Nach dem großen Brandeinsatz am Sonntag am Gasthaus Eisenbahn in Nagold steckt die Polizei in den Ermittlungsarbeiten. Folgendes ist bislang bekannt.
Schreck in der Morgenstunde: 120 Einsatzkräfte der Feuerwehr, der Polizei, des Sanitätsdienstes und des DRK rückten am Sonntag gegen 7 Uhr zu einem großen Brandeinsatz am Gasthaus Eisenbahn und dem benachbarten Haus in der Olgastraße aus.
Laut Polizei brannte zunächst eine Papiertonne, die Feuerwehr sprach von einem Müllcontainer. Jedenfalls breitete sich das Feuer aus. Das Ergebnis: zwei unbewohnbare Häuser, zwei vollständig ausgebrannte Fahrzeuge und ein abgebranntes Carport.
Den Schaden schätzt die Polizei auf mehr als eine Million Euro. Doch wie geht es nun weiter?
Wie der Stand der Ermittlungsarbeiten einen Tag nach dem Großeinsatz aussieht, und wie das Prozedere bei einem solchen Großeinsatz allgemein ist, darüber informiert Alexander Uhr, Pressesprecher des Polizeipräsidium Pforzheim, auf Nachfrage der Redaktion.
Ungewöhnlich viele Polizeifahrzeuge ausgerückt
Mit 17 Fahrzeugen sei die Feuerwehr am Sonntagmorgen zur Olgastraße 1 und 3 ausgerückt, sagt Alexander Uhr. Die Polizei selbst war mit drei Fahrzeugen vor Ort. Was im Vergleich nach wenig klingt, ist eigentlich recht viel. Denn: Es sei eher ungewöhnlich, dass die Polizei mit gleich drei Fahrzeugen ausrücke, meint der Pressesprecher.
Aber ungewöhnlich bedeutet nicht unbegründet: Wie Uhr erklärt, entscheide der Einsatzleiter vor Ort darüber, wie viele Kräfte benötigt würden. Sobald weniger benötigt würden, könnten Polizisten wieder abziehen.
Die Hauptaufgabe bei dem Brand in Nagold sei zunächst die Verkehrssicherheit gewesen. Das heißt, die Einsatzstelle musste abgesperrt werden, so dass weder Einsatzkräfte noch unbeteiligte Personen gefährdet wurden sowie die Verkehrsregelung, wobei es insbesondere um das Freihalten von Einsatzwegen für die Feuerwehr ging.
Kommt ein Gutachter zum Einsatz?
Alles weitere wie die Ermittlungen zur Brandursache käme erst später dazu. Die erste Einschätzung der Polizei zur Schadenshöhe lag in Nagold bei mehr als einer Million Euro. Ob es bei dieser Summe bleibt, dafür werde vermutlich ein Gutachter benötigt, so der Pressesprecher.
Wann und ob es überhaupt zu einem Gutachten komme, sei entweder die Entscheidung der Staatsanwaltschaft oder der Versicherung, erklärt Alexander Uhr weiter.
Beginn der Ermittlungen
Bleibt die Frage aller Fragen nach der Brandursache. Laut Pressestelle des Polizeipräsidiums stünden die zuständigen Beamten der Kriminalinspektion Eins in Calw noch am Beginn der Ermittlungen.
Eine gesicherte Brandursache liege erst nach Abschluss der Ermittlungen vor. Und je nach Umfang des Brandes könne dies von wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten dauern.
Laut Angaben der Polizei sind beide Gebäude, die an den Carport angrenzen, aktuell nicht mehr bewohnbar. Für die etwaige Unterbringung der Bewohner ist in solch einem Fall die Kommune zuständig.
Wie Julia Glanzmann, Pressesprecherin der Stadt Nagold, auf Nachfrage unserer Redaktion mitteilt, seien die betroffenen Personen in der Lage gewesen, sich eigenständig zu versorgen. Anderweitige Informationen lägen der Stadt derzeit jedoch nicht vor.