Rocky sucht eine Familie, die sportlich und liebevoll ist – und gerne schmust. Foto: Speicher

Fünf Hunde wohnen derzeit im Kreistierheim in Freudenstadt – und sind bereit für eine Familie und ein neues Zuhause. Das sind die Fellnasen.

Ein Hund ist der beste Freund des Menschen – diesen Spruch würden vermutlich die meisten Hundebesitzer unterschreiben. Aber was ist, wenn der vermeintlich beste Freund plötzlich doch nicht zu einem passt? Wenn er mehr Zeit und Erziehung beansprucht als erwartet oder plötzlich mehr ist als ein Statussymbol? Für manche Menschen ist der letzte Ausweg: im Tierheim abgeben.

 

Bei fünf Hunden aus Freudenstadt und der Umgebung war das der Fall: Sie wohnen im Kreistierheim in Freudenstadt und sind auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Tamara Beck und Melissa Maier, Leiterinnen des Kreistierheims, stellen die Fellnasen vor.

Rocky sucht eine sportliche Familie. Foto: Speicher

Rocky. Der vierjährige Border-Collie-Husky-Mischling wurde laut Leiterinnen von einer Familie im Tierheim abgegeben – dabei strahlt er eigentlich pure Lebensfreude aus. Von seinen eisblauen Augen und dem Blue-Merle-Fellmuster dürfe man jedoch nicht täuschen lassen: „Er ist kein Modehund, sondern ein Mix aus zwei sportlichen Rassen – darüber muss man sich bewusst sein“, meinen Maier und Beck.

Die Leiterinnen wünschen sich für Rocky nach wie vor eine Familie – bei der er sowohl seinen sportlichen als auch liebenswürdigen Charakter ausleben kann. Die Kinder der Familie sollten jedoch mindestens zwölf Jahre alt sein, da der Mischling mit „Quirligkeiten“ nicht gut umgehen könne. „Das kann er nicht zuordnen, wenn zu viel um ihn herum passiert“, sagt Maier.

Bei Potti ist ein Garten ein Muss. Foto: Speicher

Potti. „Sportskanone Potti“ nennen ihn die Leiterinnen. Welche Rassen sich in dem Mischling wiederfinden, sei nicht ganz klar. Aber: Etwa eineinhalb Jahre ist Potti alt – dass er damit voll in der Pubertät stecke, merke man an seiner stürmischen Art, so Beck. Ein Garten sei daher ein absolutes Muss. „Er ist eine absolute Sportskanone“, betont Maier. Und: Er zeige, dass er vor allem gerne arbeiten und lernen möchte. Sei es, sich „bei langen Wanderungen auszupowern“ oder mit Übungen seine Konzentration zu stärken.

Pitri ist laut den Leiterinnen „sehr kinderlieb.“ Foto: Speicher

Pitri. Pitri ist als Pincher vielleicht der kleinste Hund im Tierheim – aber sorgt als „Quatschkopf“, wie Maier ihn nennt, trotzdem für Unterhaltung in der Gruppe. „Er spielt gern den Kasper – liebt gleichzeitig aber total Kinder“, erzählt sie. Sein Alter schätzen die Leiterinnen auf etwa eineinhalb bis zwei Jahre. Wie es sich für einen Pincher gehöre, sei er vor allem ein Energiebündel. Und das in jeglicher Form: ob beim Laufen oder Wandern gehen.

Brutos will trainiert werden. Foto: Speicher

Brutos. Der American Staffordshire Terrier feiert erst im Juni seinen ersten Geburtstag. „Brutos wurde mehr als Statussymbol gesehen statt als Lebewesen mit einem eigenen Charakter behandelt“, meinen Maier und Beck. Dass er von seinem früheren Herrchen nicht erzogen wurde, zeige sich in seinem Verhalten. So soll eher Brutos mit seinem Herrchen Gassi gegangen sein als andersrum – „dafür kann aber der Hund nichts“, sagen die Leiterinnen klar.

Einig sind sie sich nämlich darin, dass er trainiert werden will und lernbereit ist. Klappe dies gut, komme vor allem seine liebe Seite durch – „Er mag es nämlich auch total gern, gekrault zu werden – wie jeder andere Hund auch“, meint Maier.

Baffi geht lieber einmal statt dreimal am Tag Gassi. Foto: Speicher

Baffi. Sie ist neun Jahre alt, vielleicht ein Stück gemütlicher als andere Hunde – aber zweifellos liebenswert. Im Mai vergangenen Jahres hat sie für einen Monat außerhalb des Tierheims und in einer Familie gelebt, wurde dann jedoch wieder zurückgegeben – „Sie ist seither total verändert“, erzählt Maier. Der Kontakt mit anderen Hunden falle ihr schwer, deshalb ist ihr Stall abseits von den anderen Hunden.

Weil sie ein Herdenschutzhund ist, schlafe sie in der Regel lieber draußen. „Manchmal ist sie ein bisschen wie ein Esel“, sagt Beck und kichert. Ihr Drang, ihre Mitmenschen zu schützen, mache sich bemerkbar. Für Baffi wünschen sich die Pflegerinnen ein Haus, idealerweise mit einem Hof und einem sehr großen Garten in einer ländlichen Region. Auf dreimal am Tag Gassi gehen könne sie gut verzichten, lieber sei ihr ein großer Spaziergang am Tag.