Die „Gemeinde-Detektive“ der Grundschule waren in Mötzingen unterwegs: Gemeinsam mit Jugendreferent Sebastian Vogel stellten die Drittklässler ihre Ergebnisse vor.
Bürgermeister Benjamin Finis freute sich erst mal über eine richtig gut besuchte Gemeinderatssitzung, nachdem sich zahlreiche Eltern den Auftritt der Gemeinde-Detektive im Sitzungssaal des Rathauses nicht entgehen ließen. Mit Blick auf den zuvor eingeweihten Trinkbrunnen auf dem Schloßplatz sprach der Rathauschef von einem Zeichen, „dass Kinder auch Einfluss nehmen können“.
Denn bei den Trinkwasserbrunnen hinterm Rathaus und auf dem Mötzinger Freizeitgelände, der in den nächsten Tagen ebenfalls in Betrieb geht, handelte es sich um einen Vorschlag aus den Reihen der Grundschüler.
Die hatten im Vorjahr die fehlenden Trinkgelegenheiten im Ort moniert – und die Gemeinde hatte diese Anregung jetzt umgesetzt.
Das Projekt „Gemeinde-Detektive“ des Jugendreferats steht im Kontext mit den Vorgaben der baden-württembergischen Gemeindeordnung. Demnach sollen Kinder und Jugendliche bei Planungen und Vorhaben, die ihre Interessen berühren, in angemessener Weise beteiligt werden.
Gemeinde-Detektive sind für mehr Naturschutz
Daher müssen in den Gemeinden geeignete Beteiligungsverfahren entwickelt werden, weshalb in Mötzingen die Gemeinde-Detektive mobilisiert wurden. Das Projekt wurde vor drei Jahren unter der Regie des Schulsozialarbeiters Sebastian Vogel aufs Gleis gesetzt und in diesem Jahr zum vierten Mal mit der dritten Klasse der Mötzinger Grundschule durchgeführt.
Wie Sebastian Vogel im Gemeinderat deutlich machte „fühlen sich die Kinder in Mötzingen sehr wohl“. Trotzdem gebe es gerade mit Kinderaugen betrachtet natürlich immer etwas, was man besser machen könnte. Unter der Überschrift „Natur und Umwelt“ äußerten die Kinder den Wunsch nach Windrädern und der Pflanzung von mehr Bäumen. Vom Aufstellen weiterer Mülleimer versprechen sie sich eine Reduzierung des wilden Mülls.
Unter den Oberbegriffen „Verkehr und Sicherheit“ wurde eine Verbesserung der Parksituation in der Brühlstraße angeregt – ebenso Zebrastreifen in der Schloßgartenstraße und der Iselshauser Straße. Und an den vorhandenen Fußgängerüberwegen sollte nach Ansicht der Schüler stärker kontrolliert werden, „weil viele Autofahrer nicht anhalten“.
Selbst die coolsten Spielgeräte werden offensichtlich irgendwann langweilig und sollten ausgetauscht werden, so die Gruppe, von der die Spielplätze und das Freizeitgelände beleuchtet wurden. Ganz toll würden die Kids eine Kletterwand bei der Schule oder beim Freizeitgelände finden.
Öffentliche Toilette dringend gewünscht
Ein Dauerbrenner ist der Wunsch nach einer öffentlichen Toilette, die auch in diesem Jahr wieder auf dem Zettel der Schüler stand. Während Benjamin Gärtner (MLi) eine Prüfung anregte, „welche Wünsche man auf die Schnelle umsetzen könnte“, fand es Egon Stoll (MLi) wichtig, „dass wir die Themen in der Gemeinderatsarbeit integrieren.“ SPD-Rat Stefan Ziegler lobte die Kreativität und das Engagement der Kinder – und Bürgermeister Benjamin Finis verband seinen Dank für die Anregungen damit, dass er allen Gemeinde-Detektiven eine „Mötzinger Mütze“ überreichte.