Die Gartenschau in Freudenstadt und Baiersbronn war ein voller Erfolg. Wie es nun weitergeht, haben die Beteiligten und die Ehrenamtlichen erörtert.
Nein, es wird keine zweite Gartenschau und auch keine Gartenschau 2.0 geben. Davon ist Cornelia Möhrlen, Geschäftsführerin der Gartenschau gGmbH, überzeugt.
Aber das Tal X – mittlerweile selbst zur Marke geworden – bleibt weiterhin als „Erlebnisraum“ bestehen. Und soll so den Tourismus der Region beflügeln.
Das ist die erklärte Absicht von Ratsgremien und Michael Ruf, Bürgermeister in Baiersbronn, und Oberbürgermeister Adrian Sonder aus Freudenstadt. Sehr zur Freude von vielen hundert ehrenamtlichen Helfern. Und sicherlich der Bürger der Gemeinden.
Viele Ehrenamtliche wollen weitermachen
Die 143 Gartenschautage waren ein Erfolg. In Akzeptanz, Stimmung, Ausstrahlung, Unterhaltung, Werbung und Gewinn für den heimischen Raum. Aber auch wirtschaftlich.
Wesentlichen Anteil daran haben die 1100 ehrenamtlichen Helfer bei der Gartenschau – wegen ihrer gelben Trikots bald „gelbe Engel“ genannt. Viele von ihnen haben immer noch nicht genug. Kürzlich waren alle zu einem Treffen nach Gartenschauschluss ins Freudenstädter Kongresszentrum geladen.
Die Verantwortlichen wollten erfahren, wie es um die Bereitschaft der Ehrenamtlichen steht, sich gemeinsam weiter einzubringen. Die Antwort darauf fiel mehr als deutlich aus. „Etwa 350 bis 400 Helferinnen und Helfer waren gekommen. Es war eine ganz besondere Wiedersehens-Stimmung des Zusammenhalts, der Spirit der Gartenschau war sofort wieder da“, schwärmt die Gartenschau-Geschäftsführerin, Cornelia Möhrlen.
Den Helfern wurde ein noch grob gestricktes Konzept vorgelegt, wie es weiter gehen könnte im Tal X. Dem Konzept hatten bereits im September die Gemeinderäte beider Gemeinden im Grundsatz zugestimmt. Es stützt sich auch auf die Bereitschaft der Freiwilligen.
Feste Ansprechpartner für bestimmte Bereiche
Wie das funktionieren soll? Ehrenamtliche sollen für bestimmte Bereiche im Christophstal und Friedrichstal eine Patenschaft übernehmen, mit festen Ansprechpartnern. Zum Beispiel für die Kugelbahn, den Kräuterwürfel oder den Weinberg. Oder die Kulturdenkmale wie Platzmeisterhaus, Schmiedemuseum, die Münze oder die Grube Dorothea.
Ein weiterer Punkt sind künftige Veranstaltungen wie Stammtische, Zusammenkünfte, Ausflüge und Revivals. „Das alles soll für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben, mit dem Ziel, das Tal X in den Köpfen von Einheimischen und Gästen zu behalten. Dazu zählen weiterhin Führungen auch mit neuen Routen, und auch die Radtaxis bleiben“, so Möhrlen weiter.
Fast 300 Helfer wollen weitermachen
Die Bereitschaft der Ehrenamtlichen zum Mitmachen ist groß. Bislang haben fast 300 Helfer ihr Interesse bekundet. Zusammen mit den Freiwilligen werden jetzt Ideen entwickelt.
Ob das alles unter dem Dach einer Gartenschau gGmbH geschehen soll, steht laut Möhrlen derzeit noch aus. Dies sei zwar Wunsch und Wille von Stadt und Gemeinde, müsse aber letztlich steuerlich und gesellschaftsrechtlich beurteilt werden.
Das Dienstverhältnis der meisten Gartenschaumitarbeiter endet zum Jahreswechsel. Die Geschäftsführerin und zwei Mitarbeiterinnen wickeln bis ins Frühjahr 2026 die Abverkäufe ab und bereiten den Jahresabschluss vor. Möhrlen wird die Entwicklung im Erlebnisraum „Tal X“ begleiten.
Budget nicht ausgeschöpft
Genaue Zahlen
will Cornelia Möhrlen nicht nennen, da die Gartenschau gGmbH noch mitten in der Endabrechnung steckt. Aber eines sei schon mal sicher: Das finanzielle Budget, das Baiersbronn und Freudenstadt vorgegeben hatten, sei nicht ausgereizt worden. „Wir haben wirtschaftlich gearbeitet und die Kostenseite nie aus den Augen verloren. Das begann bei der Ausschreibung der Arbeiten und zieht sich hin bis zu den Erträgen aus der Gastronomie“, so Möhrlen. Auch die Zahl und die finanzielle Unterstützung der Sponsoren habe alle freudig überrascht. „Vor allem aber die 485 000 Besucher und die guten Ticketverkäufe tragen zu diesem Ergebnis bei“, erklärt sie weiter.