Der Auggener Gesang- und der Musikverein haben ihr erstes gemeinsames Konzert in der Kreuzkirche gegeben.
„350 Jahre Musik im Dorf: So viel Geschichte verpflichtet und bestärkt uns darin, diese Tradition am Leben zu halten“: Mit diesen Worten eröffnete Musikvereinsvorsitzender Tobias Meier das Konzert. Zum 190-jährigen Bestehen des Gesang- und 160-jährigem Bestehen des Musikvereins in Auggen spannten beide Musikformationen für zwei aufeinander folgende Konzerte ihre Kräfte zusammen und begeisterten damit ihr Publikum.
Am Samstagabend, beim Konzertbesuch der Autorin dieser Zeilen, gab es ein volles Haus und stehende Ovationen. Insbesondere die gemeinsamen Auftritte von Chor und Blasorchester schufen große Gefühle durch große, gut miteinander harmonierende Klangfülle.
Eröffnet wurde das Gemeinschaftskonzert mit Georg Friedlich Händels festlich-strahlendem „Freue Dich Welt“ vom Gesangverein mit seinem erfreulich ausgewogenem Stimmenverhältnis von 18 Sängerinnen und 15 Sängern. Unter Leitung von Simone Müller-Moore sang der Chor weihnachtliche Lieder aus Frankreich, Venezuela, Deutschland und das suggestive „Carol of the Bells“ aus der Ukraine. Hier folgten die Stimmen zeitversetzt aufeinander, beginnend mit zart verhaltenem Sopran. Als dann auch die tiefen Männerstimmen einfielen, kamen Gänsehautgefühle auf.
Viel Applaus
Starken verdienten Applaus erntete der Chor mit Händels „Hallelujah Chorus“: Ein strahlendes, kraftvoll gesungenes Gotteslob aus schönen, kunstvoll ineinander gefügten abwechselnden Passagen der Frauen- und Männerstimmen und mit Sopranstimmen, die sich sauber hochschwangen in schwindelerregende Höhen.
Es folgten geballte Musikalität und Strahlkraft beim ersten gemeinsamen Auftrittsblock mit Camille Saint-Saëns „Tollite Hostias“ und Johann Sebastian Bachs „Jesus bleibet meine Freude“.
Reizvoll war auch die Kombination aus Chor und fünfköpfigem Ensemble des Musikvereins beim Weihnachtslied-Medley, mit einem innig interpretierten „Maria durch ein Dornwald ging“ samt Echoeffekten, Intermezzi und kongenialer Umrahmung einzelner Verse durch die Musiker.
Mit kraftvollem Finale
Die große Stunde des Musikvereins unter Dirigent Udo Schmitz schlug mit der getragen-festlichen Eröffnung von Gustav Holsts „First Suite in Es“, mit kraftvollen Trommelwirbeln, Stakkatopassagen, schönem Hintergrund der tiefen Blechbläser, gekonnter Dynamik und bewegender Klangfülle im strahlenden Tutti.
Auch Arthur Sullivans „The Lost Chord“, bereichert durch Sofia Villero-Schuchardts Orgelspiel, bestach durch homogenen Gesamtklang und ein dramatisch-kraftvolles Finale.
Publikum singt mit
Bei „Symphonic Prelude on Adeste Fidelis“, eröffnet durch mal kernige, mal fein verhaltene Trompetenfanfaren folgte auf die Aufnahme des Themas durch die Holzbläser eine große Steigerung im Tutti, bis das Werk zuletzt wieder in Trompetenfanfaren mündete.
Untermalt durch Orgelspiel und wieder vereint weckten Musik- und Gesangverein große Gefühle mit Vangelis’ dramatisch-archaischem „Conquest of Paradise“, mit durchmarschierendem Schlagwerk, gefolgt vom zarten Vokalisengesang des Chors und einer packenden Passage aus tiefen Blechbläsern und glockenhellen Sopranstimmen. Sodann verwandelten sich beim gemeinsamen Gospel-Medley Dirigent, Chorleiterin und Sänger Uwe Kasten in ein Gesangstrio. Hier zeigte insbesondere Chorleiterin Müller-Moore mit schöner voluminöser Sopranstimme und souverän swingender Phrasierung ihr Talent.
Zum krönenden Abschluss sang auch das Publikum mit beim Weihnachtslied „Oh du fröhliche“.