Die Dunningerin Marina Trost hat mit „Matilda spielt es nicht nochmal“ ihr erstes Buch geschrieben. Foto: ili-moments/Ilona Maier

Wer kann es nachfühlen? Marina Trost aus Dunningen hatte einst den kurzen Gedanken, ihren Mann im Urlaub an der Tankstelle zurück zu lassen. Jetzt ist ein Buch daraus geworden.

Ein kurze Entwarnung darf schon gleich zu Beginn gegeben werden: Bei Marina Trost blieb es beim Gedanken. Der Mann reiste damals wieder mit ihr zurück – und ist immer noch an ihrer Seite, wie die 66-Jährige aus Dunningen lachend sagt. Doch dieser eine Gedanke ließ sie nicht mehr los. Was wäre wenn... eine Frau dann ihr Leben in ganz neue Bahnen lenkt?

 

Wer sich mit Marina Trost unterhält, der spürt gleich: Hinter dieser Frau steckt Feuer, Unternehmungslust, Selbstbewusstsein, ein Gefühl für Sprache – und Witz. Kein Wunder also, dass diese Mischung letztlich zu dem Entschluss führte, einen Roman zu schreiben.

Die 66-Jährige ist gebürtige Dunningerin im wahrsten Sinne – „eine der letzten Hausgeburten“ –, hat etliche Jahre im Ausland gelebt und arbeitete 25 Jahre lang als freiberufliche Übersetzerin. Und trotz aller Erfahrung mit Sprache wusste sie: Einen Roman zu schreiben, das ist noch einmal eine andere Nummer. „Aufbau, Figurentwicklung, Dramaturgie, das alles wollte ich erstmal in der Theorie lernen“, erzählt sie im Gespräch mit unserer Redaktion. Marina Trost besuchte Webinare, nahm an Coachings teil – und in ihrem Kopf reifte die Geschichte weiter.

Matilda zieht es durch

Jetzt, vier Jahre nach dem ersten Impuls, ist das Buch fertig. „Matilda spielt es nicht nochmal“, lautet der Titel. Und worum geht es nun genau? Diese Matilda ist frisch pensioniert, steht mitten im Leben, „sie ist auch ein bisschen bissig und merkt irgendwann, dass in ihrem Leben gar nicht alles gut läuft“, gibt Marina Trost Einblick in den Charakter ihrer Hauptfigur.

Und während es bei der Autorin selbst damals nur beim kurzem Gedanken blieb, zieht Romanfigur Matilda es durch: Sie lässt ihren Mann nach einem Streit an der Tankstelle in Spanien stehen und fährt alleine zurück – hinein in ein neues Leben.

Erinnerungen an eine alte Romanze

Zuhause stöbert sie in alten Erinnerungen und stößt auf eine alte Romanze von 1978: Thomas. Was folgt ist aber keine Liebes-Kitschgeschichte – das liegt der Autorin nämlich mehr als fern – sondern eine Geschichte darüber, für sich selbst einzustehen, Konflikte auszuhalten aber auch die Fähigkeit zu bewahren, Kompromisse einzugehen.

„Der Roman ist keine Abrechnung mit der Männerwelt“, betont Marina Trost. Von ihrer eigenen Lebenserfahrung konnte sie beim Schreiben sehr profitieren, vieles ließ sie in Grundzügen einfließen. So auch die zweite wichtige Figur im Buch, die enge Freundin von Matilda. „Der Roman ist unterhaltend, man darf auch mal lachen – aber es gibt auch was zum Nachdenken“, sagt sie.

Buch kann im Handel bestellt werden

Die 66-Jährige hat viel Herzblut in das Projekt gesteckt, in ein professionelles Lektorat investiert und für die Veröffentlichung letztlich den Weg des „Selbstpublishing“ gewählt – sprich: Ein Verlag druckt das Werk zu einer Pauschale je nach Nachfrage, bestellt werden kann es über die ISBN-Nummer wie andere Bücher über den Buchhandel oder auch online – und Marina Trost hat alles weitere in Händen. Also auch das Marketing.

In den Sozialen Medien sei sie zuvor nicht unbedingt unterwegs gewesen, räumt sie schmunzelnd ein, aber sie weiß: „Ohne geht es nicht.“ Deshalb hat sie sich reingefuchst, hat inzwischen einen eigenen Instagram-Account unter @trost_marina und eine eigene Homepage. Und auch im Podcast „Founder Talks“ war sie schon zu Gast.

Lesung bei Papier-Rapp

Jetzt hofft sie, dass „Matilda“ den Weg zu vielen Leserinnen findet. Eine Kostprobe gibt sie bei einer Lesung im Schreib- und Spielwarengeschäft „Papier-Rapp“ in der Schulstraße 6 in Dunningen am Donnerstag, 30. April, ab 17 Uhr. Aufgrund der begrenzten Platzzahl ist eine Anmeldung unter 07403/339 erforderlich. Hier ist das Buch auch ab 5. Mai erhältlich.

Viele neue Ideen

Und kaum ist das Debüt vollendet, arbeitet Marina Trost auch schon am nächsten Buch. Darin geht die Freundin von Matilda spannende Wege. Auch einen Krimi will sie schreiben, verrät sie. Ganz am Anfang habe sie sich übrigens kurz gefragt, ob sie mit Mitte 60 womöglich zu alt für den Einstieg ins Autorendasein ist. Die Antwort war schnell klar, wie sie lachend sagt: „Nein, natürlich nicht!“

Info

Das Buch
„Matilda spielt es nicht noch mal“, 231 Seiten, Taschenbuch ISBN 978-3-6957-2939-5, 13,99 Euro, als E-Book 6,99 Euro.