Das Publikum ist von der böhmisch-mährischen Volksmusik begeistert. Foto: Herzog

Der Auftakt beim viertägigen Jubiläumsfest zum 150-jährigen Bestehen verlief für den Musikverein Schenkenzell recht erfolgreich.

Am Montag klingen die Feierlichkeiten beim Handwerkernachmittag nochmals mit Musik aus. Auch wenn am Freitag die Festgäste durch die fast schon herbstlichen Temperaturen nicht ins Schwitzen kamen, so heizte DJ Carsten Nelke mit Party- und Ballermann-Hits ordentlich ein. Auch der rasante Auftritt der Showtanzgruppe „Impression“ sorgte für gute Unterhaltung mit Augenschmaus.

 

Beim offiziellen Festauftakt am Samstag mit dem Fassanstich zeigte sich Bürgermeister und Schirmherr Bernd Heinzelmann handwerklich in Bestform. Wohl beflügelt von seiner Wiederkandidatur als Rathauschef brauchte er nur vier Schläge, bis er das erste Jubiläumsfest als Bürgerder Gerstensaft vom Bierfasshahn in die bereitgestellten Krüge floss und auf das Fest gemeinsam angestoßen wurde.

Gut gefülltes Zelt

Danach kamen die Freunde der böhmisch-mährischen Volksmusik für mehrere Stunden in den Genuss. Die zehnköpfige Musikgruppe „Polka satt“ aus der Ortenau brannte ein Feuerwerk der guten Laune ab. Sie schickten die begeisterten Zuhörer, die das 650 Personen fassende Zelt bereits gut gefüllt hatten, vom Heilig-Garten-Gelände „auf die Vogelwiese zum Franz“ der Egerländer Musikanten und ließen sie von „Böhmen träumen“. Von da, wo bekanntlich „die Musik herkommt“.

Nachdem die Ortenauer durch mehrere Zugaben mit tosendem Applaus von den Besuchern verabschiedet wurden, räumten sie die Bühne für die Volksmusik-Topformation „Viera Blech“ aus Österreich. Vorab dankte Musikverein-Geschäftsführer Michael Doll den Tiroler Vollblutmusikern, dass sie selbst in der Schwarzwälder Provinz auftreten, obwohl sie sonst auf den Bühnen der Welt unterwegs seien.

Doll kündigte eine frische und freche Art von böhmischer Volksmusik an, bei der Tradition auf Moderne trifft und umgekehrt. Damit hatte der Vereinsvorstand nicht zu viel versprochen.

Traditionelle Blasmusik

Die 2004 ursprünglich als Quartett gegründete Band, die seit längerem auf sieben Protagonisten angewachsen ist, servierte traditionelle Blasmusik der absoluten Spitzenklasse, gemixt mit Welthits aus Pop, Rock und Blues. Das alles verband sie mit einer tollen Bühnenshow und durch einige Eigenkompositionen und Arrangements erhielt das Konzert zudem einen einzigartigen Stil mit kontrastreichem Repertoire. Auf die Eigenpolka „Blütenstaub“ folgte Robbie Williams „Let mit entertain you“.

Und dem „Marsch der Galaxien“ hielt Elvis Presley sein „Always on my mind“ entgegen. In die Titelmelodie der amerikanischen Fantasy-Komödie „Ghostbusters“ mischte sich auch ohne Nebelmaschine ein Hauch von Mystik und Grusel. Mit „Mein Tiroler Land“ huldigte das Septett ihre Heimat mit einer Hommage, bei der das Publikum wiederum mitklatschte und mitsang. Immer wieder sorgten instrumentale Solis für das Tüpfelchen auf dem „I“, für die es Szenenapplaus gab. Als gewiefter und witziger Moderator erwies sich Bandleader und Schlagzeuger Martin Scharnagl.

Ausklang am Montag

Am Montag geht das Jubiläumsfest zu Ende. Ab 16 Uhr wird zum Handwerkervesper eingeladen, wozu die gemeinsame Jugendkapelle von Schiltach und Schenkenzell unterhält. Zum Festausklang spielt die Partyband und Oberkrainer-Formation „Schwarzwald-Quintett“ aus Simonswald.