Alfred Danner wird am 20. Februar 100 Jahre alt. Der Alt-Stadtrat, Museumsleiter, Bodendenkmalpfleger und „Mauser“-Ausbildungsleiter blickt auf ein großes Lebenswerk zurück.
Als Arbeitersohn in Boll geboren, leitete er nach Jahren in Krieg und Gefangenschaft die Lehrwerkstatt der damaligen „Mauser-Werke“. In 35 Jahren ebnete Alfred Danner rund 1200 „Azubis“ den Weg ins Berufsleben.
Seine zweite Leidenschaft war die Lokalpolitik. In 15 Jahren als Stadtrat verstand er sich – getreu der Gemeindeordnung Baden-Württembergs – als Ideengeber für die Ziele der Lokalpolitik und engagiertes Kontrollorgan des Bürgermeisters.
Lebhaft im Gemeinderat
Er wollte laut seiner Familie nie Teil eines Abnick-Gremiums sein oder gar der „partnerschaftlich“ verlängerte Arm der Stadtverwaltung. Entsprechend legendär und lebhaft gerieten zu seiner Zeit mitunter die Sitzungen des Gemeinderates.
Zu seinen größten Erfolgen zählt er den gemeinsam mit Mitstreitern verhinderte Abriss des Augustinerklosters – heute Rathaus und Kulturzentrum.
Der „Scherben-Danner“
Alfred Danner machte es sich und anderen niemals leicht, wenn es um seine zentralen Anliegen ging: den Denkmalschutz und die kritische Reflexion der Lokal-Geschichte. Er baute das Heimatmuseum mit auf und leitete es bis 2001.
Unglaubliche 59 Jahre war der „Scherben-Danner“ bis 2015 als Vertreter des Landesdenkmalamtes für keltische Grabhügel, römische Gutshöfe und mittelalterliche Ruinen im Landkreis zuständig.
Zahlreiche Auszeichnungen
Sein Wissen und Wirken wurde durch zahlreiche Auszeichnungen bestätigt. Er erhielt den Deutschen Preis für Denkmalschutz, den Württembergischen Archäologiepreis, das Bundesverdienstkreuz am Bande, den Ehrenring der Stadt Oberndorf, die Bürgermedaille und die Landesehrennadel.
Der 100-Jährige lebt mit seiner Lisa in 75-jähriger Ehe in seinem Haus im „Dachau“. Bis vor kurzem noch geistig rege, war er laut seiner Familie immer wieder aufs Neue entsetzt über die zahlreichen, „angeblich wieder alternativlosen Abrisse wichtiger und stadtbildprägender Bauten“ und die klaffenden Wunden in seiner geliebten Heimatstadt.