Der Landkreis in Person von Landrat Helmut Riegger übergab der Belegschaft spezielle Schilder für ihre Stationen. Foto: Bernklau

Wenige Wochen nach dem Start der Hermann-Hesse-Bahn geschah in Calw wieder etwas Historisches: Das neue Krankenhaus Calw wurde mit reichlich Prominenz eingeweiht.

Dynamisch schreitet Landrat Helmut Riegger zum Rednerpult. Das Konzept für seine Rede in der Hand. Doch das legt er spontan beiseite. Er blickt in die Höhe, lässt den Blick durch das brechend volle Foyer des neuen Calwer Krankenhauses schweifen und lässt seinen Gedanken freien Lauf: „Heute ist wirklich ein ganz ganz ganz besonderer Tag“, sagt er. „Ein wirklich historischer Moment. Ich bin so unendlich stolz, das wir das geschafft haben“, lässt er einen Blick in seinen Gemütszustand zu.

 

Und dass die Eröffnung des neuen Calwer Krankenhaus auf dem Stammheimer Feld wirklich historisch ist, belegt die Tatsache, dass das bisher letzte Ereignis dieser Art stolze 113 Jahre her ist. Auch deshalb nannte der Kreischef das Krankenhaus und den ihn umgebenden Gesundheitscampus ein „Jahrhundertprojekt“.

Der Kreistag hat immer zum Projekt gestanden

Ein Projekt, das auch schwierige Zeiten hinter sich hat. Darunter auch zwei Baustopps. „Doch der Kreistag hat stets hinter dem Projekt gestanden“, erinnerte sich Riegger, der seinen „Chefs“, den Kreisräten, immer wieder für diese Standhaftigkeit dankte. Dank empfingen an diesem sonnigen Nachmittag viele. Auch das im Landratsamt für dieses Projekt zuständige Team mit Dezernent Andreas Knörle und Bauexperte Volker Renz an der Spitze. „Das ist echt top“, zeigte sich Riegger auch etwas stolz auf seine Mannschaft.

Sozialminister Manne Lucha schaute auf seiner Abschiedstour bei der Krankenhauseröffnung in Calw vorbei. Foto: Fritsch

„Und jetzt haben wir es geschafft“, jubelte der Landrat. „Jetzt haben wir in Calw wahrscheinlich das modernste Krankenhaus, das wir in diesen Zeiten überhaupt haben können. Wir haben hier das gemacht, was wir machen können“, resümierte Riegger, der den Mitarbeitern des neuen Klinikums, die „365 Tage im Jahr für die Menschen im Kreis Calw da sein werden“ ein Landkreisschild für ihre jeweiligen Stationen schenkte.

Bundesgesundheitsministerin schickt Videobotschaft

Reichlich Prominenz hatte an diesem Nachmittag den Weg in das komplett gefüllte Foyer der neuen Klinik gefunden. Aber auch per Videobotschaft meldeten sich hochrangige Persönlichkeiten, um zur neuen Klinik zu gratulieren.

Dazu zählte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, die das Krankenhaus mit dem Gesundheitscampus als „beispielgebend, modern und leistungsfähig“ bezeichnete. Den Planern und Machern bescheinigte sie eine „gut überlegte Krankenhausplanung“.

Ein Krankenzimmer in der neuen Klinik. Foto: Fritsch

Auch Calws Partner im Klinikverbund Südwest, Böblingens Landrat Roland Bernhard, sandte seine Glückwünsche digital und bescheinigte dem Landkreis „Mut, Tatkraft und Durchhaltevermögen“.

Für Klaus Mack, CDU-Bundestagsabgeordneter für den Kreis Calw, beginnt nun für die Bürger im Landkreis Calw ein neues Kapitel in der Gesundheitsversorgung. Den Machern bescheinigte Mack ein großes Maß an Geduld. „Aber große Visionen brauchen einen langen Atem“, so Mack per Videobotschaft.

Lucha: „Sie haben uns als Partner an Ihrer Seite“

Auf seiner Abschiedstour schaute auch Sozialminister Manne Lucha beim Festakt vorbei. Bevor er selbst ans Rednerpult trat, bescheinigte ihm Landrat Helmut Riegger eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung von Campus und Krankenhaus. „Manne Lucha hat von Anfang an hinter diesem Projekt gestanden“, erinnerte er sich. Bei der Eröffnung bekräftigte und verteidigte Lucha seinen Einsatz für das Calwer Projekt, das er als „Leuchtturm in Baden-Württemberg“ bezeichnete.

Landrat Helmut Riegger zeigte sich erleichtert und zufrieden. Foto: Fritsch

Deshalb sicherte er auch namens des Landes weitere Unterstützung zu: „Sie haben uns als Partner an ihrer Seite“, sagte Lucha, der in den nächsten Wochen aus dem Landeskabinett ausscheiden wird. Zum Ausstand gab er vor allem der Gesundheits- und Krankenhauspolitik des Bundes einen Eimer voll Kritik mit auf den weiteren Weg. Vor allem der „zentralistische Ansatz“ in Berlin war Zielobjekt seiner kritischen Worte.

Oberhoff: „Wir sind alle super glücklich“

Alexander Schmidtke, Geschäftsführer des Klinikverbunds Südwest, bezeichnete die neue Calwer Klinik als „wohlüberlegt“, „extrem gelungen“ und „extrem kompakt“ und bescheinigte der Klinik eine „sensationelle Perspektive“.

Martin Oberhoff, Ärztlicher Direktor des Calwer Krankenhauses, attestierte „seiner“ Klinik, dass sie – wegen der hinzugefügten 40 Isolationszimmer – „wahrscheinlich das aktuell am besten auf eine weitere Pandemie vorbereitete Krankenhaus Deutschlands“ sei. Vor allem aber gab er die aktuell hervorragende Stimmung bei der Belegschaft der Calwer Klinik weiter: „Wir sind alle super glücklich.“