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Meßstetten Coronavirus: Interstuhl produziert nur noch auf Sicht

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Bei Interstuhl wird die Produktion heruntergefahren. Lieferungen ins Ausland sind eingestellt. Fotos: Müller Foto: Müller

Meßstetten-Tieringen - Auch wenn die Produktion von nicht lebensnotwendigen Gütern in Deutschland während der Coronakrise weiterhin gestattet ist, sind auch die Meßstetter Arbeitgeber von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie betroffen.

"Das Coronavirus trifft uns natürlich auch", erklärt Interstuhl-Geschäftsführer Helmut Link. Der größte Meßstetter Arbeitgeber fährt in den kommenden Tagen seine Produktion auf etwa die Hälfe herunter, in der Osterwoche wird der Betrieb ruhen. Einige Mitarbeiter bauen derzeit Überstunden und Resturlaub ab, danach werde es wohl auf Kurzarbeit hinauslaufen.

Zwar kommen weiterhin Aufträge rein, doch die Kunden im europäischen Ausland seien aufgrund der geschlossenen Grenzen schlichtweg nicht mehr anfahrbar. Der größte Kunde des Herstellers für Sitzmöbel ist ein Onlineshop; dessen Bestellungen und Lieferungen werden derzeit nicht von den Auswirkungen des Coronavirus beeinflusst.

"Wie lange wir das so weiter machen können, ist derzeit nicht klar"

"Es ist variabel, was alles noch passiert", sagt Helmut Link in einem Telefonat mit dem Schwarzwälder Boten. "Wie lange wir das so weiter machen können, ist derzeit nicht klar", meint der Firmenchef und spielt damit auf die Situation in Italien und Spanien an, wo derzeit die Produktin aller nicht lebensnotwendigen Güter – und dazu gehören auch Sitzmöbel – eingestellt ist.

Bereiteten noch im Februar den geschäftsführenden Brüdern Helmut und Joachim Link die Lieferungen von Teilen aus China Sorgen, sind es heute vielmehr die für die Produktion notwendigen Teile aus dem europäischen Ausland. Die erwartete Lieferung aus China ist derweil auf dem Weg nach Deutschland. Dringender Grund zur Sorge besteht aber nicht; die Lager sind noch gefüllt.

Doch ein spezielles Sitzmöbel findet derzeit besonderen Absatz: Im vergangenen Jahr ist Interstuhl mit "Backforce" in die Produktion von Gamer-Stühlen eingestiegen. Offenbar vertreiben sich viele Menschen in Quarantäne und Selbstisolation ihre Zeit mit Video- und Onlinespielen und kaufen speziell dafür geeignete Sessel.

Maßnahmenkatalog zum Schutz der rund 850 Mitarbeiter

Um die rund 850 Mitarbeiter von Interstuhl zu schützen, hat die Geschäftsleitung einen Maßnahmenkatalog entworfen. Schon vor Wochen wurde in der Produktion veranlasst, dass sich die jeweiligen Schichten nicht mehr treffen – "um im Falle einer Infektion eines Mitarbeiters weiterhin produktionsfähig zu bleiben", erklärt Helmut Link. Neben dem Einhalten des Sicherheitsabstands zu Personen, dem Eingestellten Publikumsverkehr im Firmengebäude, der Schließung der Kantine und dem Wegfall von Geschäftsreisen setzt der Tieringer Sitzmöbelhersteller vor allem auf eines: Desinfektion von Händen und Touchpoints.

Auf ein ruhiges und besonnenes Vorgehen in schwierigen Zeiten wie diesen setzt Christoph Larsen-Mattes. "Wir fahren derzeit auf Sicht", erklärt der Firmenchef von Mattes & Ammann. Das Coronavirus trifft den Textilhersteller über die Automobilindustrie. Doch auch hier gibt es eine zweite Seite der Medaille: Derzeit werden Textilien zur Fertigung von Mund- und Nasenschutz verstärkt nachgefragt.

Um eine Ausbreitung des Virus in der Firma zu verhindern, wird der Schichtbetrieb fein-säuberlich getrennt, um eine Berührungsfreiheit zwischen den Mitarbeitern zu garantieren.

Einen weiten Blick in die Zukunft können die beiden Tieringer Firmenchefs Link und Larsen-Mattes freilich nicht werfen. "Natürlich gibt es Störungen, aber die managen wir gerade noch gut", sagt Helmut Link von Interstuhl. "Aber nach Ostern wird es spannend."

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Karina Eyrich

Fax: 07431 9364-51

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