Im Rahmen eines Kunstprojekts arbeiten die Künstlerinnen Cara Lila Bauer und Gloria Keller aktuell mit Kindern der „Villa Sonnenheim“ und der Außenwohngruppe „i-Tüpfelchen“. Die Bilder werden ab Freitag in der Kreisvolkshochschule ausgestellt.
Schon der Name des Projekts „Himmelgrün und Tomatenblau – ich male mir die Welt, wie sie mir gefällt“ zeigt, dass Fantasie und künstlerischer Entfaltung bei diesem Projekt kaum Grenzen gesetzt sind. Ziel des Ganzen ist es, die Kreativität der Kinder zu fördern und ihnen die Themen Kunst, Künstler und künstlerisches Schaffen auf unterhaltsame und praktische Weise nahezubringen.
Das Projekt richtet sich an benachteiligte Kinder. Es wird vom Bund Bildender Künstler und vom Ministerium für Bildung und Forschung gefördert. Sebastian Mutz, Geschäftsführer der heilpädagogischen Jugendhilfeeinrichtung Villa Sonnenheim, in der die Kinder auch wohnen, hatte sich erfolgreich dafür beworben.
Gemeinsam den Farbpinsel schwingen
Eine Woche lang trifft sich die zwölfköpfige Gruppe deshalb jeden Vormittag mit den beiden Künstlerinnen im Kunsthaus der Musik- und Kunstschule, um gemeinsam den Farbpinsel zu schwingen.
Nachmittags wird das Projekt im Park Courbevoie fortgesetzt. Dort wird den Kindern auf Basis der aus Italien stammenden „Segni Mossi“-Methode unter Leitung von Kunstpädagogin Ariane Fackel vermittelt, wie man sich zu Musik bewegen und dabei Zeichen setzen kann. Das Bedürfnis nach Bewegung im Freien nach der konzentrierten Arbeit am Vormittag wird dabei ebenfalls gestillt.
Ein Höhepunkt der Projektwoche war der Sonntagsausflug ins Museum Frieder Burda in Baden-Baden. Dort nahmen die Kinder an einer kinderpädagogischen Museumsführung teil. Es wurde die Möglichkeit genutzt, im dortigen Atelier kreativ zu werden, wobei Rauminstallationen zum Thema Umwelt und Natur im Mittelpunkt standen. „Keines der Kinder hat zuvor je ein Museum besucht“, sagt Gloria Keller.
Von Marc Chagall bis zu Frida Kahlo
Die Vormittage im Kunsthaus waren jeweils einem bestimmten Künstler und seiner Kunst gewidmet. So unterschiedlich wie die Künstler waren deshalb auch die Bilder, die nach kurzen Einführungen entstanden sind.
Bei „Wassily Kandinsky“ ging es in erster Linie um Farben, Flächen und Linien, bei „Marc Chagall“ um den eigenen Schutzengel, der von den Kindern gemalt wurde. Die Künstlerin Frida Kahlo inspirierte zum Selbstporträt, der Maler Paul Klee zu eigenen Farbmischungen auf der Basis von fünf Grundfarben. Beim französischen Maler und Bildhauer Yves Klein drehte sich alles um die Herstellung eigener Farben aus Mehl, Acrylbinder oder Eigelb. Auch das Thema „OP-Art“ – dabei geht es um Illusionen und optische Täuschungen – wurde von den Künstlerinnen aufgegriffen. Beim Malen kommen Schwämme, Spachteln, Lappen, die Hände und auch ungewöhnliche Werkzeuge wie Klobürsten, Fliegenklatschen und Karten zum Einsatz.
Vernissage findet am Freitag statt
„Die Kinder sind sehr aufmerksam. Wenn sie malen, sind sie mit Herz und Seele bei der Sache“, schildert Bauer. Auch Mutz berichtet von der Begeisterung, die ihm täglich beim Mittagessen entgegenschlägt. Die Erlebnisse würden dabei eindrücklich geschildert.
Zum Abschluss der Projektwoche gibt es am Freitag, 2. Juli, um 10.30 Uhr eine Vernissage in der Galerie der Kreisvolkshochschule Freudenstadt, Kreishaus, Landhausstraße 4. Die Kinder umrahmen die Vernissage mit einer „Segni Mossi“-Darbietung. Die Bilder, die während der Kreativwoche entstanden sind, werden bis zum 20. September ausgestellt.