Das waren die Maischerze in Albstadt 2026. Foto: Nölke

Jahrelang war Albstadt bei den kreativen und lustigen Maischerzen ganz vorne mit dabei. Hier kommen die Streiche aus diesem Jahr.

Während es in den vergangenen Jahren für Besucher in Albstadt in allen Stadtteilen viel zu lachen gab am 1. Mai, hielten sich die kreativen Streiche in diesem Jahr in Grenzen.

 

In Margrethausen und Laufen wurde das Ortsschild ausgetauscht. Margrethausen ist demnach nun ein gallisches Dorf, während Laufen nun zur „Großen Klinikstadt Frommern“ gehört. Dieser Scherzkeks dürfte damit wohl auf das geplante Zentralklinikum anspielen.

Und auf einen Aprilscherz, den Oberbürgermeister Roland Tralmer angeleiert hat: Er forderte am 1. April per Degret die Einbürgerung der Balinger Ortsteile Frommern und Weilstetten nach Albstadt. Schon damals hatten sich die Balinger gewährt und die Übernahme Laufens erklärt.

Neue Gebühren in Burgfelden?

Am aktivsten waren in der Nacht zum Feiertag aber wie in den vergangenen Jahren die Burgfelder. Am Ortseingang deutete ein neues Verkehrsschild darauf hin, dass Burgfelden nun eine private Parkraumüberwachung hat. Ab 1,5 Minuten Parkdauer werde demnach eine Gebühr fällig. Und auch für den Spaziergang mit dem Hund müssten nun Gebühren entrichtet werden.

Am Ortseingang fand sich auch die Lösung: in einem extra aufgebauten Zeitungsstand lag die „BILD am Feiertag“ in einer „Sonderausgabe“ aus. Sechs Seiten wurden dem kleinsten Albstädter Stadtteil gewidmet.

In der Zeitung wurde über all die Streiche berichtet, die sich im Ortsteil verteilt finden lassen: Die nackte Statue vor dem Rathaus bekam endlich Unterwäsche, in Schlaglöchern wurden Blumen gepflanzt und der Parkplatz „Burgfelden“ wurde kurzerhand zum Privatparkplatz ernannt.

Burgfelden wegen Reichtum geschlossen

Das Ortsamt in Burgfelden blieb laut Aushang aufgrund Reichtums geschlossen. Grund dafür dürfte wohl nicht nur die Park- und Hundegebühr sein, sondern auch der über Nacht errichtete Blitzer am Ortseingang. Immerhin gibt es an diesem Blitzer ein einzigartiges Abo-Modell für Verkehrssünder: Entweder kaufen sich Autofahrer bei der Stadtverwaltung frei, oder sie erhalten für jeden Blitzer einen Schnaps gratis.

Auch gratis ist das neue „Mitfahrbänkle“ im Ortskern. Da der Busverkehr gestrichen wurde, müssen die Burgfelder nun Fahrgemeinschaften bilden. Doch durch eine neue „Bettensteuer“ könnte sich das bald ändern. Pro Bett in Burgfelden sollen zukünftig Steuern gezahlt werden. Vom günstigen Einzelbatt für 1,50 Euro am Tag bis hin zum Wasserbett für 50 Euro am Tag sind alle Modelle berücksichtigt.

Wer steckt hinter dem Streich?

Eine Einnahmequelle, die in Burgfelden wohl einmalig sein dürfte. Bei den nur rund 300 Einwohnern dürfte sich die Zahl der Betten jedoch auch eher gering halten.

Wer hinter diesen Ideen steckt, ist nicht bekannt. Dass Oberbürgermeister Tralmer, der selbst für kreative Scherze bekannt ist, daran beteiligt war, ist unwahrscheinlich. Dass er durch die Kommunalpolitik und seine Aprilscherze vielleicht die ein oder andere Vorlage geschaffen hat, ist hingegen offensichtlich.