Zur Basler Museumsnacht werden wieder bis zu 120 000 Besucher erwartet. Foto: Zlatko Mimic

Seit 25 Jahren steht die Basler Museumsnacht für ein buntes und turbulentes Kulturerlebnis. Im Jubiläumsjahr spielen Sicherheitsaspekte eine besondere Rolle.

Was 2001 als Experiment und in Anlehnung an die Berliner „Lange Nacht der Museen“ begann, hat sich längst zu einem Original mit ganz eigenem Profil gemausert. Die Basler Museumsnacht kann mit einer herausragenden Dichte an hochkarätigen Veranstaltungsorten aufwarten und zusätzlich noch jede Menge Entdeckungen und Nischen auch für ein breites Publikum anbieten.

 

Im 25. Jahr ihres Bestehens beteiligen sich am 23. Januar 43 Museen und Partnerinstitutionen. Die Organisatoren von der Abteilung Kultur des Basler Präsidialdepartments rechnen wie in den vergangenen Jahren mit etwa 120 000 Eintritte. Natalia Huser vom Fachbereich Museen, bei der die Fäden für die Museumsnacht zusammenlaufen, verspricht einen „Kulturgenuss der besonderen Art“ und die „Nacht der Nächte“ im Basler Kulturbetrieb.

Weil eine so große Zusammenballung von Menschen in der Schweiz nach der Brandkatastrophe von Crans Montana derzeit ein klammes Gefühl auslöst, betonte Natalia Huser gleich eingangs der Medienkonferenz am Donnerstag, die Museumsnacht nehme das Thema Sicherheit seit jeher sehr ernst. Die Organisatoren seien bei Vor- und Nachbesprechungen in ständigem Kontakt mit den sicherheitsrelevanten Stellen, die Polizei sei stets im Bilde über das Publikumsströme.

Sicherheit ist Thema

Neben dieser allgemeinen Vernetzung von Kulturverwaltung und Blaulichtorganisationen würden die teilnehmenden Museen jeweils für ihren Bereich eigene Sicherheitskonzepte auflegen – und zuvor auch proben, wie Anette Gehrig, die Direktorin des Cartoonmuseums stellvertretend für kleine, räumlich beengte Veranstaltungsorte sagte. Das Aufsichtspersonal würde für den Abend genau seinen Standort kennen und für den Notfall wissen, wie die Besucher von dort zum Notausgang gebraucht werden können. Im Naturkundemuseum, wegen seiner Breitenwirkung traditionell ein Zentrum der Museumsnacht, gebe es Sicherheitskonzepte für jedes einzelne Stockwerk, erläuterte Co-Direktor Basil Thüring. Elementar sei zudem, den Zutritt zum Museum auszusetzen, sobald der Andrang zu groß werde. Dies war in den vergangenen Jahren im Naturkundemuseum ohnehin immer wieder phasenweise der Fall.

Angefangen hatte die Museumsnacht 2001 mit 23 beteiligten Häusern, in den vergangenen Jahren lag diese Zahl bei durchschnittlich 40, 2026 sind es genau 43. Das Vitra Design-Museum und das Kesselhaus in Weil am Rhein sowie die Fondation Fernet-Branca in Saint-Louis sorgen für einen trinationalen Charakter.

Alle Veranstaltungsorte sind zwischen 18 und 2 Uhr wieder mit kostenlosen Buslinien miteinander verbunden. Die zum Teil abenteuerlichen Fahrten sind längst fester Bestandteil des abendlichen Erlebnisses.

Die Basler Museumsnacht versteht sich auch nach 25 Jahren immer noch vorrangig als ein Instrument der Kulturvermittlung. In diesem gemeinschaftlichen Rahmen würden ganz unterschiedliche Gruppen angesprochen: versierte Museumsgänger ebenso wie Familien, kulturfernere Schichten oder randständige Gruppen wie Geflüchtete.

Für Kunst begeistern

Ein besonderes Anliegen der Museumsnacht ist es, Jugendliche und junge Erwachsene zu interessieren. Natalia Huser spricht von „ernsthaften Anstrengungen, junge Menschen für Kunst und Kultur, für Geschichte und Gegenwart zu begeistern.“ Die Zahlen geben ihr Recht: Von den zuletzt jedes Jahr zwischen 30 000 und 40 000 Besuchern sei etwa die Hälfte unter 26 Jahren. Dank der Sponsoren erhalten junge Menschen freien Eintritt.

Was das Konzept anbelangt, bleibt die Museumsnacht 2026 jenen großen Linien treu, die vor einem Vierteljahrhundert auf der Basis der Berliner Erfahrungen angelegt wurden. So bleibt das Angebot trotz wechselnder Kooperationspartner im Wesentlichen auf die Museen beschränkt.

Trotz der teilweise kurzen Entfernungen gehören Shuttle-Busse zum Kern des Konzepts, auch um das Gemeinschaftserlebnis greifbar zu machen und um „alles im Fluss zu halten“, wie Sandra Hughes, die Abteilungsleiterin für Kulturvermittlung beim Kanton Basel, erklärt. Dieser „Fluss“ sei auch bei der Programmstruktur mit vielen kurzen, sich meist wiederholenden Angeboten in den einzelnen Häusern ein wichtiger Aspekt. So bleibe das Publikum ständig in Bewegung, weshalb die Museumsnacht ihr Wachstum gut verkraften konnte. Dabei sei es aber nie um Rekorde gegangen, betont Hughes, die schon bei der ersten Ausgabe dabei war: „Im Mittelpunkt steht immer das schöne Angebot.“

Details zum Programm und Infos unter www.museumsnacht.ch. Vorverkauf unter anderem in der Geschäftsstelle der Oberbadischen.