Als Botschafterin des Schwarzwalds ist nun die Lok 145 016-2 als „Schwarzwald Marie“ unterwegs. Foto: Lothar Schwark

Loktaufe am Horber Bahnhof: Martin Braun von der Traktion Südwest Bahn PT freute sich riesig über die erste eigene E-Lok des Unternehmens – die „Schwarzwald Marie“.

Es ist ein Hingucker-Fahrzeug, das am Samstag am Horber Bahnhof getauft wurde: Sie glänzt in einem außergewöhnlichen Farbkleid, die nahezu 19 Meter lange E-Lok, die der Offenburger Künstler Andreas Kampa gestaltet hat.

 

Auf beiden Seiten ist das Fahrzeug mit Schwarzwaldmotiven versehen, und unübersehbar lächelt (etwas kühl) auf der Karosserie eine „Schwarzwald Marie“ mit Tracht und Bollenhut. Sie könnte nun deutschlandweit eine plakative Botschafterin des Schwarzwalds werden.

Neben der eigenen Lok verfügt die Traktion Südwest Bahn PT (seit 2016 in Horb, 22 Mitarbeiter) über zwei weitere gemietete Loks. In der Geschichte des Unternehmens markiere die Taufe der 145 016-2 zur „Schwarzwald Marie“ einen Meilenstein, berichtete Braun. Die Lok symbolisiere Fortschritt, Innovation und enge Verbundenheit des Unternehmens mit der Heimatregion.

Im Güterverkehr im Einsatz

Neben dem Transportbereich ist Bahn PT auch als anerkannter Prüfer des Eisenbahn-Bundesamts tätig und bildet Lokführer und Triebfahrzeugführer aus. In einem realitätsnahen Simulator werden praxisnahe Fahrten angeboten oder Lernfahrten im Rahmen einer neuen Ausbildung für Zugsicherungssysteme unternommen. Als dritte Säule ist das Unternehmen in der Personalvermittlung tätig.

Die Lok schmücken auf beiden Seiten unterschiedliche Motive. Foto: Lothar Schwark

Zur Loktaufe konnte Braun mit seiner Mannschaft auch Bürgermeister Ralph Zimmermann begrüßen. Ihm und seinen Gästen vermittelte Braun, für den die Eisenbahn schon immer ein großer Lebensmittelpunkt war, die Geschichte der Bahn PT. So wird die „Schwarzwald Marie“ vornehmlich im Güterverkehr unterwegs sein und Züge von bis zu 1700 Tonnen Gewicht am Haken haben.

Bei der Taufe war auch Bürgermeister Ralph Zimmermann (links, mit Claudia und Martin Braun) dabei. Foto: Lothar Schwark

Eine Strecke führt von der Karlsruher Raffinerie nach Villingen. Da die Schwarzwaldbahn über eine große Steigung führt, wird der Zug in Hausach getrennt und von dort in zwei Einheiten über die Schwarzwaldbahn geführt.

Anspruchsvolle Strecken

Die Güterzugfahrten auf der Schwarzwaldstrecke sind technisch anspruchsvoll. Wenn zum Beispiel gefallenes Laub auf den Schienen liegt und immer wieder einen Schmierfilm bildet, wie Braun berichtet. So ist es wichtig, dass die Lok über einen großen Sandvorrat verfügt, der für genügend Haftwert zwischen Rad und Schiene sorgt. Unter solchen Bedingungen müsse man zeitweise das Tempo auf 20 km/h drosseln.

Martin Braun im Führersitz der „Schwarzwald Marie“ Foto: Lothar Schwark

Die „Schwarzwald Marie“ ist unter anderem mit Petrolkokszügen mit bis zu 2000 Tonnen Ladung nach Dillingen/Saarland unterwegs. Weiter werden im regulären Einsatz Edelmetalle von Karlsruhe nach Oberhausen transportiert. Bedingt durch das teilweise strapazierte Netz sei es nicht immer einfach, die Fahrpläne einzuhalten. Verspätungen seien oft unumkehrbar.

Gewicht von 80 Tonnen

Die Baureihe 145 mit einem Gewicht von 80 Tonnen wurde bei „Adtranz“ (später „Bombardier“) gebaut, und verfügt über eine Leistung von 4200 KW (rund 5700 PS). Die Lok wird bewegt von vier Drehstrom-Asynchron- Fahrmotoren. Die Deutsche Bahn hatte 80 Loks dieser Baureihe in Betrieb, Privatbahnen 37.

Zur Loktaufe übergab Klaus Vollmer im Namen der Freunde des Ehepaars Claudia und Martin Braun eine kunstvoll gestaltete Kerze. „Was ihr macht, ist ganz toll“, sagte er. Danach durfte man unter Aufsicht den Führerstand und das Innenleben der „Schwarzwald Marie“ in Augenschein nehmen.