Das Kammerorchester der Bayerischen Philharmonie und Klarinettist Szymon Emil Parulski unter der Leitung von Mark Mast Foto: Silvia Lorek

Das Kammerorchester der Bayerischen Philharmonie und Klarinettist Szymon Emil Parulski sorgten unter der Leitung von Mark Mast für einen starken Auftakt zum Schwarzwald Musikfestival.

Mit dem Konzert „Mozart + Britten“ im Kurtheater eröffnete der künstlerische Leiter und Dirigent Mark Mast mit dem Kammerorchester der Bayerischen Philharmonie den Auftakt und setzte auch gleich erste Maßstäbe für das am 8. Mai startende Schwarzwald Musikfestival (SMF). Für Begeisterung sorgte der Klarinettist Szymon Emil Parulski mit seinem Klarinettenkonzert.

 

„Mozart+“ bedeutet immer „Klassik trifft auf Gegenwart“. Diesmal wurde die Musik von Wolfgang Amadeus Mozart den Werken des Komponisten Benjamin Britten gegenübergestellt. Zu diesem „besonderen Format“ begrüßte Oberbürgermeister Adrian Sonder die Konzertbesucher, darunter auch Landrat Andreas Junt und Verwaltungsratsvorsitzender des SMF Julian Osswald.

„Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum“

Auch betonte er das beeindruckende Engagement der neuen Vorsitzenden der Gesellschaft zur Förderung des Schwarzwaldmusikfestivals, Conny Mayer-Bonde und Klaus Unger sowie des bisherigen Vorsitzenden Mark Mast.

„Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum“, meinte Mayer-Bonde bei der Begrüßung und betonte „Mozart+“ zurückzuholen sei ihr ein besonderes Herzensanliegen. Klaus Unger wolle indessen die Fördergesellschaft weiter nach vorne bringen, um das SMF besser unterstützen zu können.

Nach einem kurzen Einstimmen der Instrumente startete der dreiteilige Konzertabend. Zu Gehör kam die Musik des Gegenwartskomponisten Benjamin Britten mit „Simple Symphony Op.4“ und den vier Sätzen „Boisterous Bourée“, „Playful Pizzicato“, „Sentimental Sarabande“ und „Frolicsome Finale“.

Vom zarten Piano bis zum explosiven Finale

Das Kammerorchester der Bayerischen Philharmonie faszinierte dabei vom ersten Ton an mit einem schnellen Auftakt in piano, gezupften Celli, warmklingenden Instrumenten und fröhlich anmutenden Akzenten. Ungewöhnlich spielten die Philharmoniker das „Playful Pizzicato“ mit vielen Spezialitäten, bei dem die Instrumente nur gezupft statt gestrichen wurden.

Die „Sentimental Sarabande“ interpretierten die Musiker von sehnsuchtsvoll bis leidenschaftlich, bevor das Finale entsprechend schnell und fröhlich explosiv mit höchster Spielkunst erklang.

Mozarts Klarinettenkonzert als emotionaler Höhepunkt

Spürbar war die Vorfreude auf Mozarts letztes vollendetes Werk, das „Klarinettenkonzert in A-Dur, KV 622“, mit dem Solisten Parulski. Gebannt lauschten die Zuhörer dem warm klingenden Instrument des Klarinettisten, der voller Spielfreude, Virtuosität und Leichtigkeit, mit vollem Körpereinsatz die zartesten, höchsten und tiefsten Töne mit Perfektion und Brillanz beim „Allegro“ erklingen ließ.

Berührend reine Klänge trafen beim „Adagio“ mitten ins Herz. Das Orchester, ergänzt durch zwei Flöten, zwei Fagotte und zwei Hörner, bescherte besondere musikalische Akzente und begleitete homogen. Auch beim „Rondo“ erzählte Parulski mit schnellen Läufen, Trillern und lustigen Akzenten, die im Orchester ihr Echo fanden, eine musikalische Geschichte.

Leichtigkeit und Raffinesse in Mozarts Symphonie

Nach der Pause, kam der dritte Teil des Konzertabends mit Mozarts „Symphonie Nr. 21 in A-Dur, KV 134“ mit den vier Sätzen „Allegro“, „Andante“, Menuetto“, „Allegro“ zu Gehör. Leicht und beschwingt erklang das erste „Allegro“ mit dynamisch schnellen Streichern, zu denen sich helle Flöten, warmklingende Fagotti und glänzende Hörner fein dazugesellten.

Klar herauszuhören, die Musik des jungen Mozart – voller Leichtigkeit und virtuoser Raffinesse. Das erklärte Ziel „Mozart voranzubringen“ des dynamischen Dirigenten Mark Mast dürfte gelungen sein.