Rücksichtslose Autofahrer sorgen mit überhöhten Geschwindigkeiten und dröhnendem Motorenlärm zunehmend für Ärger in Freudenstadt. Nun schlagen Anwohner Alarm.
Unnötiges Beschleunigen, aufheulende Motoren, knatternde Auspuffanlagen: Mittlerweile ist die Lärmbelastung durch Poser und Raser an vielen Durchgangsstraßen in Freudenstadt ein Problem. Sogar am Marktplatz lässt sich das Phänomen mittlerweile an vielen Tagen beobachten.
Besonders betroffen ist aber offenbar die Stuttgarter Straße. Das zeigen nun die Stellungnahmen zum Lärmaktionsplan, die im Rahmen der jüngsten Gemeinderatssitzung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden.
Über mehrere Seiten schildert eine Anwohnerfamilie ihr Leid. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben zunächst zwar nicht. Doch den Schilderungen angefügt sind mehrere Videoaufnahmen von mutmaßlichen Posern und Rasern, die die Kritik der Anwohner untermauern. Da die Aufnahmen schon rund zwei Jahre alt sind, besteht das Problem offenbar schon länger.
Erst Beschleunigungsrennen – dann plötzliches Abbremsen
So gibt es ein Video, in dem sich zwei hochmotorisierte Autos ein regelrechtes Beschleunigungsrennen liefern, bevor sie wieder abrupt abbremsen. Laut den Anwohnern wird die jeweils zusätzliche Fahrspur der insgesamt vierspurigen Straße immer wieder für solche Manöver genutzt.
Die Anwohner schreiben in dem Zusammenhang von „Duellen“. Dabei werde regelmäßig die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern überschritten. Nachts werde sogar mit Geschwindigkeiten weit über 100 Stundenkilometern gefahren.
Von dem in der Stuttgarter Straße fest installierten Blitzer lassen sich die Raser offenbar nicht abschrecken. Viele würden nur kurz langsam fahren, um direkt danach wieder stark zu beschleunigen, schreiben die Anwohner. „Zudem quittieren die Poser den stationären Blitzer mit starkem Motorlärm, Fehlzündungen und knallendem Auspuff und beschleunigen danach extrem.“
Mittlerweile hat sich die Stuttgarter Straße offenbar zu einem regelrechten Treffpunkt der Szene entwickelt. „Es hat sich in den letzten Jahren eine Posergruppe gebildet, die nichts anderes will, als unnötigen Lärm zu verursachen, in dem mehrmals die Stuttgarter Straße hin- und hergefahren wird. Mit dem Beschleunigen und Bremsen werden die extremen Lärmbelästigungen zusätzlich provoziert“, schreiben die Betroffenen.
Auch die Ausstattung der Autos trägt laut den Schilderungen zu dem Problem bei. „Die Fahrzeuge (...) sind auf laut getunt, mit Klappauspuffanlage und einem extrem lauten Standlärmpegel“, so die Anwohner. „Ob dies alles legal ist, bezweifeln wir an dieser Stelle.“
Was kann also dagegen unternommen werden? Der Stadt sind laut eigenen Angaben die Hände gebunden. „Das ist kein Thema, das wir als Ordnungsamt lösen können“, erklärte Ordnungsamtsleiter Christoph Gerber in der Gemeinderatssitzung. Vielmehr sei das Aufgabe der Polizei.
„Da haben letztes Jahr schon Aktionen stattgefunden – nicht nur in der Stuttgarterstraße“, berichtete Gerber mit Blick auf entsprechende Polizeieinsätze. Auch Oberbürgermeister Adrian Sonder (CDU) meinte: „Die Polizei wird alles daran setzen, den einen oder anderen dingfest zu machen.“ Allerdings musste Sonder zugeben: „Die Polizei ist auch personell beschränkt.“