Wie lässt sich Mathematik im Alltag praktisch anwenden? Dieser Frage gingen Gymnasiasten der neunten Klassen des „Scheffel“ bei einer Schulaktion nach.
Angeboten wurde die Aktion vom Amt für Vermessung und Flurneuordnung des Landratsamts Ortenaukreis. An mehreren Stationen auf dem Schulgelände konnten die Jugendlichen ausprobieren, wie geodätische Messverfahren funktionieren und ihr Wissen aus dem Matheunterricht praktisch einsetzen. Mit der Aktion beteiligte sich das Landratsamt an landesweiten Angeboten, mit denen Geodätinnen und Geodäten auf ihre Arbeit aufmerksam machen (siehe Info). Bereits seit mehreren Jahren bietet das Amt in Kooperation mit Schulen in der Ortenau speziell für Schüler konzipierte Vermessungsübungen an.
Am Lahrer Scheffel-Gymnasium arbeiteten die Jugendlichen in Kleingruppen an drei Stationen, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamts. Dabei waren die Aufgaben auf den aktuellen Matheunterricht und den Wissensstand der Schüler zugeschnitten. Mit einem modernen Tachymeter lernten sie etwa, wie indirekte Entfernungsmessung funktioniert – ähnlich wie bei der Leichtathletik, etwa beim Speerwurf oder Kugelstoßen. Bei einer Weitwurf-Challenge mit Pylonen durften die Jugendlichen ihre Würfe selbst nachmessen. An einer weiteren Station bestimmten sie die Höhe des Schulgebäudes. Dazu nutzten sie die Winkelmessung eines alten Theodolits sowie ein Bandmaß; die Berechnung erfolgte anschließend mithilfe der Tangens-Funktion. Außerdem konnten die Schüler ihr externes Klassenzimmer, einen Container auf dem Schulgelände, mit vermessungstechnischen Verfahren einmessen und die Ergebnisse in eine vorbereitete Karte übertragen.
Schüler können bei Praktikum vertiefte Einblicke erhalten
„Hier zeigt sich eindrücklich, dass Mathematik sehr wohl einen praktischen Nutzen hat“, berichtet Timo Nopper, Organisationsleiter der Schulaktion. „Als Ausbildungsbetrieb für Vermessungstechnikerinnen und Vermessungstechniker sowie für den gehobenen und höheren vermessungstechnischen Verwaltungsdienst wollen wir auf unser spannendes Berufsfeld aufmerksam machen und für unser Amt werben“, so Nopper.
Kollege Matthias Rohrer erklärte den Jugendlichen, dass sie bei einem Praktikum im Amt vertiefte Einblicke in die Arbeit der Geodäten erhalten könnten. Die gesamte Aktion stieß auf sehr positive Resonanz, heißt es in der Mitteilung – sowohl bei den Jugendlichen als auch bei den Lehrern. Mit der landesweiten Aktionen soll deutlich gemacht werden, dass Geodäsie für Zukunftsfragen wie Energiewende oder Digitalisierung unverzichtbar ist, so Ansgar Jäger, Leiter des Amts Vermessung und Flurneuordnung beim Landratsamt.
Das machen Geodäten
Geodäten sind gefragte Ansprechpartner bei der klassischen Vermessung und bei Grenzfestlegungen, zudem werden sie beim Flächenmanagement, bei Stadtplanung und Stadtentwicklung, in Industrie und Technik, in der Navigation und Mobilität sowie bis hin zur Vernetzung von Daten gebraucht, teilt das Landratsamt mit.