Gleich für zwei Baustellen wird demnächst der Startschuss gegeben. Die eine ist ein Mega-Projekt, die andere bringt für zwei Jahre eine Verkehrsader im Neckartal zum Erliegen.
Ja, OB Christian Ruf hatte es vor den Sommerferien ganz unverblümt formuliert. Bis zur Landesgartenschau wird Rottweil mit Baustellen überzogen. Und zwei dieser Baustellen starten am Dienstag, 24. September.
Zum einen ist da das Mega-Projekt auf der Groß’schen-Wiese – oder Parkplatz Zentrum, wie dieser jetzt heißt. Dort beginnen am 24. September die Bauarbeiten für das neue Parkhaus. Die Fertigstellung des rund 7-Millionen-Euro teuren Baus ist für Ende 2025/Anfang 2026 geplant, informiert die Stadt auf ihrer Homepage.
Sperrung im Neckartal Auf der anderen Seite – im Norden – startet der Brückenneubau in der Duttenhoferstraße unten im Neckartal. Die Brücke, die dort über die Bahngleise führt wird erneuert. Auf ihr sollen später auch Radfahrer und Fußgänger Platz finden.
Während der Bauzeit – die Stadt rechnet mit zwei Jahren – ist die Verbindungsstrecke vom Neckartal hinauf zum Berner Feld gesperrt. Gebaut wird auch deshalb so lange, weil die Stadt die Arbeiten in enger Abstimmung mit der Bahn durchführt. Immerhin verläuft unter der Brücke die Gäubahn-Trasse.
Das große Ganze Die Brücken-Neubau ist Teil der sogenannten Gesamtmaßnahme „Nordroute Rottweil“. Damit gemeint ist die Anbindung vom Berner Feld über die neue Spittelbrücke unten im Neckartal, hinüber zur Brücke über die Bahngleise am Eingang zur Rhodia und hinauf über die Duttenhoferstraße zum Nägelesgraben.
Diese Strecke soll über die gesamte Länge mit einem kombinierten Fuß- und Radweg versehen werden. Und zwar mit einer Mindestbreite von 2,50.
Warum das Ganze? Mit der Nordroute soll der Parkschwerpunkt am Nägelesgraben gestärkt und der Verkehr in der Unteren Hauptstraße und am Friedrichsplatz reduziert werden. „Eine attraktive und direkte Umfahrung dieser Achse soll geschaffen werden“, wie es die Verwaltung in ihrer Vorlage zur Sitzung des Gemeinderats Ende Juni erläuterte.
Fußgänger und Radfahrer Ein weiteres Argument: Fußgänger und Radfahrer sollen auf der Nordroute sicher in die Stadt gelangen. „So ist der Ausbau nicht nur ein Baustein im Lückenschluss des Neckartalradwegs, sondern in hohem Maße wichtig für den Alltagsverkehr“, so die Stadt. Wer mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs ist, kann dann vom Berner Feld in die Rhodia, hinauf in die Stadt oder in die Au, weiter nach Göllsdorf und kommt bis zur Saline.
Baustart Groß’sche Wiese Während es im Neckartal also für die kommenden zwei Jahre kein Durchkommen mehr geben wird, setzt die Stadt bei der Großbaustelle Groß’sche Wiese auf Alternativen.
Heißt: Weil während der Bauzeit des Parkhauses etliche Parkplätze wegfallen und der Parkdruck auf die umliegenden Flächen steigt, hat die Stadt einen kostenlosen Shuttlebus eingerichtet.
„Es ist uns wichtig, während der Bauzeit eine bequeme Alternative für Menschen anzubieten, die bisher den Parkplatz Zentrum auf der Groß‘schen Wiese genutzt haben. Auf dem Festplatz und im Bereich der Stadthalle stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung. Und mit dem Shuttlebus bieten wir eine kostenfreie Möglichkeit, schnell und ohne Parkplatzsuche in die Innenstadt zu gelangen“, erklärt OB Christian Ruf in einer Pressemitteilung zum Start des Pendel-Bus-Verkehrs.
Der „Pendler“ fährt bereits ab Montag, 16. September, im 30-Minuten-Takt vom Festplatz bei der Stadthalle durch die Innenstadt bis zum Kriegsdamm und zurück. Die Route: Stadthalle – Stadionstraße/Landratsamt – Neues Postamt – Friedrichsplatz – Kriegsdamm. Der Bus fährt montags bis freitags von 7.30 bis 17.40 Uhr und samstags von 7.30 bis 13.10 Uhr.
„Wir starten bereits vor der Bauphase, damit das neue Angebot einen gewissen Vorlauf hat, um bekannt zu werden und sich einzuspielen“, erklärt Mobilitätsbeauftragter Horst Bisinger in einer Pressemitteilung der Stadt.
ÖPNV und E-Scooter Und weil die Bürger künftig verstärkt auf den ÖPNV setzen sollen, kommt ab Mitte Dezember der integrale Taktfahrplan zum Zug. Hier sollen die Bus- und Bahnfahrzeiten sinniger miteinander verknüpft werden – also, weniger Wartezeiten und eine bessere Anbindung des Parkplatzes Stadthalle, des Bahnhofs und der Ortsteile an die Innenstadt. Im Umkehrschluss soll damit der Parkdruck auf der Groß’schen Wiese schrumpfen.
Und dann sind da noch die E-Roller. Auch sie sollen bei der Anbindung der Außenbereiche an die Innenstadt eine stärkere Rolle spielen.
Bewohnerparken Für die Anwohner in den Straßen rund um den Parkhaus-Neubau hat die Stadt sogenanntes Bewohnerparken eingeführt. Parkende mit Bewohnerausweis können 24/7 in der ausgewiesenen Zone parken. Wer keinen solchen Ausweis hat, für den ist das Parken in der Tagesparker-Zone ab zwei Stunden nur gegen Gebühr möglich. Die Anträge gibt es auf der Homepage der Stadt.
Für das neue Parkhaus rechnet die Stadt mit einer Bauzeit von zwölf bis 15 Monaten. Die Stadt Rottweil investiert in den Bau rund sieben Millionen Euro und konnte dafür Gelder aus der Städtebauförderung des Bundes und des Landes in Höhe von 2,8 Millionen Euro mobilisieren. 321 Parkplätze – fast doppelt so viele wie bisher – und etliche E-Ladestationen wird es dann geben.
Info
Den Fahrplan und weitere Informationen zum Shuttlebus gibt es unter: www.rottweil.de/Der-Pendler. Informationen zum Parkhausbau gibt es hier: www.rottweil.de/parkhaus-zentrum.