Laut dem Sportgericht des Fußballbezirks Nordschwarzwald nehmen Beleidigungen gegenüber Schiedsrichtern zu. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/d

Diskriminierende Beleidigungen muss sich ein Schiedsrichter von einem C-Jugend-Spieler der SG Neubulach/Teinachtal anhören lassen.

Der Fußballbezirk Nordschwarzwald setzt die Ankündigung, seine Öffentlichkeitsarbeit zu verbessern, in die Tat um – und veröffentlicht das nächste Sportgerichtsurteil. Diesmal geht es um einen C-Jugend-Spieler, der einen Schiedsrichter diskriminierend beleidigt haben soll.

 

„Geh doch Döner essen!“

„Der Spieler hat den Schiedsrichter in beleidigender Weise attackiert, wobei er sich abfällig über dessen Körperbau und Herkunft äußerte“, schreibt Bezirkspressesprecher Ulrich Bernhard. Der C-Junior der SG Neubulach/Teinachtal sah demnach die Rote Karte, als er zum Unparteiischen sagte: „Lass die Karte stecken, geh doch Döner essen, du Fettsack!“

Bernhard: „Auch nach dem Platzverweis kam es zu weiteren Zwischenrufen von außerhalb des Spielfelds, so dass die Partie kurzzeitig unterbrochen werden musste. Erst nach Aufforderung durch Trainer und Mitspieler verließ der Spieler das Spielfeld. Er zeigte weder Einsicht noch entschuldigte er sich für sein Verhalten.“

Das Sportgericht des Fußballbezirks Nordschwarzwald wertete dies als Beleidigung und sperrte den Spieler für drei Partien.

Offener Brief an alle Vereine

Erst vergangene Woche hatte das Sportgericht in einem offenen Brief an alle Vereine im Bezirk auf eine massiv steigende Zahl an Verfahren und eine „Verrohung der Sitten“ auf den Sportplätzen hingewiesen. Als Konsequenz wolle der Bezirk seine Öffentlichkeitspolitik ändern und künftig mehr Sportgerichtsurteile publikmachen. Bereits zwei Urteile wurden zusammen mit dem offenen Brief veröffentlicht – gegen einen Spieler des TSV Altensteig, der einem Gegenspieler einen Kopfstoß verpasst hatte, und gegen den SV Glatten, der aus Protest gegen die aus seiner Sicht zu harte Spielweise der SG Herzogsweiler/Durrweiler vorzeitig das Spielfeld verlassen hatten. Die kommenden Spiele der SG Herzogsweiler/Durrweiler stehen unter Beobachtung.