Der Betrieb im neuen Krankenhaus in Calw ist angelaufen, der Altbau steht leer. Nun soll hier ein neues Wohnquartier entstehen. Ein erster Termin steht im Raum.
Seit dem 18. April hat Calw ein neues Krankenhaus. Und einen neuen Leerstand, wenn man so will. Mit Betriebsbeginn im Neubau im Stammheimer Feld verwandelte sich der Altbau in der Eduard-Conz-Straße in ein Geisterhaus.
Allzu lange dürfte das aber nicht der Fall sein. Die Stadt Calw hat bereits seit längerem Pläne für das Areal. Und die werden jetzt konkret.
Kaufpreis von 9.050.000 Euro
„Das Grundstück gehört uns noch nicht – aber es ist absehbar“, erklärte Calws Oberbürgermeister Florian Kling jüngst im Bauausschuss. Bereits vor einigen Monaten hatte sich die Stadt mit dem Kreis Calw, dem Besitzer des Areals, auf einen Kaufpreis von 9.050.000 Euro geeinigt.
Derzeit werde noch der Kaufvertrag mit dem Landratsamt abgestimmt. Die Eigentumsübergabe sei für den 30. Juni geplant.
Mittelfristig soll unter anderem das alte Krankenhaus abgerissen werden, um Platz für neue Bauflächen, Freiräume und ein modernes Wohnquartier zu schaffen.
Bis es so weit ist, gibt es aber noch einiges zu tun: den Abriss selbst etwa und die Erschließung des Gebiets mit den notwendigen Straßen und Leitungen für Wasser, Abwasser oder Strom. Und das wird einiges kosten. Allein die Abrisskosten schätzte Kling vor einigen Monaten auf bis zu sieben Millionen Euro.
Damit die Stadt sich das leisten kann, ist sie auf Fördermittel angewiesen. Im Februar gab der Oberbürgermeister dazu bekannt, dass das alte Krankenhaus-Areal in das Städtebauförderprogramm des Landes Baden-Württemberg aufgenommen wurde. Ende März traf der Förderbescheid ein.
Zunächst geht es dabei um einen Förderrahmen von 5.333.333 Euro, von dem 3,2 Millionen Euro (60 Prozent) aus Finanzhilfen von Bund und Land stammen. 2.133.333,00 Euro (40 Prozent) muss die Stadt selbst schultern.
Damit diese Förderung fließen kann, muss Calw jedoch zunächst ein Sanierungsgebiet ausweisen – also ein genau definiertes Areal, in dem innerhalb eines Zeitraums von mehreren Jahren eine ganze Reihe städtebaulicher Sanierungen umgesetzt werden.
Bevor wiederum ein solches Sanierungsgebiet ausgewiesen werden kann, sind sogenannte vorbereitende Untersuchungen vorgeschrieben. Mit Letzteren muss etwa nachgewiesen werden, dass die Sanierung notwendig ist und welche Ziele die Stadt damit verfolgt.
Das etwa 8,5 Hektar umfassende Gebiet der vorbereitenden Untersuchungen wird dabei vom Krankenhaus bis zur Stuttgarter Straße reichen (und teils darüber hinaus) und somit deutlich größer sein als das rund 4,2 Hektar große Krankenhaus-Areal.
„Das sind alles Dinge, die sehr viel Geld kosten“
Entscheidend ist jedoch, was am Ende alles zum Sanierungsgebiet zählt – und das könnte dann wieder auf ein kleineres Gebiet begrenzt werden. Wichtig ist das deshalb, weil innerhalb eines Sanierungsgebiets im Grunde auch sanierungswillige private Eigentümer von den Fördermitteln profitieren können.
Kling schränkte jedoch ein: Vorrangiges Ziel des Ganzen sei es, das Gelände des alten Krankenhauses unter anderem durch dessen Abriss nutzbar zu machen. „Das sind alles Dinge, die sehr viel Geld kosten“ – und die Mittel seien begrenzt, erklärte er. Private Eigentümer sollten sich insofern nicht zu viele Hoffnungen auf Zuschüsse machen.
Der Förderzeitraum läuft voraussichtlich bis zum Jahr 2035. Bis dahin kann die Stadt Calw jährlich weitere Fördermittel beim Land beantragen.
Zunächst sind jedoch die vorbereitenden Untersuchungen in den Monaten Juli und August geplant. Im September soll der Gemeinderat dann die Satzung für das Sanierungsgebiet beschließen. Ab Herbst 2026 könnte die eigentliche Sanierung beginnen. Ab dann dürfte – theoretisch zumindest – auch die Abrissbirne anrücken. Und das alte Krankenhaus einem neuen Wohngebiet weichen.