Autorin Sarah Tischer aus Igelsberg (Mitte) war zu Gast in der Buchhandlung Dewitz, wo sie von Buchhändlerin Helga Seitz (links) und Inhaberin Claudia Böttiger (rechts) begrüßt wurde. Foto: Gerhard Keck

Autorin Sarah Tischer aus Igelsberg las aus ihrem Debütroman „Letzte Nacht in Baden-Baden“ in der Freudenstädter Buchhandlung Dewitz. Ihr sympathischer Auftritt mündete in einen lockeren Austausch mit dem Publikum.

Das fehlt der Rezeptionistin Maxi Morel noch zu ihrem Glück: zwei blutige Leichen im Flur einer Baden-Badener Renommieradresse. Dazu noch auf ihrem letzten Kontrollgang im Hause, das eben geschlossen worden ist und zum Verkauf ansteht. Ihr Entsetzen ist gewaltig, und sie durchlebt ein zehrendes Wechselbad der Gefühle.

 

Als die beiden Opfer eines Verbrechens am anderen Morgen plötzlich verschwunden sind, zweifelt Maxi an ihrem Verstand. Eine Menge Fragen tun sich auf. Sie rekapituliert die vergangenen Stunden, kann sich aber keinen Reim auf die Vorgänge machen.

Was hat es mit dem Pärchen auf sich, das unter vollem Einsatz seines Charmes noch am Abend zuvor ein Zimmer gebucht hat und dann verschwunden ist? Wer spielt welche Rolle in Maxis Umfeld, vom Chef über die Kollegen bis in die Familienstruktur hinein? Das ist die Ausgangslage für Sarah Tischers Krimi-Erstling „Letzte Nacht in Baden-Baden“.

Fulminanter Showdown

Es liegt auf der Hand, dass Maxi, Ermittlerin wider Willen, in einen Strudel von Fakten, Vermutungen, Halb- und Unwahrheiten gerät und sich die ganze Chose erst in einem fulminanten Showdown auflöst. Der Verlauf der Tragödie stürzt die junge Frau in eine Identitätskrise, die es in sich hat, zumal sie auch noch an anderen Schauplätzen zu kämpfen hat, beispielsweise mit ihrer verkorksten Beziehung zu ihrem Freund. Zum Glück gibt es Trösterchen, denn Maxi ist eine Naschkatze, die es vor allem auf Pralinen abgesehen hat – wie ihre Schöpferin Sarah Tischer, wie die Autorin freimütig bekannte. Der Plot ist unterhaltsam aufbereitet, die Lektüre kommt gerade recht für kuschelige Abende auf dem Sofa, wenn es draußen ungemütlich ist.

Claudia Böttiger, Inhaberin der Buchhandlung Dewitz, stellte die Autorin kurz vor, bevor diese selbst in eine Appetit machende unaufgeregte, aber akzentuierte Lesung einstieg. Zwischendurch konnten sich die Gäste mit einem Getränk erfrischen, und im Verlauf des Vortrags reichte Sarah Tischer in Anlehnung an ihre Protagonistin Maxi köstliche Trüffel – ein gelungener methodischer Kniff. Nicht nur hierbei zeigten sich Analogien zu ihrer literarischen Hauptperson, merkte sie scherzhaft an, auch in der Großzügigkeit in Ordnungsfragen gebe es Parallelen.

Fortsetzung geplant

Als das Buch kürzlich erschien, sei dies ein besonderer Tag mit starken Glücksgefühlen für sie gewesen, meinte Tischer. Er sei auch Anlass für einen Gratulationsreigen gewesen. Dabei kann Tischer auf Schriftstellererfahrung zurückgreifen. Ein Kochbuch von ihr ist auf dem Markt. Eine Erzählung aus ihrer Feder ist enthalten in dem Krimi-Sammelband „Schwarzwald morbid“ aus 2023.

Eineinhalb Jahre hat Tischer an der „letzten Nacht“ geschrieben. Sie habe Lust gehabt auf einen Krimi im Hotelmilieu, und so sei der Roman entstanden. Dem Verlag sei daran gelegen, eine Fortsetzung mit Maxi Morel in Umlauf zu bringen. So steht Sarah Tischer unter Zeitdruck in der Fortsetzung ihrer Autorenkarriere.

Sie gehört zum Jahrgang 1987 und ist am Bodensee aufgewachsen. Seit zehn Jahren lebt die Diplom-Volkswirtin, die in München und Barcelona studiert und in Zürich im Finanzwesen gearbeitet hat, im Schwarzwald. Seit acht Jahren betreibt sie im beschaulichen Igelsberg die Black Forest Lodge, eine Adresse für Sportler, Naturliebhaber und Ruhesuchende. Ihre besondere Hinwendung zu Natur und Nachdenklichkeit legte sie auch mit einer zweimonatigen Pilgerreise durch Frankreich und Spanien an den Tag.

Das Buch: Sarah Tischer, Letzte Nacht in Baden-Baden, Kriminalroman, Gmeiner-Verlag Meßkirch 2024, 268 Seiten, Taschenbuch, 14 Euro.