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Kreis Freudenstadt Kann Online-Handel die Geschäfte retten?

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Dietmar Urban will mit "Emmas App" für Horb einen neuen Vorstoß in der Krise wagen. Foto: privat

Horb/Freudenstadt - 20 Prozent Einbruch des Wirtschaftswachstums – knapp viermal so hoch wie in der Finanzkrise, so düstere Prognosen. Jetzt versuchen die lokalen Händler, im Internet den Umsatz zu halten. Kann das klappen, obwohl der Online-Shop Emmas App in Horb bisher ein Flop war?

Die neueste Hoffnung hier heißt "Emmas App". Leicht zu bedienen, leicht zu befüllen. Ralf Bohnet, Wirtschaftsförderer des Landkreises, hatte am Freitag für Emmas App kräftig Werbung gemacht. Auch das Rathaus in Horb rief Händler dazu auf, bei Emmas App mitzumachen. Doch bringt es das überhaupt?

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In Horb hatte Digitalisierer Dietmar Urban im Schulterschluss mit City-Manager Thomas Kreidler schon im Herbst fleißig die Werbetrommel dafür gerührt. Urban: "Wir haben im Oktober angefangen, Händler zu akquirieren. Sechs bis sieben zeigen sich interessiert, zwei haben gesagt: ›Wir machen mit‹.

Bilanz ist ernüchternd

Doch die Bilanz ist bisher ernüchternd: Urban: "Bisher gibt es nur drei Läden aus Horb in Emmas App. Bestellt wurde so gut wie nichts. Dennoch habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben. Vielleicht waren wir einfach nur zu früh dran."

Der Horber Flop. Kann Emmas App, der extrem einfach zu befüllende Online-Shop, wirklich jetzt in der Krise helfen? City-Manager Kreidler: "Ich habe gemeinsam mit Dietmar Urban für Emmas App geworben. Wir haben da einiges an Energie neben unserer eigentlichen Arbeit hineingesteckt. Allerdings kann man die Händler nicht zum Jagen tragen. Als weiteres Problem hat sich gezeigt, dass Emmas App nur für Lebensmittel und kleine Hofläden ist. Neckar Sport oder Modegeschäften nützt das gar nichts. Außerdem hat sich gezeigt, dass große Unternehmen, die vielleicht als Zugpferd dienen können, nicht mitgemacht haben. Weil die App nicht ins Warenwirtschaftssystem einzupflegen war. Wenn wir einen Multiplikatoren wie beispielsweise die Bäckerei Saur gehabt hätten, wäre Emmas App vielleicht besser angelaufen."

Doch Saur hat das Projekt eines eigenen Web-Shops zwar vorbereitet, es aber auf Eis gelegt. Matthias Saur: "Wir nutzen seit Ende 2019 die Online-Plattform des Brötchenburschen. Das läuft richtig gut. Jetzt, in den Zeiten der Corona-Krise, liefern wir durch den Partner von Montag bis Sonntag aus. Das wird derzeit sehr gut angenommen. Die Nachfrage steigt täglich. Wir sind froh, damit rechtzeitig auf die richtige Online-Plattform inklusive Lieferdienst gesetzt zu haben."

Der Horber Flop mit Emmas App. Vielleicht war die Große Kreisstadt hier auch viel zu egoistisch. Wirtschaftsförderer Bohnet: "Der Horber Versuch war nicht bekannt. Ich habe es erst im Nachgang erfahren. Schade, dass wir nicht gleich den Schulterschluss gefunden haben. Wenn jede Stadt so etwas für sich macht, bringt das gar nichts. Da muss man zusammen auftreten!"

Inzwischen, so Bohnet, sieht er sich in seiner Strategie, die Verbreitung von "Emmas App" im Landkreis voranzutreiben, bestätigt. Bohnet: "Die Nachfragen von Händlern sind sehr stark. Zehn bis zwölf Händler aus dem Landkreis sind schon freigeschaltet und ich bin zuversichtlich, dass mein Ziel von 20 Händlern deutlich übertroffen wird. Und wenn genug Händler in der App sind, wird das auch nachhaltige Effekte zeigen – nicht nur in der Corona-Krise." Neben dem Landkreis Freudenstadt bewirbt auch der Enzkreis und der Landkreis Calw Emmas App. Bohnet: "Jetzt läuft die Registrierungsphase, die Programmierer sind total überlastet."

Und auch Annette Houri – mit ihrem Hoflädle in der Neckarstraße Horb die erste, die sich im Landkreis Freudenstadt im Online-Shop von Emmas App angemeldet hat, begrüßt die Initiative des Landkreises: "Ich habe immer gesagt: Es müssen viele Shops in Emmas App hinein. Damit es sich auch für den Verbraucher lohnt, die App herunterzuladen und zu nutzen. Toll, dass jetzt immer mehr Läden aus dem Landkreis dazu kommen. Ich werde jetzt gleich meinen Online-Shop weiter befüllen."

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Florian Ganswind

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