Mütze, Krawatte und Mimik zum Verwechseln ähnlich: Albstadts Oberbürgermeister Roland Tralmer hat sich am Schmotzigen Donnerstag als US-Präsdient Donald Trump verkleidet. Foto: Benjamin Roth

OB Roland Tralmer kündigt mit närrischem Humor im Trump-Stil die Annexion von drei Balinger Stadtteilen an. Balingens OB Dirk Abel lässt das nicht auf sich sitzen.

Für seinen Humor ist Albstadts Oberbürgermeister Roland Tralmer bekannt. Mit seinen Scherzen lockert er so manche Gemeinderatssitzung auf. Seinen Humor hat er zum Auftakt der Hauptfasnet am Schmotzigen Donnerstag nun erneut zur Schau gestellt – und zwar sowohl beim Rathaussturm der Narrenzunft Schlossbergturm als auch in den sozialen Medien.

 

Der Albstädter Oberbürgermeister hat sich nämlich in das Gewand des umstrittenen US-Präsidenten Donald Trump geworfen. Die Aufschrift der roten Mütze war passend zu Trumps Leitspruch auf Albstadt gemünzt: „Make Albstadt great again“. Auch die rote Krawatte sowie der Anzug passten.

Mit Gestik und Mimik versuchte er, den US-Präsidenten auch in dessen üblichem Auftreten zu imitieren. Sprich: ernstes Gesicht, kein Lächeln, klare Anweisungen mit dem Zeigefinger, Winken ins Publikum.

„Annexion“ von drei Balinger Stadtteilen

Auch auf seinem Instagram-Account zeigt sich Tralmer in seinem originellen Kostüm an seinem Arbeitsplatz im Rathaus. In der Hand hält er ein Dekret in Trump-Manier, sprich eine verbindliche Anordnung, die er als Stadtoberhaupt ohne direkte Beteiligung des Parlaments erlassen will. Tralmer hat es zwar nicht auf Grönland abgesehen, dafür aber auf die Balinger Stadtteile Frommern, Dürrwangen und Stockenhausen.

Albstadts OB Roland Tralmer zeigt sich auf Instagram mit einem Dekret, das Balingen auffordert, drei Stadtteile an Albstadt zu übertragen. Foto: Instagram/Tralmer (Screenshot)

Er schreibt: „Aufgrund umfangreicher geschichtlicher Forschungen wird festgestellt, dass die bislang irrtümlich zur Stadt Balingen gehörenden Ortsteile Frommern, Dürrwangen und Stockenhausen sowie zugehörige Liegenschaften anlässlich der Gemeindereform 1975 unzutreffend zugeordnet wurden.“ Daher fordere er die Stadt Balingen auf, umgehend den Albstädter Anspruch anzuerkennen und die „Gebietsabtretungen vorzubereiten“. Weiter werde das bislang als „Eyach“ bekannte Gewässer umbenannt – und zwar zu „Albstadt River“.

Balingen wehrt sich

Das Papier ist überschrieben mit „närrisches Dekret #001“. Unter dem Beitrag schreibt Albstadts OB: „Wann, wenn nicht heute, ist es Zeit, endlich durchzugreifen. Narren: Ihr könnt zuhause bleiben, das machen wir selbst.“

Was wohl Balingens OB Dirk Abel zu den Forderungen sagt? Er scheint Tralmers Ankündigung mit närrischem Humor zu nehmen. Als Asterix verkleidet, teilt er auf seinem Instagram-Kanal einen Beitrag, unterschrieben mit: „Die spinnen, die Albstädter.“ Freiwillig wolle man die geliebten drei Stadtteile niemals aufgeben. Er ruft den „Bündnisfall Zollernalb“ aus – und bittet die weiteren Bürgermeister aus dem Kreis um Unterstützung.