Nach der mutmaßlichen Brandstiftung in Gechingen steht ein 13-Jähriger unter Verdacht, weitere Brände gelegt zu haben. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft auch gegen die Mutter.
Die Ermittlungen sind längst abgeschlossen, der Fall liegt bei der Staatsanwaltschaft. Dennoch wirft die mutmaßliche Brandstiftung am 27. September in Gechingen weiter Fragen auf.
In dieser Nacht, nach 3 Uhr, hatte der mutmaßliche Täter einen Brandsatz durch den Briefkastenschlitz in der Tür eines Wohnhauses geworfen. Glücklicherweise hörte einer der Bewohner Geräusche und bemerkte das Feuer. Er weckte eine weitere Bewohnerin auf und verhinderte so Schlimmeres. Dennoch kamen beide verletzt ins Krankenhaus. Den Sachschaden schätzte die Polizei auf 15 000 Euro.
Schnell stand fest: Es handelte sich um Brandstiftung
Von Anfang an sah es nach einer Vorsatztat aus, wie die Polizei berichtete. Sie ermittelte schnell einen Tatverdächtigen: ein Kind. Genauer einen zum Tatzeitpunkt 13 Jahre alten Jungen, der, so teilt die Staatsanwaltschaft Stuttgart mit, aus einer Gemeinde im Landkreis Böblingen stammt – ein Nachbarort Gechingens. „Das Kind befindet sich aktuell in einer Einrichtung und wird betreut“, hatten Polizei und Staatsanwaltschaft am 8. Oktober mitgeteilt.
Nach Abschluss der Ermittlungen ging der Fall zunächst an die Staatsanwaltschaft Tübingen. Wegen des Wohnorts des Tatverdächtigen ist inzwischen aber die Stuttgarter Behörde zuständig.
Der 13-Jährige kann nicht strafrechtlich verfolgt werden
Eines ist schon jetzt klar: Der Junge ist „aufgrund seines Alters strafunmündig, weswegen er strafrechtlich nicht verfolgt werden kann“, erklärt Stefanie Ruben, Erste Staatsanwältin und Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Stuttgart. In Deutschland ist dies laut Gesetz erst ab einem Alter von 14 Jahren der Fall.
„Gegen die Mutter des Kindes wird ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht geführt“, teilt Ruben weiter mit. Insoweit seien die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen.
Hat der Junge mehrere Brände gelegt?
Darüber hinaus lässt etwas Weiteres in ihrer Antwort aufhorchen: „Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand kommt ein 13-Jähriger als Verursacher mehrerer Brände im Jahr 2025 im Bereich [...] (hier nennt die Staatsanwältin den Wohnort, Anm. d. Red. ) und Gechingen in Betracht.“ Das heißt, auf das Konto des Jungen gehen offenbar weitere, ähnliche Taten.
So war es im März 2025 zu fünf Brandstiftungen in dem Nachbarort gekommen, bei denen sich der Verdacht ebenfalls gegen das Kind richtete. In zwei Fällen wurden brennende Gegenstände durch Briefkastenschlitze geworfen.
Offenbar ist der Junge mittlerweile wieder zu Hause. Entsprechend groß ist die Sorge im Ort.