Links der Straße sind die Wohnhäuser, auf der rechten Seite ist der Mobilfunkmast geplant. „Der Abstand ist viel zu gering“, klagen die Anwohner und bieten eine Informationsveranstaltung an. Foto: Dold

Über das Thema Mobilfunk informieren: Das ist das Ziel einer Veranstaltung am Montag, 26. Mai, ab 19 Uhr im SVWirtshaus in Waldmössingen. Der Eintritt ist frei.

Der geplante Mobilfunkmast am Ortseingang aus Richtung Beffendorf stößt bei den meisten Anwohnern nicht unbedingt auf große Gegenliebe – wäre er doch nur wenige Meter von der Wohnbebauung entfernt.

 

Der Sachverständige Peter Hensinger von der Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation diagnose:funk wird an diesem Abend über aktuelle Ergebnisse aus der Forschung zu Gesundheitsrisiken von Strahlung durch Mobilfunkmasten und Smartphones berichten. „Halten wir uns an die Forschungsergebnisse. Und an Gutachten von EU-Institutionen. Sie sind überraschend“, heißt es in der Einladung zu diesem Abend. Eingeladen sind alle Anwohner, am Thema Interessierte, aber auch die Ortschaftsräte und Ortsvorsteher Reiner Ullrich.

Blick auf Risiken

Wer die Risiken kenne, könne sie vermeiden – sowohl durch eine Infrastruktur-Planung in einer Gemeinde als auch durch einen verantwortungsvollen persönlichen Umgang mit digitalen Endgeräten, heißt es weiter.

Schonende Lösungen

Die Anwohner betonen, dass sie nichts gegen einen Ausbau der Mobilfunkversorgung hätten. Allerdings gebe es „sanftere“ Alternativkonzepte, die bislang noch gar nicht zur Sprache gekommen seien. Es würde schonende und effiziente Lösungen geben, mit der alle zufrieden seien und es keine Verlierer gebe. Experten raten beispielsweise zu 500 Metern Abstand von einem Mobilfunkmast zur Wohnbebauung. Dieser Abstand wäre in Waldmössingen deutlich unterschritten, wenn der Mast so kommt wie derzeit geplant.

Die nächsten Häuser wären nur wenige Meter vom geplanten Mobilfunkmast entfernt. Foto: Dold

Die Anwohner kritisieren auch, dass die Entscheidung für den Standort vom Ortsvorsteher getroffen worden sei, ohne Ortschaftsrat und Bevölkerung ausreichend einzubinden. Das werde einem solch sensiblen Thema nicht gerecht, beklagen sie. In einer Unterschriftenaktion haben sich rund 90 Prozent der Anwohner im Umkreis von 500 Metern neben dem Mast gegen dessen Errichtung am vorgesehenen Standort ausgesprochen.

Dialog gewünscht

Gewünscht ist ein Dialog mit Ortsvorsteher und Mobilfunkbetreiber, um die Kuh vom Eis zu bekommen. Um das Vorhaben noch stoppen zu können, braucht es aber auch den Ortschaftsrat. „Die Anwohner hoffen auf den Ortschaftsrat“, sagen sie. Um die Gremiumsmitglieder vollumfänglich zu informieren, wolle man die Veranstaltung anbieten.

Umgang im Umland

Beispiele aus anderen Gemeinden wie Bösingen oder Wellendingen zeigen, dass eine solche Entscheidung für einen Standort nicht in Stein gemeißelt ist. In den beiden Gemeinden wurde der Standort nochmals abgeändert, als sich Widerstand regte.