Viele bunte Schmetterlinge wurden als Fensterschmuck für das Angelika-Wössner-Stift gebastelt. Foto: Fahrland

Die Projektwoche der Grundschule im Vöhringer Teilort strahlt in die Öffentlichkeit hinaus – und nicht nur davon profitieren die Schüler.

Die Projektwoche für freundliches Miteinander strahlt in die Dorfgemeinschaft aus. Und mit Feuereifer beteiligten sich die Kinder der Grundschule Wittershausen an der Projektwoche zum Thema „kindness“ , also „Freundlichkeit“. Zum Abschluss verschönerten sie mit rund 20 Elternteilen das Schulgelände und üben sich fortan in der Frage: „Wie kann ich dir, mir und uns allen Gutes tun?“ Von zwei Aktionen profitierten der Kindergarten und das Angelika-Wössner-Stift Sulz.

 

Gesungene Einstimmung

Morgens stimmte sich die Schulgemeinschaft mit einem eigens umgeschriebenen Liedtext auf das Thema ein und wurde mittags mit einem Spruch in den Alltag entlassen. Eine riesige leere Pinnwand wartete darauf, mit Material gefüllt zu werden.

Auch Besuche im Kindergarten zum Vorlesen und Basteln stehen auf dem Programm. Foto: Fahrland

Die Projekte könnten dazu führen, dass sich Personen im Umfeld erstaunt die Augen reiben, wenn sich der Nachwuchs plötzlich nicht nur am Mutter- oder Vatertag von seiner Schokoladenseite zeigt und Hilfe in Haus und Garten anbietet oder Tipps für Wertschätzung, Selbstwahrnehmung und Entspannung gibt. Denn die Grundschule ist kein abgeschlossener Kosmos. Was von Schulleiterin Sarah Frick und ihrem Kollegium mit den Kindern kreativ erarbeitet wurde, schult die Sozialkompetenz und strahlt positiv auf die Familie und das soziale Umfeld aus.

Fürs Leben lernen

Das geschäftige Treiben wirkte wie die moderne Auslegung des Sprichworts „Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir.“ Auch das Schulmotto „Gemeinsam lernen bewegt“, das auf Bewegung, Lesen und Gemeinschaft basiert, wurde umgesetzt.

Jedes Kind durfte in jahrgangsgemischten Gruppen in drei Tagen alle sechs 90-Minuten-Projekte durchlaufen, die vom Kollegium geleitet und von einer gemeinsamen Hofpause unterbrochen wurden.

Um den Bewohnern eines Sulzer Seniorenheims Freude zu bereiten, wurden Glasuntersetzer und bunte Schmetterlinge fürs Fenster gebastelt. In anderen Klassenzimmern ging es um die eigene Wertschätzung, „Entspannung und Selfcare“ sowie wichtige Kenntnisse zum Thema „Erste Hilfe kann jeder“. Als Lesepaten besuchte man den Kindergarten nebenan, präsentierte das Märchen „Die Prinzessin auf der Erbse“ und bastelte Lesezeichen.

Besonderes Tagebuch

Das Motto „Sprinkle kindness and it will come back to you“ – „Versprühe Freundlichkeit, und sie wird zu dir zurückkommen“ – geht auf eine Tagebuch-Idee aus Irland zurück. Englische Begriffe sind für die Kinder aufgrund des spielerischen bilingualen Unterrichts nichts Ungewöhnliches. Für das Langzeitprojekt „Tagebuch der Freundlichkeit“ gestaltete jedes Kind nach Herzenslust seinen Einband. „Wir schreiben natürlich keine Geheimnisse hinein, sondern jede Woche drei Beispiele dafür, was wir uns, dir und mir Gutes getan haben“, erklärte die Fachlehrerin und notierte die Ideen ihrer Schützlinge, wie sie sich und anderen Freude bereiten könnten.

Trotz der kühlen Witterung war man sich einig, die Verschönerungsaktionen rund ums Schulhaus am letzten Tag durchzuziehen. Groß und Klein übernahmen Verantwortung für eine ansprechende Lernumgebung.

Im Außenbereich wurde gepflanzt, gegärtnert und Müll gesammelt. Der Keller wurde aufgeräumt, um ihn als Werkraum zu nutzen. Die Zaundekorationen aus Holz wurden abgeschliffen, neu bemalt und ergänzt, die verwitterten Sitzbänke abgeschliffen und bunt bemalt sowie die Felder des Barfußpfads ausgegrast und instandgesetzt. Er bleibt wie der frisch befüllte Sandkasten und die Pausen-Hüpfspiele im Hof, die bei trockener Witterung noch eine Farbauffrischung erhalten, für die Öffentlichkeit zugänglich. „Viele Familien nutzen die Spielgeräte auch in der Freizeit“, weiß Sarah Frick.

Für sie habe sich bestätigt, dass sie sich hundertprozentig sowohl auf die Schüler und das Kollegium als auch auf den Elternbeirat, die Eltern sowie auf die Gemeinde, den Hausmeister und den Bauhof verlassen könne. Besonders gefreut habe man sich über die Material- und Geldspenden mehrerer Sponsoren. Von allen Seiten habe man viel Unterstützung in Form von Ideen, Zeit und Arbeitskraft erhalten.