Paula Barembuem und das Bakanic’s Trio Infernal überraschten die Zuhörer bei Jazz im Bürgerhaus. Foto: Maria Kosowska-Nemeth

Das jüngste Konzert aus der Reihe Jazz im Bürgerhaus hatte es dem Altensteiger Publikum mächtig angetan.

Einen besonderen Abend voller Musik, Lebensfreude und menschlicher Wärme boten die Sängerin Paula Barembuem und das Bakanic’s Trio Infernal mit Christian Bakanic (Akkordeon), Christian Wendt (Kontrabass) und Jörg Haberl (Schlagzeug, Begleitgesang) dem Altensteiger Publikum bei Jazz im Bürgerhaus. Von Anfang an verzauberten sie die Zuhörer mit ihrer Kunst, die den traditionellen Tango Argentino in mehrere faszinierende wie unkonventionelle Wunderwerke zu verwandeln vermochte.

 

Leidenschaftliche Vorliebe

Die Frontfrau schloss ihr Gesangsstudium in Buenos Aires ab und arbeitet seit dem Jahr 2001 als Sängerin, Komponistin, Stimmbildnerin und Chorleiterin in Wien. Auf ihrem künstlerischen Weg begegnete sie den hochkarätigen und preisgekrönten Instrumentalisten von Bakanic’s Trio Infernal aus Österreich, die ihre leidenschaftliche Vorliebe für den Tango nachvollziehen und mit neuen, schier widersprüchlichen Elementen verzieren.

In Altensteig stellte die Gruppe etliche Songs aus ihrer ersten gemeinsamen CD „Sueñera“ (der Träumer) vor. Mehrere gelungene Varianten des Tangos, seine Mariagen mit Wiener Walzer, obendrein Echos der Pariser Boulevards, Spuren von Rock oder rasante, für westliche Ohren schwer zugängliche Rhythmen aus dem Balkan versetzten die Zuhörer in Erstaunen und zogen spontane Applaus-Ausbrüche nach sich.

Reihe Palette der Stimmungen

Es gab nichts Gekünsteltes an den niveauvollen Darstellungen. Ohne sich aufzuplustern oder sich dem Publikum einschmeicheln zu wollen, entfaltete Paula Barembuem eine reiche Palette der Stimmungen mit ihrer offenen wie biegsamen Stimme, wobei die künstlerische Glaubwürdigkeit der Sängerin durch ihre liebreizende Bühnenpräsenz einen letzten Schliff bekam.

Die gleichsam feinfühligen Instrumentalisten begleiteten sie höchst professionell und fügten eine Fülle eigener Virtuosität, Leidenschaft und Einfallsreichtum in die subtilen Jazz-Solo-Paraden ein.

Genüsslich kosteten die Zuhörer den Abend aus und applaudierten so lange nach dem letzten Programmpunkt, bis die Gäste aus Wien den zeitlosen Tango „El Choclo“ drauflegten. Erst nach der zweiten Zugabe, bei anhaltendem Beifall durften sich die Musiker von den dankbaren Zuhörern verabschieden.