In Haiterbach sind im Kreisvergleich unterdurchschnittlich viele E-Autos zugelassen. Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Die Zulassungszahlen bei Elektroautos steigen. In Haiterbach liegt die Zahl der E-Fahrzeuge mit einem Anteil von 5,7 Prozent hinter dem Kreis Calw und dem Anteil im Land zurück.

Nicht ganz jedes 18. Auto in der Kuckucksstadt ist voll oder teilweise elektrisch unterwegs. Nach den aktuellsten Daten des Kraftfahrzeugbundesamts (KBA, Stand Oktober 2025) lag der Anteil der zu dem Zeitpunkt in Haiterbach zugelassenen Fahrzeugen bei 5,7 Prozent.

 

Hinter dieser Zahl summieren sich sowohl reine batteriegetriebene Fahrzeuge (BEV) als auch sogenannte Plug-in-Hybride, also Fahrzeuge, die einen herkömmlichen Verbrennerantrieb mit einem elektrischen Antrieb kombinieren.

Wie viele Fahrzeuge das in absoluten Zahlen sind, lösen die Daten des Bundesamts nicht bis in die kleinen Kommunen auf. Legt man aber den durchschnittlichen Motorisierungsgrad in Baden-Württemberg von circa 610 Fahrzeugen je 1000 Einwohner zugrunde, dürfte es rund 200 Elektrofahrzeuge in Haiterbach geben.

Anteil von 6,8 Prozent im Landkreis

Der Zulassungsbezirk Calw (deckt sich mit dem Landkreis Calw) kommt nach den aktuellen Daten derzeit auf einen Anteil von 6,8 Prozent E-Autos. Hier sind die Daten detaillierter. Bei 111 960 zugelassenen Fahrzeuge insgesamt sind es 7613 E-Fahrzeuge. Der Anteil der reinen E-Fahrzeuge liegt bei vier Prozent, 2,8 Prozent sind Plug-in-Hybride.

Der Anteil an voll oder teilweise elektrisch betriebenen Autos liegt in Baden Württemberg bei 6,9 Prozent, bundesweit hingegen bei 4,9 Prozent. In ganz Deutschland sind dies drei Millionen von rund 61 Millionen Fahrzeugen.

In ländlichen Regionen wie dem Nagoldtal wächst der Bestand langsamer als in städtischen oder Kreisen. Zum Vergleich: In Sindelfingen (Kreis Böblingen) liegt der Anteil an E-Fahrzeugen mittlerweile bei 22,7 Prozent. Das ist bundesweit Rang sechs der Kommunen mit dem größten Anteil an E-Mobilität.

Auch politische Sicht spielt eine Rolle

Die Gründe für einen höheren oder niedrigen Anteil an E-Autos in Kommunen hat mehrere Einflussfaktoren. Das fängt schon mal bei der persönlichen Sicht der Nutzer an. Aktuelle Studien zeigen, dass die politische Orientierung die Kaufabsicht und Akzeptanz von E-Autos stärker beeinflusst als Faktoren wie Alter, Einkommen oder Wohnsituation.

Bei der jüngsten Bundestagswahl lag in Haiterbach die CDU mit 34,6 Prozent vor der AfD, die 29,3 Prozent holte. In beiden Wählergruppen dürfte die Akzeptanz von E-Autos geringer ausfallen. Manche sehen es eher als ideologische getriebene Technik, die in der Umweltbilanz Faktoren ausblendet.

Die Zahl der Ladesäulen

Die Ladeinfrastruktur könnte ein weiterer Grund sein. In Haiterbach stehen derzeit rund 13 Ladestationen zur Verfügung (Chargemap-Daten 2026), darunter Normallader an Marktplatz, Hohenrainstraße und Industriestraße.

Im Nagoldtal-Verband (inklusive Haiterbach) listet die Kreis-Karte 71 Lademöglichkeiten auf – deutlich weniger als in der VG Calw mit 151. Der Landkreis Calw bietet eine grundlegende Abdeckung, hinkt aber bei Schnellladesäulen hinterher. Landesweit gibt es über 22 000 öffentliche Ladepunkte, doch in ländlichen Gebieten ist die Dichte geringer.

Firmenflotten haben Einfluss

In wirtschaftsstarken Kreisen wie Böblingen oder Stuttgart treiben Firmenflotten und Dienstwagen den Bestand stärker (oft 30 bis 50 Prozent gewerblich).

Der Kreis Calw hat bei gewerblichen Elektroauto-Zulassungen einen überdurchschnittlich hohen Anteil – in der Vergangenheit lag er sogar bundesweit ganz vorne. Dennoch ist die Gesamtzahl dieser Firmen- und Dienstwagen-E-Autos im Vergleich zu Ballungsräumen oder wirtschaftsstarken Kreisen eher niedrig. Dadurch fehlt ein starker Treiber für den Gesamtbestand.