Vertreter der Firmen Gfrörer, Berghof, Berb und des TÜV Rheinlands freuen sich mit Bürgermeister Roman Waizenegger (rechts) und Bauamtsleiter Holger Maier (links) sowie Vertretern des Gemeinderats über das Ende des Abrisses auf dem Maute-Areal. Foto: Kauffmann

Zwei Jahre ist es her, dass der Abriss der Gebäude auf dem Maute-Areal begonnen hatte. Zeit für einen Rückblick, aber auch einen Ausblick, denn inzwischen gibt es die ersten fortgeschrittenen Ideen für die Neubebauung.

Wer zuvor noch nie in Bisingen war, kann sich das Bild vom Herzen des Ortes nicht mehr vorstellen: Die Gebäude auf dem Maute-Areal samt der Keller sind entfernt, übrig ist eine leere Fläche. Nur noch Bilder und Erinnerungen dokumentieren den einstigen Zustand, und das zeigt: Die Zukunft bricht für den Bereich an und sie wird konkreter.

 

Begrünte Treppenhäuser und Fassaden

Die Planungsgruppe AGSN Architekten mit Sitz in Tübingen-Derendingen hat ihre Version dieser Zukunft in Bilder und Konzepte mit einer Neuinterpretation in der Kubatur des ehemaligen Kesselhauses gefasst: Unter der Oberfläche eine Tiefgarage, Erdgeschoss mit Geschäftsräumen, darüber zwei weitere Wohngeschosse, Fassadenbegrünung, begrüntes Treppenhaus, Gemeinschaftsraum. Schöner wohnen auf dem Maute-Areal. Holzbau Fuß entwirft die Idee von sieben Tiny-Häusern an der Ecke Raichberg-/Zollerstraße mit nachhaltiger regionaler Holzwirtschaft und flexiblem Raumprogramm innerhalb der Gebäude. All das sind bislang lediglich fortgeschrittene Modelle, aber sie geben einen etwaigen Eindruck von dem, was geplant werden könnte.

Nächstes Jahr starten Planungen für Erschließung

Bis es so weit ist, muss der Bereich erst erschlossen werden. Wie Holger Maier auf Nachfrage erklärt, sollen die Planungen dafür im nächsten Jahr starten. Ab Mitte 2026 könnte man dann von der „Baureife“ der Grundstücke sprechen. Die Besonderheit: Verlegt werden nicht nur Leitungen und Kanäle, installiert wird dabei auch das neue Nahwärmenetz.

Hochgradig aufwendiger Abriss

Die Fertigstellung des Abrisses markiert den Beginn der nächsten Großprojekte. Der Vor-Ort-Termin mit Vertretern beteiligter Firmen und Verwaltung war deshalb der perfekte Zeitpunkt für einen Rückblick. Wie Holger Maier berichtete, startete der Abriss im Herbst 2022 mit der Entkernung. Maier: „Mit dem Hämmerle haben die Arbeiter das Material getrennt, den Boden abgefräst und den Gips von der Schilfmatte getrennt.“ Beeindruckend war für Maier die Kleinstarbeit, mit der dieser Abschnitt des Abrisses verbunden war. Besonders aufwendig gestaltete sich die Asbest-Sanierung: Im kontaminierten Bereich konnten nur wenige Arbeiter maximal zwei Stunden am Stück tätig sein. Ein Knochenjob.

30 000 Tonnen Abbruchmaterial

Die großen, sichtbaren Abbrucharbeiten begannen im April 2023 mit dem ersten Baggerbiss. 30 000 Tonnen Abbruchmaterial sind bei den Abrissarbeiten angefallen, bilanziert Meier, 4500 Tonnen konnten als Recyclingmaterial wiederverwendet werden. 60 Haufwerke wurden aufgeschüttet, die jeweils beprobt werden mussten. Die Grube, die man aktuell auf dem Areal sieht, bleibt: Dort soll eine Tiefgarage entstehen. Nicht zu vergessen ist der Artenschutz: Jedes einzelne Gebäude, musste vor dem Abbruch auf Tierarten untersucht werden.

25 Tonnen belastetes Salz wird eingelagert

Aufgefallen sein dürfte manchem Passant schon die großen Säcke, die direkt bei der Bahnhofstraße lagern. Darin befinden 25 Tonnen belastetes Salz, das einst zur Kleiderherstellung genutzt worden war. Während des Abbruchs hatten Arbeiter das Material in einem Silo entdeckt. Dieses Salz kann nur durch Einlagerung entsorgt werden, und zwar in einem speziell dafür vorgesehenen Stollen bei Heilbronn. Dafür braucht es ein langwieriges Genehmigungsverfahren, das im Moment nicht abgeschlossen ist.

Bereich zur Bahnhofstraße wird Parkplatz

Und der Bereich direkt an der Bahnhofstraße? Dieser bleibt vorerst wie er ist, weil er zuletzt bebaut wird. Die Bisinger können ihn offiziell und legal temporär als Parkplatz nutzen.