Es hat nicht ganz gereicht zum großen Coup bei den deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften in Dortmund.
Elena Burkard (LG farbtex Nordschwarzwald) über 3000 Meter und Rosina Schneider (TV Sulz) über 60 Meter Hürden holten Bronze. Sowohl Burkard, die als Deutschlands Jahresschnellste über die 15 Hallenrunden angereist war, als auch Schneider, als Deutschlands Nummer zwei über die Hürden, waren trotz des Edelmetalls nicht ganz zufrieden.
Im 3000-Meter-Rennen der Damen war Elena Burkard die Gejagte, und genau so war auch der Verlauf. Nachdem die Tübingerin Katja Bäuerle die ersten 1000 Meter für eine schnelle Pace in 3:02 Minuten gesorgt hatte, übernahm die Nordschwarzwälderin das Zepter, nahm aber zunächst etwas an Fahrt heraus.
So lief die letzte Runde
Dahinter reihten sich die beiden hochgehandelten Medaillenaspirantinnen, Nele Weßel (Königsteiner LV) und Vanessa Mikitenko (Silvesterlauf Trier), ein. Bäuerle musste bereits reißen lassen. Eingangs des letzten Kilometers drückte Burkard dann richtig aufs Tempo, doch ihre beiden Verfolgerinnen ließen sich nicht abschütteln.
Gemeinsam ging das Trio in die letzte Runde, doch als die 1500m-WM-Finalistin Nele Weßel antrat, hatte Burkard nichts mehr entgegenzusetzen. Auch Mikitenko schob sich noch an der Nordschwarzwälderin vorbei. Sowohl die neue Deutsche Meisterin Nele Weßel (9:01,35 Minuten) als auch Mikitenko auf dem Silberrang (9:03,18 min) mussten Bestzeit laufen, um Elena Burkard auf Rang drei (9:04,38 min) zu schlagen.
Das sagt Elena Burkard
„Gemischte Gefühle – mit Platz 3 in Deutschland bin ich voll zufrieden. Ich habe bei allen deutschen Meisterschaften der letzten Jahre immer eine Medaille gewonnen, und darauf kann man schon stolz sein. Das Rennen selbst lief eigentlich wie geplant, aber ich hätte versuchen sollen, die letzte Runde noch mehr Druck zu machen. Ich wollte Nele vorbeilassen und dann nochmal von hinten angreifen, bin dann aber nicht mehr in meinen Laufschritt gekommen. Rückblickend war das quatsch. Aber Nele ist gerade topfit und bereitet sich für die Hallen-WM vor. Sie hätte mich mit jeder Taktik im Griff gehabt,“ analysierte Elena Burkard ihren Lauf zu Bronze.
Bitter ist der dritte Platz von Rosina Schneider. Mit ihr und der „Jahresschnellsten“ Marlene Meier vom TSV Bayer Leverkusen hatten zwei Damen bereits die Hallen-WM-Norm geknackt und konnten schon fast mit ihrem Start im polnischen Torun planen.
Doch für die Wiesenstetterin kam es anders. Im Finale setzte sich Meier mit Bestzeit-Einstellung von 7,92 Sekunden durch und löste eines der beiden WM-Tickets. Dahinter folgte aber nicht Schneider, sondern Ricarda Lobe (MTG Mannheim) in 7,95 Sekunden und schnappte der als Dritten ins Ziel stürmenden Rosina Schneider Silber vor der Nase weg.
So lief es für Jens Mergenthaler
Ein Rennen der Superlative hingegen erwischte Jens Mergenthaler. Burkards Teamkollege stand ebenfalls über 3000 Meter am Start, doch war von vornerein klar, dass er mit der Vergabe der Medaillen nichts zu tun haben wird. Für den 28-Jährigen war eine gute Zeit das Ziel, und die wurde es auch.
Das Fazit
Der spätere Sieger Florian Bremm (Franconia Athletics) zog das Feld direkt mit einem harten Tempolauf auseinander – und das 20-köpfige Verfolgerfeld folgte wie an der Perlenschnur gezogen. Mergenthaler reihte sich auf Rang 10 ein und hielt diesen Platz bis ins Ziel. Ab Platz zwei bis Rang 13 liefen alle Läufer Saison- oder persönliche Bestleistungen, auch Jens Mergenthaler in 8:02,57 Minuten.
„Ich denke, insgesamt kann ich mit der kurzen Hallensaison recht zufrieden sein. Besonders über die 3000m habe ich mit drei aufeinanderfolgenden Indoor-Bestzeiten von 8:15 über 8:05 bis zur 8:02 eine sehr gute Entwicklung hingelegt. Natürlich hatte ich mir eine Zeit unter 8 Minuten gewünscht und dass es nun so knapp war, ist schade, aber der Fokus lag in den letzten Monaten eher auf der Entwicklung einer soliden Ausdauerbasis“, so die Bilanz von Jens Mergenthaler.