Wer steckt eigentlich hinter „Royal Schawarma“ in Schwenningen? Den Imbiss im City-Rondell steuern Kunden an, die das Besondere suchen. Wir haben nachgefragt, wer’s zubereitet.
„Ich wollte das schon immer machen“, sagt Vitalie Irinevici und meint damit seinen Imbiss mit Spezialitäten, die vor allem in Osteuropa der Renner sind.
Die spezielle Mischung, die er im „Royal Schawarma“ im Außenumgang des City-Rondells in Schwenningen anbietet, hat er aus der Region hierhergebracht, aus der er und seine Frau Alla Klymova stammen.
Seit 2015 lebt das Paar in Deutschland. Vitalie Irinevici, bekennender Fan der Imbiss-Spezialitäten, die in seinem Heimatland, der Republik Moldau, aber auch in den Nachbarländern der Hit sind, hatte schon ganz zu Beginn den Wunsch, sich damit selbstständig zu machen. Seine Frau war es schließlich, die ihn final zu dem Schritt motivierte, es einfach auszuprobieren – und jetzt sind die beiden glücklich, dass das Ganze so gut funktioniert, dass sie bereits nach einem zweiten, größeren Standort Ausschau halten.
„Ich habe gemerkt: Wenn ich es so anbiete, wie es auch mir selbst schmeckt, kommen die Leute“, sagt der 32-jährige Betreiber, der in Moldau geboren und aufgewachsen ist, dort einen technischen Beruf gelernt und in diesem auch gearbeitet hat. Jetzt in Schwenningen bereitet er im „Royal Schawarma“ vor allem ein Gericht zu, das genau so heißt wie der Imbissstand selbst.
Eine spezielle Schawarma-Variante
Schawarma, ursprünglich aus dem Nahen Osten stammend, gibt es fast auf der ganzen Welt mittlerweile in unzähligen Varianten. Auch in Moldawien, Bulgarien und Rumänien, in der Ukraine, in Slowenien und in Russland haben sich eigene Versionen ihren Weg gebahnt, und eine in diesen Ländern besonders beliebte Machart hat Vitalie Irinevici im Angebot. Er bereitet sie mit gegrilltem, marinierten, klein geschnittenem Hähnchenfleisch zu, das das Siegel „Halal“ trägt, weil er auch etliche Kunden hat, denen das wichtig ist. Serviert wird das Ganze zusammen mit einem speziellen Karottensalat, sauren Gurken, Zwiebeln, Kraut und Tomaten in einem sogenannten Lavash-Fladenbrot, das aus einer spezialisierten, armenischen Bäckerei aus Frankfurt angeliefert wird, und mit einer hausgemachten Soße.
Aber auch rumänische Ćevapčići, „Mici traditionali“ genannt, Rindfleisch-Burger, Currywurst und Pommes hat er im Angebot, ebenso wie Hotdogs mit Geflügel- oder Krakauerwürstchen. Die kommen vor allem bei seinen polnischen Kunden super an, wie er erzählt. Und dann wären da noch seine in der Heißluftfritteuse zubereiteten Kartoffelecken, die er mit seiner hausgemachten Knoblauchsoße kredenzt – „die ist mein Geheimnis und meine Spezialität“, sagt Vitalie Irinevici, bevor er wieder in seinem Imbiss verschwindet, um für zwei Kunden deren Bestellung zuzubereiten. Die verraten derweil, dass sie im Internet gesehen haben, dass hier jemand etwas im osteuropäischen Stil anbietet und sehr gut bewertet wird.
Alla Klymova lächelt, als sie das hört. Die gebürtige Ukrainierin lebt gemeinsam mit ihrem Mann Vitalie, der sechsjährigen Tochter und dem zweijährigen Sohn in Schwenningen. Eigentlich arbeitet sie als Fotografin, ist aber gerade noch in Elternzeit und geht ihrem Mann im Imbiss währenddessen ab und an zur Hand, wenn es nötig ist. Beide sagen, dass sie mit dem Standort am City-Rondell sehr zufrieden sind, sich aber noch einen zweiten, etwas größeren vorstellen könnten, vielleicht in Villingen, wenn sich da etwas ergibt. Die beiden Kunden am Stand in Schwenningen haben unterdessen aufgegessen und sind zufrieden. „Wir sind Rumänen“, sagen sie im Weggehen, „und uns schmeckt es hier – fast so wie zuhause.“