Das Orchester Music@Coeur gab in Binzen nach 2023 das zweite Benefizkonzert für ambulante Hospizarbeit.
Die 21 Musiker unter Leitung von Ulrich Winzer belohnten die rund 250 Menschen in der Gemeindehalle von Binzen nach „Standing Ovations“ am Ende des zweistündigen Konzerts mit zwei Zugaben. Dieses mal konnte sich das Orchester den großen Erfolg mit dem Verein zur Förderung ambulanter Hospizarbeit teilen, der gegründet worden ist, um die Arbeit der Ambulanten Hospizgruppe Dreiländereck finanziell zu unterstützen.
Deshalb hatte sich Heidi Thron, die stellvertretende Vorsitzende des Vereins, zu Beginn des Abends bei allen Mitwirkenden des Orchesters, der Gemeinde und des Vorstands bedankt. Der Förderverein umrahmte das Konzert mit einem Umtrunk, so dass die Veranstaltung gleichzeitig zu einem gesellschaftlichen Jahresausklang in Binzen geriet. Tonio Paßlick, der Vorsitzende der Ambulanten Hospizgruppe, erläuterte die Tätigkeiten der ehrenamtlichen, aber gut ausgebildeten Aktiven der Gruppe.
Die Flötistin Christine Braun moderierte die beiden Hälften des Programms. Im ersten Teil hatte Dirigent Winzer geschickt Mythenparodien wie Offenbachs „Orpheus in der Unterwelt“ mit dem berühmten Cancan am Ende oder die beliebten Melodien aus Tschaikovskys Nussknacker-Suite für das Orchester arrangiert.
Umrahmt von Vivaldis „Beatus vir qui timet Dominum“ und dem Marsch aus der zweiten Sinfonie von Mahler entstand ein Reigen mitreißender Melodien, bei denen das Orchester alle Register seiner Stärken ziehen konnte: genau gezirkelte Spannungsbögen mit sehr differenzierter Dynamik interpretiert, bei der Affekte und Phrasierungen wunderbar zur Geltung kamen. Dabei glänzten auch solistische Passagen wie das Waldhorn von Achim Lais aus Kandern in Rossettis Romanze aus dem Hornkonzert in Es-Dur.
Friedens-Hymne und zwei Medleys
Im zweiten Teil bewies das Orchester, dass es mit moderner Literatur vertraut ist: Begeisternd transparent und kompakt zugleich erklangen die beiden Werke des vor zwei Jahren verstorbenen amerikanischen Komponisten Robert W. Smith, bei denen Saxophonist Klaus Fischer aus Efringen-Kirchen mit hauchdünnen Piano-Klängen brillierte.
Und nach einer bewegenden Friedens-Hymne von Karl Jenkins folgten zum Abschluss zwei Medleys – eine Hommage an drei Jazz-Legenden von Stephen Bulla und „Billy Joel in Concert“ mit zeitlos schönen Melodien. Als Zugabe gab es das Klang gewordene Vermächtnis von Quincy Jones, der Jazz-Einflüsse mit Pop und Hip-Hop wie kaum ein anderer miteinander in Einklang bringen konnte.