Im Auberlehaus nachts mal die Schulbank drücken? Das war jetzt für Groß und Klein möglich – und dann schaute auch noch der Nikolaus vorbei. Foto: Ingrid Kohler

Mit Taschenlampen durch die Ausstellungen ziehen und erfahren wie es früher einmal war – das gab’s im Museum Auberlehaus Trossingen zu erleben.

Fünf Stunden lang strömten Groß und Klein ins Auberlehaus, um mit Taschenlampen und Handys durch das Museum zu ziehen und dabei völlig neue Perspektiven in den verschiedenen Ausstellungen zu entdecken.

 

Es wuselte in allen Etagen nur so von Erwachsenen und vor allem von vielen Kindern. Und alle waren sie begeistert von der tollen Idee der Museumsnacht, die inzwischen nicht mehr aus dem Jahreskalender des Hauses wegzudenken ist.

Wie schon im letzten Jahr waren es an diesem Abend wieder rund 300 Besucher. „Davon waren schon etwa 100 in den ersten zehn Minuten da“, freute sich Museumsleiter Volker Neipp.

Bereits direkt nach dem Eingangsbereich wurden die Besucher zu einer Reise ins Erzgebirge empfangen in der aktuellen Sonderausstellung mit rund 350 Nussknackern aus aller Welt. „Da ist sogar eine Nussknackerin, die meinen Namen hat“ freute sich ein Mädchen namens Clara über ein Exponat, das der Nussknackersuite gewidmet war – ein Nussknacker-Mädchen mit rosafarbenem Kleid.

Nussknacker noch bis Lichtmess

Die Sonderausstellung „Der Nussknacker, ein Symbol und Glücksbringer“ ist noch bis 2. Februar zu sehen – „Maria Lichtmess, der Tag, an dem Weihnachten endet“, erläutert der Museumsleiter. Vor allem für Kinder spannend waren die erzgebirgischen Reifentiere und Weihnachtsmotive, die sie selbst von den Reifen „abstechen“ durften.

Völlig im Dunkeln und nur mit eigenen Lampen zu erkunden war die Saurierausstellung, wo manch ein kleineres Kind sich doch erschrocken zeigte. Wann hat man schon die Möglichkeit, in der Dunkelheit Auge in Auge mit T-Rex zu sein?

Wildschweine und Wolf

Gruselig war es für manche auch in der dunklen Afrika-Ausstellung sowie im dunklen heimischen Wald zwischen Wildschweinen und einem „heulenden“ Wolf. In der bäuerlichen Wohnung schwebte ein kleiner Christbaum mit Äpfeln und Kerzen von der Decke herunter. „Daher kommt der Ausdruck ’Unter dem Christbaum feiern’“, so die Erklärung von Stefanie Witte, die stilgerecht als Hipperin in Sonntagstracht die Frage, warum denn der Adventskranz auf dem Tisch 25 Kerzen habe, so beantwortete: „Es sind vier rote Kerzen für die Sonntage und weil in diesem Jahr der erste Advent auf den 30. November fiel, sind es 21 weiße für die Wochentage“, ganz so wie es im früher rein evangelischen Trossingen der Brauch gewesen ist.

Ein weiterer Anziehungsmagnet war das kostbare Faksimile mit dem Evangeliar von Heinrich dem Löwen, das Ute Wottrich mit weißen Handschuhen präsentierte. „Es soll angeblich das schönste Buch des Mittelalters gewesen sein“, betonte Volker Neipp, „und es galt lang Zeit als das teuerste Buch der Welt – leider haben wir hier nicht das Original.“

Auberle-Singer in neuer Formation

Direkt neben dem Buch konnte die provenzalische Krippe mit den inzwischen mehr als 90 Santons bewundert werden. Im Stundentakt präsentierten sich die Auberle-Singer mit Nadja und Renate Neipp, Marianne Schneider und Frieder Witte und den Neuzugängen Stefanie Witte und Bernd Witterriede. Sie stimmten mit alten Advents- und Weihnachtsliedern, erstmals in Begleitung von Gérard Deleye am Akkordeon , auf das bevorstehende Weihnachtsfest ein.

Als im Schulklassenzimmer dann noch ein Nikolaus erschien, der die Kinder aus einem ebenso historischen Weidenkorb mit Deckel mit Süßigkeiten beschenkte, bekam er sogar ein französisches Ständchen „Petit Papa Noel“. Da gefiel vor allem auch dem Besuch, der eigens aus Frankreich angereist war: Die Vorsitzende des Cluses-Komitees, Muriel Maubek aus der Partnerstadt Cluses, war nach Trossingen gekommen, um Stollen und weitere Trossinger Spezialitäten zum Verkauf auf dem Weihnachtsmarkt in Cluses zu holen.

Neu in diesem Jahr

Lounge als Premiere
Ganz neu in diesem Jahr war die „Christmas-Lounge“ im Obergeschoss, wo gerade das Fotoatelier neu aufgebaut wird.

Jazz als Kontrastprogramm
Hier er war mit Thomas Duttenhöfner am Piano und Angela Castellani mit ihrer reizenden Stimme die Hochschule Trossingen vertreten. Beide servierten mit „Weihnachtsjazz“ das musikalische Kontrastprogramm zu den Auberle-Singers.