Michael Dein (44) und Volker Patz (53) sind seit Jahresbeginn neue Geschäftsführer der MS Schramberg. Beide Diplomwirtschaftsingenieure waren davor schon in verantwortlichen Positionen der MS Schramberg tätig.
Volker Patz ist seit 2020 und Michael Dein seit 2006 mit einer Unterbrechung – ein Jahr lang war er in einem Projekt für ein anderes Unternehmen in Südfrankreich tätig – im Unternehmen. Und beide habe eine starke Bindung zur Region und zu MS Schramberg.
Während sich Patz vor allem mit dem Bereich Produktion und Industrialisierung befasst, hat Dein die Produktentwicklung und den Vertrieb als Schwerpunkte. „Die Geschäftsführung wurde mit den Herren Dein und Patz zum 1. Januar 2025 erweitert und somit der Generationswechsel eingeleitet. Dem Dreiergremium stehe ich im Jahr 2025 als Vorsitzender der Geschäftsführung vor“, erklärte Gesellschafter Heimo Hübner beim Pressegespräch.
„Nach 32 Jahren in der Geschäftsführung übergebe ich zum 31. Dezember des Jahres die Verantwortung für die weitere Entwicklung des Unternehmens an die beiden neuen Geschäftsführer, die erfreulicherweise aus den eigenen Reihen des Unternehmens bestellt werden konnten.“ Er werde aber weiterhin beratend zur Verfügung stehen, fügte Hübner hinzu.
Besondere Situation
Der Generationswechsel erfolgt unter besonderen Herausforderungen: Seit 2020 folgte mit Covid, Halbleitermangel, Ukraine-Krieg und Absatzprobleme der Autoherstellern Krise auf Krise. Dadurch sank der MS-Umsatz von 100 auf 80 Millionen Euro.
Den deshalb notwendigen „substanziellen Schritt“ bei den personellen Anpassungen habe es schon 2024 gegeben. „Jetzt geht es in einer offensiven Strategie mit dem Ziel, Wachstum zu generieren und das Unternehmen zu entwickeln“, betonte Hübner.
Flexibel und schnell reagieren
„Die wirtschaftliche Lage des Standorts Deutschland ist herausfordernd, aber ich kenne unsere Produkte und unser Team und bin überzeugt, dass man auch unter diesen Bedingungen erfolgreich sein kann“, versicherte Dein. „Wir sind zwar stark automotivelastig, aber unsere Produkte sind gerade auch für die E-Mobilität gefragt, außerdem können wir als mittelständisches Unternehmen flexibel und schnell reagieren“, ergänzte Patz.
Wachstum durch Internationalisierung
Bisher habe das Unternehmen extrem hohe Stückzahlen hoch automatisiert produziert. Unter den geänderten Rahmenbedingungen gehe es jetzt darum, auch andere Produkte für andere Branchen in den Blick zu nehmen. Dazu komme der zunehmende Buy-local-Trend bei den Kunden, mit einem Standort nur in Deutschland könne man nicht erfolgreich sein. Wachstum werde aus der Internationalisierung kommen. „Dafür muss man am Standort Sulgen keine Abstriche machen“, versicherte Dein. So bleibe zum Beispiel auch die Produktentwicklung am Hauptsitz.
Kostensituation ein Thema
Aber in Deutschland seien die Energie- und andere Kosten hoch und der Markt stagniere. „Deshalb habe wir ein Projekt in den USA und ein zweites in Osteuropa am Laufen, die beide Ende 2025 starten werden. Damit können wir auch bei kleineren und mittleren Losgrößen zu wettbewerbsfähigen Preisen am Markt sein“, so Hübner.
China wartet
Auf die Fragen nach dem chinesischen Markt antwortete Hübner: In China gebe es am Standort Kunshan in der Region Shangha eine „rechtliche Hülle“, die darauf warte, bei entsprechender Nachfrage mit Leben gefüllt zu werden.„Wir können auch in China mit Innovation und Lösungskompetenz punkten“, erklärte Hübner.
Info
MS Schramberg
produziert gesinterte Klein- und Kleinstmagnete ab einem Millimeter Kantenlänge aufwärts sowie kunststoffgebundene Magnete oder kombiniert diese durch Umspritzen zu Verbundteilen oder Baugruppen.
Verwendet werden die Magnete
in praktisch allen relevanten technischen Bereichen: Automotive, Elektromobilität, Heizung/Klima/Wasser, Medizin- und Gebäudetechnik, Haushalts- und Gartengeräte, Elektro- und Automatisierungstechnik.
An drei Standorten in Schramberg
sind 460 Mitarbeiter tätig. In der Max-Planck-Straße werden vor allem Hartferrit- und Seltenerdmagnete produziert, in der Christoph-Schweizer-Straße kunststoffgebundene und gespritzte Magnete, außerdem ist dort der Werkzeug- und Formenbau angesiedelt. Der dritte Bereich, die Verwaltung, ist ebenfalls in der Max-Planck-Straße angesiedelt. jf