Nach Knatsch mit der Stadt hatte der Investor angekündigt, nie mehr in Lahr bauen zu wollen. Nun kam er doch noch einmal zurück – um Info-Stelen am Altenberg zu enthüllen.
Der Elefant im Raum – vor der Enthüllung der ersten Stele – war die Tatsache, dass Birk im Frühjahr angekündigt hatte, in Lahr nicht mehr investieren zu wollen. Und das, nachdem die von ihm geführte Deutsche Bauwert in Lahr seit 2009 insgesamt 843 Wohnungen mit 63 000 Quadratmetern Wohnfläche errichtet hatte, sei es am Altenberg, Langenhard, Hohbergsee oder im Kanadaring. Zuletzt hatte das Unternehmen mit Sitz in Baden-Baden im vergangenen Jahr 160 Wohnungen beim Stadtpark bezugsfertig gestellt.
Zum Bruch mit der Stadtverwaltung kam es in diesem Frühjahr, weil Birks jüngstes Lahrer Bauprojekt auf dem Singler-Areal seit geraumer Zeit gestockt hatte. Die Deutsche Bauwert hatte es im Mai 2022 mit der Absicht gekauft, das frühere Möbelhaus Singler abzureißen und dort 118 Wohnungen zu errichten. Doch von der Stadt seien danach immer neue Wünsche gekommen, das Bauvorhaben zu reduzieren – „weniger Geschosse, weniger Wohnfläche“, so Birk in einem Gespräch mit unserer Redaktion im März.
Im Herbst 2024 habe er von Baubürgermeister Tilman Petters dann erfahren, dass aus Sicht der Stadt ein Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan erst 2027 möglich sei, da das Projekt verwaltungsintern nur auf Prioritätenstufe 3 angesiedelt sei.
Danach hat Birk sich nicht nur von dem Projekt auf dem Singler-Areal verabschiedet – er werde künftig gar nicht mehr in Lahr bauen, betonte er gegenüber unserer Redaktion. Die Zusammenarbeit mit der Verwaltung sei einst gut gewesen, aber seit einiger Zeit empfinde er das anders.
Bei der Eröffnung der Stelen am Donnerstagvormittag war Petters nun nicht dabei, die Lahrer Verwaltung war durch OB Markus Ibert vertreten. Von dem Zerwürfnis zwischen Birk und der Stadt war bei dem Termin nichts zu spüren, man ging eher versöhnlich miteinander um.
Laut Birk gibt es drei ernsthafte Interessenten für das Singler-Areal
Bei einem Hintergrundgespräch wurde Birk jetzt gefragt, wie es um das Singler-Areal steht, das immer noch der Bauwert gehört. Er erinnerte zuerst daran, dass in Fall des Möbelhauses „alle Ideen grandios gescheitert“ seien. „Daher war irgendwann Schluss.“ Er bedauere, dass es seine Konzeptionen für das Areal es nie bis in den Lahrer Gemeinderat geschafft hätten.
Zurückzunehmen habe er nichts. „Ich stehe zu dem, was ich gesagt habe.“ Für das Gelände habe er Kaufinteressenten an der Hand, es gebe „drei heiße Kandidaten“, unterschrieben sei aber noch nichts. Sollte es keinen Investor geben, würde die Bauwert sich Gedanken machen, was mit dem großen Gebäude und dem Gelände geschehen könne, so Birk.
Das Neubaugebiet Altenberg Park mit den markanten Wohngebäuden zwischen dem weißen Thaederhaus und dem Sandsteingebäude Schauenburg-Haus ist indes fertig erschlossen, sagte Birk. Lediglich unterhalb der Mehrfamilienhäuser würden private Investoren noch bauen.
Die Stelen, vier an der Zahl – an der Zufahrt zu den Neubauten, an den beiden historischen Gebäuden und an einer Treppe zwischen den verschiedenen Ebenen in der Steillage – waren ein Versprechen der Bauwert gegenüber der Bürgerinitiative vor vier Jahren. Seit Bekanntwerden der Pläne rund um das Ex-Reichswaisenhaus vor zehn Jahren hatten sich rund 100 Anwohner gegen das Vorhaben formiert.
Nach dem Scheitern eines von der BI initiierten Bürgerentscheides im Jahr 2017 gab es 2021 die Vereinbarung, dass der Investor diese Stelen aufstellen werde. Am Donnerstag stellte Birk diese Stelen vor. Mit dabei war neben Ibert auch Jörg Uffelmann vom Vorstand der Bürgerstiftung Reichswaisenhaus und Frank Himmelsbach, einer der Initiatoren der BI.
Uffelmann erinnerte an den Verfall der zwei denkmalgeschützten Gebäude mit dem Hinweis, dass das jetzt eben Geschichte sei. Ibert dachte an engagierte und kontroverse Diskussionen zwischen dem Investor und den Mitgliedern der BI. So wie das Wohngebiet heute aussehe, sei es das Ergebnis vieler Meinungen und daher ein guter Kompromiss. Himmelsbach ergänzte, dass die mittlerweile aufgelöste BI zur Stadtentwicklung beigetragen habe. Das Engagement aller Mitglieder der BI bezeichnete er im Rückblick als positiv.