Die Rotssuppe der Lörracher Narrenzunft im Dreiländermuseum bildete am Rosenmontag das Finale Furioso der Saalfasnacht.
Städte und Gemeinden schwimmen. Sie tun ihr Bestes, um den Kopf finanziell über Wasser zu halten, aber wer ein veritables Freibad zu finanzieren hat, der muss besonders umsichtig navigieren. Das ist Steinens Bürgermeister Gunther Braun zuletzt beim örtlichen Freibad nicht ganz so gut geglückt. Für die Sanierung des Bads hatte er einige „Ad-hoc-Entscheidungen“ getroffen – ohne den Gemeinderat zu informieren. Und landete damit einen eindrucksvollen kommunikativen Bauchplatscher.
Dafür bekam der Burgi von Oberzunftmeister Andreas Glattacker und seinem Stellvertreter Philipp Buser den Drochehüüler-Orden überreicht – dies mit der abschließenden Mahnung: „Braucht der Burgi Geld fürs Bad, frag’ erst den Gemeinderat.“
Das „Statt-Ratschörli“ hat sich neu erfunden
Den Auftakt des Programms bildeten die fulminanten Gesangseinlagen des neu formierten Stadtrat-Chörlis, das sich als „Statt-Ratschörli 2026“ neu erfunden hat.
Mit Hubert Bernnat, Sabine Ehrentreich (beide schrieben die Texte), Christiane Cyperrek, Bernhard Escher, Ulrike Krämer, Matthias Lindemer und Thomas Vogel – begleitet von Thomas und Uli Denzer – sahen die zahlreichen Gäste ein Ensemble, dessen makellose Schönheit nur noch von der Reinheit seiner Stimmen übertroffen wurde: Haushalt, Rathaus, Krankenhaus, die neue Badeordnung (das Boxershorts-Verbot!) und weitere kommunale Themen vertonte das Chörli mit originellen Texten zu bekannten Songs von „Yesterday“ bis „Wenn nicht jetzt – wann dann?“
Lörrachs Zunftmeisterin Hochform
Stephan Ziegler zog für die Zunftmeister eine sehr gute Bilanz für die Fasnachtssaison und wurde von Andreas Glattacker – der die Veranstaltung souverän moderierte – zum Zunftmeister befördert, ebenso Christina Buser und Michaela Reiss.
Norman Meier zeigte eindrucksvoll, dass er als junger Zunftmeister bereits einer Paraderolle der Zunft, dem „Märtwiib“, gewachsen ist.
Hubert Bernnat – er hatte zuvor schon den Chörli-Auftritt moderiert – brillierte in seinem Beitrag mit Betrachtungen über die Tüllinger Weinlese und seiner innovativen Idee, aus dem „Wi from the Länd“ ein „Wiftili“ zum machen, serviert im 0,2-Glas, dem „Fiftili“...
Als Gastredner zeigte Alt-Zunftmeister Karl-Heinz-Sterzel – lange eine tragende Säule der Zunft, dass er es immer noch kann: Mit seiner Berichterstattung aus dem „Tatabla“, seinem „Tannenkircher Tagblatt“ schlug er zunächst einen ernsten Ton zu den Verhältnissen in den USA unter Donald Trump an, um dann heiter das Weltgeschehen und Lokales Revue passieren zu lassen.
OB Jörg Lutz widmete sich abschließend dem nachrichtlichen „Jägerlatein“ und ließ das Publikum raten, ob etwa seine Behauptung, Bernhard Escher sei für seine 1000. Anfrage an die Stadtverwaltung geehrt worden, korrekt sei (Antwort: Falsch – Lutz scherzhaft: „Es sind erst 882.“).
Die Rotssuppe: Ein Höhepunkt der Saalfasnacht, die schließlich bei Mehlsuppe und einem Umtrunk ausklang.