erstrahlten. Jetzt sind auf dem Anwesen Wohnungen, Ferienwohnungen, Büroräume und ein Museumsbereich entstanden.
Investor Hans-Peter Restle hatte das Anwesen von der letzten Besitzerin Elke Balduf im Jahr 2015 erworben. Für die Sanierung habe er sich bewusst Zeit gelassen und rechnete damals mit fünf Jahren.
„Ein gutes Gefühl“ habe er, „stolz“ sei er, sagte Restle bei der Feier zur Fertigstellung mit den Neurieder Handwerkern, die ihn am längsten begleiteten. „Es war ein langer Weg“, fügte er hinzu. Die Handwerker seien dabei tragende Stützen gewesen, ihnen gelte ein besonderer Dank. Stets gemeinsam habe man mit einer Gruppe von Handwerkern die Etappen abgesprochen und ausgeführt.
Die Kooperation mit der Gemeinde Neuried sei ebenfalls sehr gut gewesen, so der Mannheimer Gerüstbauer. Nach dem Kauf 2015 habe er einen Vertrauensvorschuss von der Gemeinde bekommen.
Gefahrenbeseitigung dauerte von Mai 2015 bis Dezember 2016
Die Bürgermeisterstellvertreterin Ines Bühler und Ortschaftsrat Ralf Wollenbär überbrachten zur Einweihung der „Villa Buselmeier“ den Gruß der Neurieder Gemeinde. Bürgermeisterstellvertreterin Bühler ermutigte Restle, sich weiter in Neuried zu engagieren. „Wir haben noch viele schöne alte Anwesen“. Restle hat mittlerweile auch den alten Stierstall in der Adlerstraße in Ichenheim erworben, saniert und Wohnungen geschaffen.
Der Mannheimer Gerüstbauer erinnerte an den damaligen Zustand des Anwesens in der Hauptstraße, als er es erworben hat. „Das Haus befand sich teilweise in einem desolaten Zustand und war einsturzgefährdet“, so Restle. Die Vorbesitzerin sei zwei Jahre nicht mehr vor Ort gewesen. Das Wohnhaus sei jedoch bewohnbar gewesen. „Mit altertümlicher Technik zwar, aber bewohnbar“, so Restle. Das Bett noch überzogen, die Küche eingerichtet mit Geschirr und Besteck.
Er fand das Anwesen von Anfang an gut und spürte eine „emotionale Bindung“, so der Investor. Dass es alt und verfallen war, habe den Mannheimer Unternehmer nicht erschreckt. Es war klar, dass alles einmal neu gemacht werden müsse – „ohne Kompromisse.“ Auch wenn ein paar Meter Abwasserleitung noch in Ordnung waren, stand für den Investor fest: „einmal alles neu.“
Nachdem er die Bauphase baulich, finanziell und zeitlich – zehn statt zunächst angedachter fünf Jahre – heruntergebrochen hatte, war der erste Schritt die Einrichtung eines Werkstattbüros und die Sicherung der einsturzgefährdeten Teile. Die Gefahrenbeseitigung dauerte von Mai 2015 bis Dezember 2016. In dieser Zeit wurde das Gebäude eingerüstet, das Dach saniert und die Giebelwand zur Hauptstraße hin erneuert.
Der nun fertiggestellte dreiseitige Hof bewahre als „Villa Buselmeier“ – nach der Stiftungsgründerin Hedwig Buselmeier benannt – viel von der Kultur des Rieds und mache sie den Feriengästen auf dem gesamten Areal greifbar. Im eingerichteten Museum wird mit landwirtschaftlichen Geräten und Werkzeugen gezeigt, wie früher gearbeitet wurde.
Gastfreundschaft
Weihnachten 2016 erlebte Restle dann Neurieder Gastfreundschaft. Der damalige Bürgermeister Jochen Fischer kam mit seiner Frau Heike und selbst gebackener Linzertorte auf den Hof. Restle erwähnte bei der Feier auch seinen Mieter der ersten Stunde in neu geschaffenen Büroräumen: Florian Seibold und seine Firma „querdenker engineering“.