Ob bunte Macarons oder aufwendig verzierte Torten: Das Herz von Luisa Zerbo schlägt für die hohe Kunst der Patisserie. Und diese Leidenschaft kann sie ab Mai wieder richtig ausleben: als Chefin in ihrem neuen Café "Oni&lu – So schmeckt Liebe" beim Gartencenter Späth im Zentralbereich von Villingen-Schwenningen.
Villingen-Schwenningen - Luisa Zerbo steht mittendrin in der Baustelle zwischen Handwerkern und strahlt. Am Neuen Markt geht für sie ein Traum in Erfüllung: der einer eigenen Patisserie mit Café, das genügend Platz für Gäste und eine Terrasse hat. Zudem großzügige Räume für Küche und Backstube, in der sich die Chefin selbst austoben will. Denn sie legt Wert darauf, alles selbst herzustellen und die Tradition des Handwerks zu pflegen. "Nur das Brot beziehen wir von der Bäckerei Beha, sonst kommt nichts Fertiges auf den Teller", verrät sie.
Konzept für Projekt ist lange gereift
Das Konzept für ihr Unternehmen ist lange gereift, alleine fehlte es an passenden Räumen. Vor rund zwei Jahren hatten sie und ihr Vater das gemeinsam betriebene Speiserestaurant Da Gino in Schwenningen geschlossen, ebenso hatte sie das integrierte Tagescafé "So schmeckt Liebe" aufgegeben. Monatelang sei sie von 6 Uhr bis in die Nacht mit Backen und Kochen beschäftigt gewesen, habe kein Personal gefunden und die Reißleine ziehen müssen. So entstand die Idee für einen kompletten Neustart in größeren Räumen, die ihr mehr Freiraum eröffnen und durch die Anstellung eines Kochs ermöglichen, sich auf ihr ureigenes Metier zu konzentrieren, das Backen.
Die Suche nach einem Standort erwies sich allerdings als schwierig. Doch dann sei die Späth Grundstücke GmbH & Co. KG auf sie zugekommen und habe gefragt, ob sie sich immer noch ein Café eröffnen wolle. Und das Angebot beim Gartencenter habe sich genau als ihre Traumimmobilie erwiesen, die sie sich kurz zuvor ausgemalt habe: helle und große Räume mit Garten und kostenlosen Parkplätzen. Sie sei froh, dass die Inhaber sich für sie entschieden hätten und an ihre Visionen glauben, die sie jetzt seit rund einem Jahr hinter den Kulissen in die Tat umsetzt. Bei der Gestaltung habe sie ihre Wünsche einbringen können, erzählt die 32-Jährige. Und so schaut sie oft an ihrer künftigen Wirkungsstätte vorbei, um die Fortschritte zu verfolgen.
Fensterfront ist mit bunte Folien verklebt
Was in den Räumen vor sich geht, können Passanten indes nicht sehen: Die Fensterfront ist mit bunten Folien verklebt, mit denen Luisa Zerbo nicht nur neugierig auf ihr Projekt, sondern auch das dahinter stehende Konzept machen will. Das steckt schon im Namen "Oni&lu": Oni bedeute auf Hawaiianisch süß und lecker. "Die meisten verbinden Geschmack und Genuss mit meiner Küche", erläutert sie. Und genau das wolle sie als "lu" ihren Gästen auch in ihrer neuen Patisserie bieten.
Dass sie vom Kochen fasziniert ist, ein Gespür für Aromen und Zutaten hat, das zeigte sich früh. Als Kind stand sie dem Vater im Familienbetrieb zur Seite, hat sich selbst immer weiter fortgebildet und später die Regie in der Küche übernommen. Mit ihren Koch- und Backkünsten hat sie es zu einem Praktikum bei der Sterneköchin Lea Linster und 2017 in die Sat1-Koch-Show "The Taste" geschafft, in der sie Stars der Szene wie Frank Rosin oder Alexander Herrmann kennenlernte und die Jury mit ihren Kreationen überzeugte. Erst im Finale kam das Aus.
Studierte Modedesignerin widmet sich ihrer Passion
Längst hat die studierte Modedesignerin ihren ursprünglichen Beruf aufgegeben und widmet sich ihrer Passion. Sie steht für den Burda-Verlag vor der Kamera und zeigt in Videos für die Marke Einfachbacken, wie leicht jeder die Rezepte in der eigenen Küche umsetzen kann. "Das ist ein tolles Team und es macht super viel Spaß", gerät sie ins Schwärmen. Unter ihrem Motto "So schmeckt Liebe" hat sie ein Buch veröffentlicht und ist mit diesem Titel als Foodbloggerin unterwegs, um ihren Fans ihre Lieblingsrezepte zu verraten und rührt über diese Kanäle natürlich die Werbetrommel für ihr neues Projekt.
Eröffnung ist im Mai geplant
Im Mai möchte sie die ersten Gäste in den Räumen empfangen. "Das Team steht", zeigt sie sich froh, Personal gefunden zu haben. Bis zur Eröffnung wolle sie sich mit allen zusammen einarbeiten, um dann einen guten Start hinzulegen. An die 50 Gäste finden im Innenraum Platz und bei schönem Wetter ebenso viele auf der Terrasse. Und auch an eine Theke für den Direktverkauf sei gedacht, stellt die 32-Jährige, fest. Derzeit feilt sie noch an den letzten Details der Ausstattung. Das Design sei jedenfalls etwas Besonderes in Villingen-Schwenningen und schaffe eine Atmosphäre zum Wohlfühlen, verspricht Luisa Zerbo. "Schön wird’s, ich freue mich darauf", fiebert sie der Eröffnung in wenigen Wochen entgegen.