Die KSK-Pläne treiben die Althengstetter Bevölkerung um. Das hat die große Zahl von Besuchern bei der Infoveranstaltung in der Festhalle gezeigt. Foto: Thomas Fritsch

Zur vorgesehenen Erweiterung des Calwer Kasernengeländes ist nach der Infoveranstaltung der Bundeswehr längst nicht das letzte Wort gesprochen. In Teilen der Bevölkerung stößt das Projekt weiter auf Widerstand. Und wie sehen Gemeinderat und Verwaltung das Vorhaben?

Die derzeit genutzten Gebäude des Kommando Spezialkräfte platzen aus allen Nähten. Das betrifft Lagerhallen, Abstellflächen und Unterkünfte. Deshalb sollen 23 Hektar Land auf Althengstetter Gemarkung für die Erweiterung der Kaserne für eine entsprechende Erweiterung gekauft werden.

 

Gutachter sollen sich die jeweiligen Grundstücke ansehen und auf diesem Wege Kaufpreise ermitteln. Danach soll mit den Landbesitzern verhandelt werden. Auch die Kommune besitzt Gelände im geplanten Erweiterungsbereich. Von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben waren am Infoabend in der Althengstetter Festhalle vor rund 450 Zuhörern individuelle Lösungen mit den Besitzern der landwirtschaftlich genutzten Parzellen im vorgesehenen Erweiterungsgebiet angekündigt worden; aber auch klar gemacht worden, dass es im Extremfall die Möglichkeit der Enteignung gebe.

„Keine Planung ohne Zurück mehr“

Bei der Gemeindeverwaltung wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird, lässt Bürgermeister Rüdiger Klahm im Gespräch mit unserer Redaktion durchblicken. „Das ist keine Planung ohne Zurück mehr, beim Infoabend wurde nur die Rahmenplanung vorgelegt“, betont er. Es sei transparent dargestellt worden, was wie wann gemacht werden solle.

Der Infoabend in der Festhalle sei wichtig gewesen, um eine Rückmeldung aus der Bevölkerung zu bekommen und einige haarsträubende Gerüchte, die im Ort kursierten, auszuräumen. Beispielsweise jenes, wonach Gemeinderat und Verwaltung hinter verschlossenen Türen bereits einen entsprechenden Bebauungsplan für das Erweiterungsvorhaben beschlossen haben sollen und die Bundeswehrpläne längst beschlossene Sache seien. Das sei mitnichten der Fall, so Klahm, „mal ganz davon abgesehen, dass ein Bebauungsplan gar nicht nichtöffentlich beschlossen werden darf“.

Nein zur Totalverweigerung, Ja zur Verkleinerung

Sich „total gegen das Projekt zu stellen“, ist nach Ansicht des Rathauschefs nicht zielführend. Vielmehr müsse es darum gehen, die vorgesehene Erweiterungsfläche zu verkleinern und vor allem eine Lösung für die Landwirte zu finden, die das Ackerland, das Kasernengelände werden soll, derzeit bewirtschaften. „Darunter sind zwei Vollerwerbslandwirte, und für diese muss eine Lösung gefunden werden“, sagt Klahm unserer Redaktion. Mit dieser Position steht er auf der Seite der unlängst gegründeten Bürgerinitiative, die sich gegen die geplante Erweiterung in der geplanten Dimension wehrt. „Betroffenheiten bleiben nicht aus“, äußert sich der Verwaltungschef weiter. Das betreffe Mitglieder des Gemeinderats ebenso wie Anlieger beziehungsweise Eigentümer aus der Bevölkerung und Landwirte.

Positionspapier kommt voraussichtlich im Februar

Ziel der Rathausverwaltung sei es nun, gemeinsam mit dem Gemeinderat eine Position zu den KSK-Plänen herauszuarbeiten. Voraussichtlich in der Februar-Sitzung soll diese ausformuliert werden. „Danach haben die Bürger die Möglichkeit, Räte anzusprechen und zur Meinungsbildung beizutragen“, sagt Klahm. Die Bundeswehr nehme man beim Wort. Angekündigt sei, zusammensitzen zu wollen und die eingehenden Eingaben zum Thema zu prüfen.

Noch viele Detailfragen

Noch längst nicht alle Detailfragen sind laut Klahm aus Sicht der Gemeindeverwaltung hinreichend geklärt. Beispielsweise, ob die Bundeswehr die auf dem Erweiterungsareal geplante Sporthalle dingend braucht und darauf besteht oder nicht. Und ob die Bevölkerung die Einrichtung mitnutzen wird können beziehungsweise dürfen und wollen, schließlich habe man das Gerhard-Schanz-Sportzentrum. Zu dieser Frage und einigen weiteren „brauchen wir eine Haltung und Lösung“. Eines täte der Geschichte laut Klahm jedenfalls gut: “Der Bund sollte den Eigentümern des Geländes schnell Kaufpreisvorschläge machen“.