Monatelang probten die Kinder für ihren großes Musical-Auftritt. Unsere Redaktion war bei der Generalprobe dabei und ist begeistert.
Der kleine grüne Drache Tabaluga ist ein Kinderklassiker. Erfunden wurde die Figur vom Rocksänger Peter Maffay, seinem Textautor Gregor Rottschalk und Kinderliedermacher Rolf Zuckowski.
Mittlerweile gibt es sieben Konzeptalben, doch besonders die Originalgeschichte von 1983, „Tabaluga oder die Reise zur Vernunft“, ist bis heute unvergessen und begeistert Generationen von Kindern und Erwachsenen gleichermaßen.
Die Tannenkircher Grundschule hat die Geschichte nun für ein Schülermusical adaptiert.
Unsere Redaktion war bei der Generalprobe dabei und ist sich sicher: Es kann kaum noch etwas schiefgehen. Denn nicht einmal technische Pannen können die jungen Sängerinnen und Sänger aus der Fassung bringen. Selbst ein falsch eingestöpseltes Mikrofon bringt die Kinder nicht aus dem Konzept.
Kaulquappen, Delfine, Ameisen – alle in superoriginellen Outfits
Was auf der Bühne der Turnhalle geboten wird, ist imposant: Rund 100 Grundschüler stehen dort, originell und superbunt verkleidet, und spielen sich souverän und mit voller Begeisterung durch ein einstündiges Musicalstück – ohne Abbruch oder merkbare Aussetzer.
Pünktlich zur Premiere sitzt jeder Ton. Dabei war der Weg dorthin alles andere als unbeschwerlich. Monatelang wurde Dekoration gebastelt, wurden Kostüme genäht und Requisiten vorbereitet. Dazu proben die Kinder seit Jahresbeginn, zuletzt sogar dreimal pro Woche.
Vor drei Jahren gab es bereits „Cats“
„Vor drei Jahren führte die Grundschule bereits das Musical „Cats“ auf. Auch wenn die Tannenkircher Kinder durch viele Auftritte längst Konzerterfahrung haben, sei ein solches Großprojekt noch einmal eine ganz andere Hausnummer, erzählt Schulleiterin Petra Vollmer.
Das Drehbuch hat sie selbst auf Grundlage der Originalgeschichte eigens für ihre Schule umgeschrieben. Jede Klassenlehrerin war dabei für ein oder zwei Stücke samt Choreografie verantwortlich. Der Fortschritt kam zwar stetig, doch ob es am Ende wirklich reichen würde, da seien sie sich zwischenzeitlich nicht immer ganz sicher gewesen, erzählen die Lehrerinnen. „Aber es hat sich alles Stück für Stück gefügt“, sagt Nicole van Ingen.“ Und die Schulleiterin ergänzt: „Als die Kinder vorhin in die Halle einmarschiert sind, da kamen mir fast die Tränen.“
Zur Geschichte: Der kleine Tabaluga wird von seinem Vater auf die Reise geschickt – mit dem Ziel, erwachsen und vernünftig zu werden. Unterwegs begegnet er vielen unterschiedlichen Gestalten und versteht immer mehr, dass Vernunft und Erwachsensein nicht immer erstrebenswert sind. Schließlich trifft er auf die alte Schildkröte Nessaja. Ihr Lied über den Wunsch, niemals erwachsen zu werden, ist das bekannteste der Geschichte und zugleich der emotionale Höhepunkt des Musicals.
Die meisten Stücke kommen vom Band – die Kinder singen über die Instrumentalversionen. Beim „Mondtanz“, dem Tabaluga-Lied oder eben beim Song der Schildkröte Nessaja ist dagegen alles live: Die Kinder spielen auf Klangsteinen und auf der Querflöte, dazu spielt Petra Vollmer Gitarre.
Nicht nur ein Tabaluga – sondern zwei
Eine Besonderheit der Aufführung: Es gibt nicht nur einen Tabaluga, sondern gleich zwei. Weil es zwei Anwärterinnen auf die Hauptrolle gab und der Sprechumfang enorm groß ist, entschieden sich die Kinder dafür, die Rolle abwechselnd zu spielen. Nur beim Finale stehen beide gemeinsam auf der Bühne – ein Tabaluga mit rotem, einer mit gelbem Kamm. Ob sie aufgeregt seien? „Und wie“, sagen die beiden Tabalugas. Aber es sei eine gute Aufregung, meinen sie. Was soll denn auch schiefgehen?
Die Vorstellungen sind am Mittwochabend, 6. Mai, am Donnerstag, 7. Mai, ab 18 Uhr und am Freitagmorgen, 9. Mai, ab 9 Uhr. Für die letzte Vorstellung am Mittwoch, 13. Mai, ab 18 Uhr, gibt es noch Karten. Eine Anmeldung unter Telefon 07626/73 63 ist erforderlich (notfalls auf den Anrufbeantworter sprechen). Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.