Auch künftig soll es Erinnerungsmedaillen in der alten Feilenhauerei im Christophstal geben. Wer beim neuen Konzept mitreden will, ist willkommen.
Die alte Feilenhauerei Bührle in Christophstal hat Zukunft. Sie wird im künftigen „Erlebnisraum Tal X“ nicht nur als Ausstellungswerkstatt und Handwerkermuseum öffentlich zugänglich sein, sondern dort werden auch wieder – sozusagen auf historischem Boden – Erinnerungsmünzen geprägt. „Wir machen weiter“ lautete der einstimmige Beschluss im Vorstand des Heimat- und Museumsvereins (HMV) für Stadt und Kreis Freudenstadt.
Bekanntlich hatte der HMV während der Gartenschau Freudenstadt und Baiersbronn an 143 Tagen im Zweischichtbetrieb für Gartenschaubesucher Erinnerungsmünzen geprägt. Diese Idee von HMV-Geschäftsführer Hans-Jürgen Schnurr wurde zu einem unerwarteten Renner der Gartenschau. Knapp 15 000 Aluminium-Rohlinge wurden mit einem Hammerschlag zum beliebten Gartenschau-Souvenir. Kein Politpromi kam um diese Pflichtübung herum.
Der Dank der Stadt
Das alles bewältigte die Altherrenriege des HMV-Vorstands weitgehend aus eigener Kraft mit wachsendem Vergnügen. Der Dank der Stadt war ihnen gewiss: Oberbürgermeister Adrian Sonder schrieb den Aktiven unter anderem: „Sie sind damit ganz hervorragende Botschafter der Stadt Freudenstadt sowie der Gartenschau und haben damit einen großen Teil dazu beigetragen, dass unseren Gästen der Besuch im Tal X als lebendiges wie positives Erlebnis im Gedächtnis bleibt.“
Zu den Überlegungen über die Zukunft des „Erlebnisraums Tal X“ sagte der Verein jetzt seine ehrenamtliche Mitwirkung zu. Der vom Stadtarchiv attraktiv und informativ gestaltete Durchgang durch die Feilenhauerei soll weiterhin geöffnet bleiben. Mehr noch: Es wird versucht, auch das alte Wasserrad wieder in Betrieb zu nehmen. Wann, zu welchen Gelegenheiten, wie und in welcher Form die Werkstatt wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann, ist noch nicht entschieden.
Motive für die neue Münze
Um dort wieder Münzen zu prägen, muss erst der alte Münzstock wieder in Form gebracht werden. Auch die Motive für die neue „Medaille danach“ sind noch nicht bestimmt. Dabei freut sich der Heimat- und Museumsverein über jeden, der beim neuen Konzept mitreden, mitmachen und mitmünzen will.
Bei der Vorstandssitzung unter Leitung von Vorsitzendem Reinhold Beck erstattete Mediendesignerin Heike Butschkus einen Zwischenbericht nach einem halben Jahr Präsenz in den neuen Medien über Instagram und mit der neuen, immer wieder aktuell bestückten Homepage. Der Verein werde jetzt auch digital stärker zur Kenntnis genommen, dazu sei das Interesse an der Stadtgeschichte Freudenstadts deutlich gewachsen.
Stelle eines Museumsleiters
Dies sei auch auf die Veranstaltungsserie zum 80. Jahrestag der Zerstörung Freudenstadts zurückzuführen, bei der sich der HMV vielfältig eingebracht hatte, so Butschkus. Sie erinnerte die Vorstandsmitglieder jedoch daran, dass beim Auftritt in der neuen Medienwelt noch viele Hausaufgaben zu erledigen seien.
Einmal mehr machte sich der Vorstand Gedanken über die Zukunft des Vereins und damit über seine eigene Zukunft. Erneut ging die Erwartung an Stadtverwaltung und Landkreis, die Stelle eines Museumsleiters in professionelle Obhut zu geben. Allein mit ehrenamtlichen Kräften könne diese Aufgabe nicht länger gestemmt werden.