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Kreis Rottweil Coronavirus: Lage in Kliniken spitzt sich zu

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In Italien kümmern sich Ärzte um das Leben eines mit dem Coronavirus infizierten Patienten. Foto: Claudio Furlan/LaPresse/AP/dpa

Kreis Rottweil - Die Corona-Lage in den beiden Kliniken im Landkreis hat sich am Wochenende dramatisch zugespitzt. Wie dem Schwarzwälder Boten berichtet wird, sei die Intensiv-Station in Oberndorf voll, drei Patienten wurden bereits verlegt. In der Helios-Klinik soll der Aufwachraum für Intensiv-Kapazitäten genutzt werden.

Die Aussage von Landrat Wolf-Rüdiger Michel von vergangener Woche, dass "die Lage noch nicht kritisch" sei, passt nicht zum Bild, das uns aus den Kliniken geschildert wird: Aus der Intensiv-Station in Oberndorf mussten am Wochenende drei Patienten verlegt werden, um wieder freie Plätze schaffen zu können. Ein beatmeter COVID-19-Patient sei nach Tübingen verlegt worden, heißt es. Ein Vorgang, der medizinisches Personal und einen Notarzt viele Stunden lang binde, sowohl wegen des komplizierten Transports an sich, zum anderen wegen der strengen Hygienevorschriften, um eine Ansteckung aller Beteiligten zu vermeiden.

Newsblog zur Ausbreitung des Coronavirus in der Region

Auf der Intensiv-Station der Helios-Klinik in Rottweil würden seit Samstagnacht nur noch COVID-Patienten aufgenommen, die Intensivstation ist schon jetzt zur reinen Corona-Station geworden. Drei Patienten würden beatmet, ein weiterer assistiert beatmet, ist zu erfahren. Und das bei einer noch recht geringen Quote von Fällen im Kreis, zumindest was die vom Gesundheitsamts bestätigten angeht. Am Samstag lag die Zahl bei 108.

Doch auch weiterhin wird es auch "normale" Intensiv-Patienten geben, diese müssten nun bereits auf umliegende Krankenhäuser verteilt werden, vorwiegend ins Schwarzwald-Baar-Klinikum, ist zu erfahren. Um in der Helios-Klinik Kapazitäten zu schaffen, soll ab Montag auch der Aufwachraum mit weiteren Intensiv-Plätzen für Normalpatienten ausgestattet werden.

In einem Papier des Deutschen Instituts für Katastrophenschutz in Tübingen heißt es nach Begutachtung der dramatischen Lage im Elsass: "Nadelöhr sind die zu beatmenden Patienten. Unter der Annahme, dass sich die Entwicklung wie im Elsass bald auch in Deutschland einstellen wird, ist eine optimale Vorbereitung von absoluter Dringlichkeit." So seien in der Uniklinik Straßburg unter anderem alle Krankenzimmer mit Sauerstoff-Wandanschluss zum Beatmungs-Zimmer umfunktioniert worden.

Medizinische Behandlung auch für Nicht-Corona-Patienten

Betont wird vom Institut für Katastrophenschutz auch, dass bei aller aktuell wichtigen und erforderlichen Planung für COVID-19-Patienten auch für andere Fälle (Herzinfarkt, Unfälle) eine adäquate medizinische Behandlung gegeben sein müsse. "Wir dürfen am Ende nicht all diese Patienten verlieren, um dafür alle COVID-19-Patienten gerettet zu haben", heißt es in dem Schreiben.

Auch unter diesem Gesichtspunkt kommt den beschränkten Kapazitäten in den Kliniken im Landkreis besondere Bedeutung zu. "Die Lage hat sich schon jetzt wirklich dramatisch verschärft", heißt es gegenüber dem Schwarzwälder Boten von vorderster Front. Umso unverständlicher sei es, dass es seitens des Landratsamts oder des Gesundheitsamts noch keinerlei Aktivitäten gegeben habe, die Kapazitäten massiv zu erweitern und beispielsweise eine Sporthalle für die Aufnahme von Patienten vorzubereiten. Da seien andere Landkreise deutlich weiter, so der Vorwurf, der auch in den Kliniken immer lauter wird. Es gebe nun zumindest Anzeichen, dass sich diesbezüglich in der nächsten Woche etwas tut.

Wie wir am Freitag berichteten, steht beispielsweise im Zollernalbkreis bereits die Balinger Kreissporthalle für COVID-Patienten ausgestattet bereit. Landrat Wolf-Rüdiger Michel hatte dem Schwarzwälder Boten gegenüber erklärt, die Bettenkapazitäten würden "täglich abgefragt". Damit dürfte es spätestens jetzt nicht mehr getan sein.

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Armin Schulz

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